Bänderriss im Sprunggelenk: Wie lange fällt man aus?

Alle Infos zu Bänderriss im Sprunggelenk

Von SPOX
Sonntag, 05.11.2017 | 18:46 Uhr
Kabasele liegt mit einer Fußverletzung am Boden
© getty
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Bänderriss im Sprunggelenk gehört zu den häufigsten Sportverletzungen und damit zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Nicht umsonst gibt es keine Verletzung in der Ambulanz, die häufiger vorkommt als der Bänderriss. Doch was genau passiert bei einem Bänderriss im Sprunggelenk überhaupt und wie lange fällt man aus? SPOX liefert euch alle Infos rund um die Verletzung Bänderriss im Sprunggelenk.

Funktion des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk unterteilt sich in zwei Bereiche. Das obere - und das untere Sprunggelenk. Das obere Sprunggelenk nimmt die Kraft vom Schienbein auf und überträgt es auf das untere Sprunggelenk. Von dort wird die Kraft auf den Boden, bzw. Vorfuß und Rückfuß verteilt.

Beim oberen Sprunggelenk handelt es sich um ein Scharniergelenk mit minimaler Rotationsmöglichkeit. Ein gesundes Sprunggelenk kann ca. 20-25° gesteckt (Extension = Zehen Richtung Nasenspitze) und ca. 30 - 40° gebeugt (Plantarflexion = Zehen Richtung Fußboden) werden. Der Fußaußenrand kann ca. 10° angehoben werden; der Fußinnenrand kann ca. 20° angehoben werden. Diese Beweglichkeit ist durch das untere Sprunggelenk möglich.

Welche Bänder gibt es im Sprunggelenk?

Das Sprunggelenk erhält von verschiedenen Bändern seine Stabilität. Der Außenbandkomplex wird von drei Bändern gebildet, die von verschiedenen Fußwurzelknochen zur Außenseite des Wadenbeins ziehen.

Der Innenbandkomplex besteht aus einem flachen, fächerförmigem Bänderkomplex, der als Deltaband bezeichnet wird. Das Deltaband setzt sich wiederum aus einzelnen Bänderabschnitten beziehungsweise "Ligamenten" zusammen, und zwar aus dem Schienbein-Kahnbein-Teil (Pars tibionavicularis), aus dem vorderen und hinteren Schienbein-Sprungbein-Teil (Pars tibiotalaris anterior und posterior), sowie aus dem Schienbein-Fersenbein-Teil (Pars tibiocalcanea).

Abstufungen bei Sprunggelenkverletzungen

  • Bänderdehnung
  • Teilabriss
  • Bänderriss

Ursachen und Symptome eines Bänderrisses im Sprunggelenk

Zu einem Bänderriss kommt es durch ein Umknicken des Fußes im oberen Sprunggelenk. Dies kann einerseits beim Sport, besonders häufig beim Fußball und Basketball, aber auch durch falsches Schuhwerk beim Laufen passieren. Knickt man um, kommt es dazu, dass der Fuß im oberen Sprunggelenk nach innen gedreht wird, dafür ist jedoch eigentlich das untere Sprunggelenk zuständig. Dadurch dehnen sich die Außenbänder immer weiter nach innen und es kann zu einer Dehnung, einem Teilabriss oder einem kompletten Riss der Bänder führen.

Bereits beim Umknicken entstehen Schmerzen, die zuerst als stechend und punktuell empfunden werden. Im Anschluss kann der Schmerz entweder zurückgehen und anschließend wieder kommen oder er bleibt konstant. Dies hängt immer vom Schweregrad des Bänderrisses ab und ob das Band vorher bereits verletzt war.

Welches Band betroffen ist, lässt sich durch den punktuellen Druckschmerz über die Struktur herausfinden. Auch bei voranschreitenden Heilungsprozess können Schmerzen weiter fortbestehen. Der Verlauf der Knöchelschmerzen ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann stark variieren.

Wie lange fällt man aus?

Die Heilungsdauer eines Bänderrisses am Sprunggelenk beinhaltet den Zeitpunkt, ab welchem das Band gerissen ist, bis zu dem Moment, in welchem das Sprunggelenk wieder ohne Probleme belastet werden kann. Das Ausmaß der Heilungsdauer ist sehr unterschiedlich. Sie kann Wochen bis Monate betragen, jedoch liegt sie im Schnitt bei ungefähr bei einem bis drei Monaten.

Die Heilungsdauer hängt von diversen Faktoren ab, welche sowohl einen positiven als auch einen negativen Einfluss haben können. Negativ wäre, wenn nach einem Bänderriss am Sprunggelenk das betroffene Band weiterhin durch Belastung des Fußes beim Gehen oder Sport beansprucht wird. Somit würde die Heilungsdauer in die Länge gezogen werden.

Positiv auf die Heilungsdauer wirkt sich eine konsequent durchgeführte Schonung des Sprunggelenks aus. Das bedeutet, dass der Fuß zu Beginn überhaupt nicht, nach einiger Zeit dann erst stufenweise mehr belastet werden darf. Dadurch kann das Band in der Regel ohne Probleme wieder verheilen. Eine Schiene oder Tapeverband, stabilisiert und fixiert das Sprunggelenk zusätzlich in der Schonphase.

Wie wird die Verletzung behandelt?

Die Therapie bei einem Bänderriss ist abhängig von der Anzahl der gerissenen Bänder. Wichtig für Bänderrupturen aller Art ist das Prinzip RICE, welches für Ruhe (Rest), Eis (Ice), Kompression (Compression) und Hochlegen (Elevation) steht. Der Patient trägt für ca. zwölf Wochen eine pneumatische Stabilisationsschiene, oder bekommt nach einer Woche einen Stabilschuh, den er für vier bis acht Wochen tragen muss.

Selten kommt es zu einer Ruptur aller Außenbänder. Falls diese Verletzung doch auftritt, ist die chirurgische Therapie erste Wahl. Die Bänder werden operativ vernäht und ggf. wieder am Knochen fixiert. Anschließend wird der Unterschenkel eingegipst.

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