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Spieth mit Chance auf Karriere-Grand-Slam

SID
Jordan Spieth geht als Favorit in die US PGA Championships

156 Spieler sind ab Donnerstag bei der US PGA Championship am Start, im Blickpunkt aber steht einer: Jordan Spieth. Der US-Amerikaner kann mit einem Sieg beim vierten Major des Jahres als sechster Spieler überhaupt den Karriere-Grand-Slam komplettieren.

Alle reden von Karriere-Grand-Slam und Rekord, nur einer nicht: Jordan Spieth. Der US-Golfstar will sich vor der 99. US PGA Championship ab Donnerstag in Charlotte/North Carolina nicht verrückt machen lassen. Das Credo des British-Open-Champions vor dem vierten und letzten Major des Jahres: Schön ruhig bleiben. "Ich habe noch viele Chancen. Wenn ich gesund bleibe und gut golfe, spiele ich das Turnier noch 30-mal", sagte Spieth, "wenn es in dieser Woche klappt, hätte ich ein weiteres Ziel erreicht. Wenn nicht, ist das kein Problem."

Der Weltranglistenzweite Spieth könnte auf dem Par-71-Kurs im Quail Hollow Club Großes vollbringen. Nicht nur, dass er bei einem Triumph erst der sechste Spieler nach Jack Nicklaus, Tiger Woods, Ben Hogan, Gary Player und Gene Sarazen wäre, der alle Major-Turniere gewonnen hätte. Nein, er wäre auch noch der jüngste überhaupt.

Spieth würde den Altersrekord von Tiger Woods brechen, der dieses Ziel im Jahr 2000 bei der British Open im Alter von 24 Jahren und sechs Monaten erreicht hatte. Spieth dagegen wäre am Sonntag erst 24 Jahre und 17 Tage alt. Doch auch das ist für den Texaner kein Thema. "Ich muss nicht der Jüngste sein. Dadurch spüre ich keinen zusätzlichen Druck", sagte Spieth.

Der US-Masters- und US-Open-Sieger von 2015 wird in Charlotte nicht der Gejagte sein, ein "alle gegen einen" gibt es im Golf nicht. Jeder konzentriert sich auf sein Spiel. Wie auch Jordan Spieth, der in einem Top-Flight mit US-Masterssieger Sergio Garcia (Spanien) und US-Open-Gewinner Brooks Koepka (USA) auf die ersten beiden Runden gehen wird.

Kaymer fehlt, Spieth mit starken Nerven

Die Konkurrenz ist hart, 97 Spieler aus den Top 100 sind in Quail Hollow am Start, einer der drei fehlenden Akteure ist Martin Kaymer. Der Sieger von 2010 musste seinen Start wegen anhaltender Schmerzen in Arm und Schulter schweren Herzens absagen. Vor sieben Jahren hatte der Mettmanner bei diesem Turnier den ersten seiner bislang zwei Major-Triumphe gefeiert.

Kaymer wäre aber in der Form der vergangenen Monate ohnehin kein ernsthafter Konkurrent für Jordan Spieth gewesen. Bei der British Open im Juli in Royal Birkdale hatte dieser einen überragenden Start-Ziel-Sieg gefeiert. Zudem bewies er auf der Schlussrunde im Duell mit Landsmann Matt Kuchar in dem Moment Nervenstärke, als ihm wie schon beim US Masters 2016 ein Kollaps drohte.

In Augusta hatte er damals durch zwei Wasserschläge an Loch zwölf einen Vorsprung von fünf Schlägen verspielt und den Sieg dem Engländer Danny Willett überlassen müssen. Bei der British Open aber ließ er sich auch von einem Strafschlag auf der 13 und einem gedroppten Ball aus dem LKW-Fuhrpark heraus nicht beirren und triumphierte am Ende mit drei Schlägen vor Kuchar.

Nach einer durchwachsenen zweiten Jahreshälfte 2016 kam Spieth zu Beginn der neuen Saison gleich richtig in Fahrt. Fünf Top-10-Ergebnisse mit dem Sieg in Pebble Beach waren ein großartiger Einstand, das Sieg-Double im Juni und Juli in Cromwell/Connecticut und bei der "Open" der vorläufige Höhepunkt. Der nächste soll nun in Charlotte folgen. Aber wie sagte doch Jordan Spieth: "Ich habe noch viele Chancen."

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