Mehrsport

Muss man immer Punkte mitzählen?

Von SPOX
Steph Curry weiß: Wichtig beim Darts ist, den Mundschutz nicht zu vergessen

Thomas Bach auf Bärenjagd, Gold für Deutschland im Ringelnatter-Würgen und der Djoker in der Liebesschaukel - 2017 hat die ein oder andere verstörende Wendung parat. Dazu: Das erschütternde Doping-Geständnis von Rostislaw Schtscherbakow. Ach ja, Fischtown spielt jetzt international. Wer das alles nicht gut findet, hat SPOX nie geliebt.

Januar

Gleich mehrere Hiobsbotschaften hat der Jahresbeginn für die Freunde der gelben Filzkugel parat: Roger Federer hat sich beim Umblättern der Fernsehzeitung das linke Knie überdehnt und fehlt nicht nur bei den Aussie Open, sondern gleich die nächsten drei Jahre. Nole hat derweil offenbar zu viel Zeit mit seinem neuen Spiritualitätsguru Pepe Imaz in der Liebesschaukel verbracht. Leicht bekifft, mit wallender Mähne und Blumenkette im Haar erscheint der Djoker zu seinem Erstrundenmatch gegen Philipp Kohlschreiber und fragt, ob man denn nicht "mal spielen kann, ohne immer die Punkte zu zählen?" In Runde zwei ist Schluss.

In der Bundesliga verabschiedet sich der BVB aus dem Titelrennen. Pierre-Roland-Emmerich Aubameyang ist für Gastgeber Gabun beim Africa Cup of Nations im Einsatz, was zur Folge hat, dass sich der BVB zwar weiterhin in jedem Spiel mindestens eine Gurke reinmurmeln lässt, selbst aber keine Tore mehr schießt. Im zehn Flugstunden entfernten Libreville krönt sich Tunesien zum Afrikameister. Die Polizei Nordrhein-Westfalen twittert: "glückwunsch an die nafri zum @afrikacup!"

"Katar" wird Handball-Weltmeister. Stolz und Freude in Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Kuba.

Februar

Vom Superbowl LI - Insider sprechen vom "Superbowli" - bleibt vor allem das Halbzeitspektakel in Erinnerung. Sponsor Pepsi stellt zur Unterstützung von Lady Gaga als Main Act das Pianogenie Lang Lang sowie die Excrementory Grindfuckers aus Hannover zur Seite, was in einem denkwürdigen 16-Minuten-Medley aus "Bad Romance", "Étude No. 11 in A-Moll" und "The Final Grinddown" endet. Das NRG Stadium in Houston ist teilweise hin, teilweise weg.

In München pocht Hasan Ismaik weiterhin auf ein neues Sechzig-Stadion samt Löwenzoo. Im Zuge einer weiteren ergebnislosen Krisensitzung im Rathaus kommt es zum Handgemenge mit Münchens zweitem Bürgermeister Josef Schmid. Der entnervte Ismaik macht schließlich ernst: Der Investor kauft den Tierpark Hellabrunn, schließt den Parkteil Australien sowie das Affenhaus (geht das bei Sechz'ge überhaupt?) und baut den Blauen ein Stadion direkt neben dem Löwengehege. Die Kängurus müssen fortan zu den Elchen, die Silbergibbons zu den Langnasen-Strauchnattern. Die Löwenfans haben ihre neue Heimat in der 86.000 Zuschauer fassenden Gottkönig-Hasan-Arena. Auslastung in der Rückrunde: Sieben Prozent. Immerhin.

RUSADA-Chefin Anna Anzeljowitsch erneuert in der Washington Post ihr Doping-Geständnis: "Doch, doch, ich hatte das alles eigentlich schon so gemeint." Der Kreml dementiert: "Nö, hattest du nicht."

März

In einer Nacht- und Nebelaktion drückt Bernie Ecclestone auf den letzten Metern vor dem Saisonstart der Formel 1 tatsächlich noch ein neues Einheitstriebwerk durch. Die Macho-Kur ist perfekt, die Boliden sind jetzt nicht nur breiter, schneller und gefährlicher, sondern auch laut und umweltfreundlich wie ein Pulk Abfangjäger. "Knallt mega", sagt Bernie, solange man noch etwas verstehen kann. Beim schwer zu überhörenden Rennbeginn in Melbourne zentrifugiert es Großteile der Koala-Population aus den Eucalyptus-Bäumen, ganz Australien ist sofort vom Aussterben bedroht. Der NABU läuft Sturm und will die Tauben von Hockenheim schützen. Das Amtsgericht Schwetzingen verbannt den Deutschland-GP ab der Saison 2018 nach Neuguinea.

In Fernost startet die Chinese Super League in die mit Spannung erwartete neue Saison. Schnell wurden im Winter noch Lukas Podolski, Zlatan Ibrahimovic, die Allianz Arena und der FC Arsenal nach China transferiert. Das Eröffnungsspiel Jiangsu Suning gegen Tianjin Quanjian vor 98.366 Zuschauern endet 1:0 (1:0).

April

Der Masterplan der Fischtown Pinguins geht auf! Als vermeintlich harmloser Aufsteiger belächelt werden, bis zum Winter im Mittelfeld dümpeln und dann die ganzen anderen Pflaumen aus dem Hinterhalt niederbügeln. Das 8:1 gegen Meister München Ende Januar - SPOX ist mit der kompletten DEL-Redaktion Höfling, Kreisl, Fink und Rabe vor Ort; Chefredakteur Regelmann behauptet, es könne nur ein Pinguin-Team geben und demonstriert im Pittsburgh-Jersey vor dem Einlass - wird zum Startschuss des größten Upset der deutschen Eishockeygeschichte. Im Finale gibt's einen Sweep gegen bemitleidenswerte Ice Tigers. Nächstes Jahr heißt's dann: Fiiiiiiiiiiiiiischtown international!

Weil Arsenal nicht mehr bei der UEFA geführt wird, stehen die Bayern kampflos im Viertelfinale der Champions League, was aber nicht über den elenden Zustand der Mannschaft hinwegtäuschen kann. Carlettos taktische Anweisungen ("Macht doch einfach, was ihr wollt"), entpuppen sich als im modernen Spitzenfußball seltsamerweise nicht mehr suffizient. Auf Tabellenplatz sieben stehend und nach einem 2:9 im Aggregat gegen Sevilla in der Königsklasse zieht Uli Hoeneß die Reißleine, Philipp Lahm wird mit sofortiger Wirkung Spielertrainer und Spielersportdirektor. In Teilen des bayrischen Fanlagers reift langsam aber sicher ein böser Verdacht: Vielleicht war Pep gar nicht der Teufel?

Auf der anderen Seite des großen Pfuhls beendet Dirk Nowitzki nach der Regular Season seine Karriere in Dallas, steigt als Investor bei den Würzburger Kickers ein und hilft jeden zweiten Samstag als Libero aus. Dennis Schröder kauft sich ein goldenes Skateboard.

Mai

Die Anfeindungen gegen RB Leipzig nehmen in der Rückrunde ungeheuerliche Züge an. Am 34. Spieltag gegen die Eintracht wird Willi Orban von Frankfurter Ultras entführt und der Mannschaftsbus mit lebenden Galloway-Rindern beworfen. Helfen tut das alles nix, Leipzig wird deutscher Meister. Timo Werner fällt vor Freude einfach um. Greuther Fürth wird kurz darauf Pokalsieger und kauft sich von der Siegprämie seine Trikots von Werder Bremen zurück. Sechzig wird 14.

Der nächste McLaren-Report ("Episode 6 - Die Rückkehr der Epo-Ritter") deckt unter anderem staatlich koordiniertes Doping unter sechsjährigen Mädchen beim Tanzen mit dem Gymnastikband an mehreren Grundschulen in St. Petersburg auf. Die RUSADA dementiert umgehend: "Vielleicht irgendwann mal, aber gerade nicht, nein."

Juni

In der Nacht vor dem Abflug des DFB Richtung Confed-Cup befragt Jogi Löw sein Hoden-Orakel. Die leicht süßliche Note verspricht Erfolg. Der hält aber nur kurz: Angeführt von Kapitän und Bayern-Star Sebastian Rudy und dank eines Fünferpacks von Debütant und Deutschlands bestem Stürmer Sandro Wagner wird Australien zum Auftakt sauber weggeflankt. Als Magic Wagner erfährt, dass man hier gar kein Geld verdient, reist er noch vor Spiel zwei ab: "Ich bin in meinen Augen mit Abstand der am schlechtesten bezahlte deutsche Stürmer."

In der NBA stehen sich zum dritten Mal in Folge Cavs und Warriors in den Finals gegenüber. Rich Paul coacht Cleveland mit unfassbaren Manövern bereits in Game 5 zum Titel und wird vom Finals-MVP LeBron auf den Schultern durch The Q getragen: "Doch alles meine Idee gewesen, hihi!", sagt der. Steph Curry stellt einen Dreierrekord für die Ewigkeit auf (618/615), beschließt aber, sich von nun an dem neuen YouTube-Koch-Channel von ihm und Gattin Ayesha zu widmen. Cleveland-GM David Griffin böse über Twitter: "Nur gut sein reicht nicht." Kevin Durant wechselt zu den Cavs ("Diesmal klappt's, ganz, ganz bestimmt!").

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