Stepanowa erhält Antidoping-Preis

SID
Samstag, 12.11.2016 | 09:04 Uhr
Julia Stepanowa ließ die Doping-Machenschaften des russischen Verbands auffliegen
Advertisement
Qatar Total Open Women Single
Live
WTA Doha: Halbfinale
Argentina Open Men Single
Live
ATP Buenos Aires: Halbfinale
Copa del Rey
Live
Teneriffa -
Real Madrid
U.S. National Indoor Tennis Championships Men Single
Live
ATP New York: Halbfinale
NCAA Division I
Live
Indiana @ Iowa
Copa del Rey
Gran Canaria -
Barcelona
NCAA Division I
Texas A&M @ Arkansas
NCAA Division I
West Virginia @ Kansas
NBA
All-Star 2018: All-Star Saturday Night
World Championship Boxing
Danny Garcia vs Brandon Rios
Premiership
Wasps -
Exeter
Qatar Total Open Women Single
WTA Doha: Finale
Argentina Open Men Single
ATP Buenos Aires: Finale
NHL
Flyers @ Rangers
NHL
Oilers @ Avalanche
U.S. National Indoor Tennis Championships Men Single
ATP New York: Finale
NHL
Devils @ Hurricanes
NBA
All-Star Game 2018
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Tag 1
NHL
Wild @ Islanders
NCAA Division I
Oklahoma @ Kansas
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Tag 2
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Tag 3
Delray Beach Open Men Single
ATP Delray Beach: Tag 3
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Viertelfinale
Delray Beach Open Men Single
ATP Delray Beach: Tag 4
Premier League Darts
Premier League: Berlin
NHL
Islanders @ Maple Leafs
NBA
Clippers @ Warriors
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Halbfinale
Delray Beach Open Men Single
ATP Delray Beach: Viertelfinale
Six Nations
Frankreich -
Italien
NBA
Timberwolves @ Rockets
Six Nations
Irland -
Wales
Dubai Tennis Championships Women Single
WTA Dubai: Finale
Six Nations
Schottland -
England
Delray Beach Open Men Single
ATP Delray Beach: Halbfinale
King Of Kings
King of Kings 54
Pro14
Scarlets -
Ulster
NBA
Magic @ 76ers
World Championship Boxing
Srisaket Sor Rungvisai vs Juan Francisco Estrada
NHL
Oilers @ Kings
Premiership
London Irish -
Worcester
Premiership
Saracens -
Leicester
Delray Beach Open Men Single
ATP Delray Beach: Finale
NBA
Spurs @ Cavaliers
NHL
Bruins @ Sabres
NBA
Warriors @ Knicks
NBA
Wizards @ Bucks
Abierto Mexicano TELCEL Women Single
WTA Acapulco: Tag 3
NHL
Sabres @ Lightning
NBA
Rockets @ Clippers
Premier League Darts
Premier League: Exeter
Abierto Mexicano TELCEL Women Single
WTA Acapulco: Viertelfinale
NBA
Lakers @ Heat
UK Open
UK Open: Tag 1 -
Session 1
Brasil Open Men Single
ATP Sao Paulo: Viertelfinale
UK Open
UK Open: Tag 1 -
Session 2
Pro14
Edinburgh -
Munster
Premiership
Harlequins -
Bath
Abierto Mexicano TELCEL Women Single
WTA Acapulco: Halbfinals

Als Julia Stepanowa ihren Preis entgegennehmen sollte, war die russische Doping-Kronzeugin tausende Kilometer und mehrere Zeitzonen von Berlin entfernt. Wegen Sicherheitsbedenken war die Whistleblowerin, die zusammen mit ihrem Mann Witali systematisches Doping in der russischen Leichtathletik aufdeckte, nicht nach Deutschland gereist.

Die Russin rührte mit ihrer Geschichte einige Zuhörer zu tränen.

"Ich bereue nichts. Mit der Zeit bin ich immer überzeugter, dass wir das Richtige getan haben", sagte die 30-Jährige am Dienstag bei der Verleihung der Heidi-Krieger-Medaille des Doping-Opfer-Hilfevereins (DOH).

Mit dem erstmals mit 10.000 Euro dotierten Preis zeichnet der Verein Persönlichkeiten aus, die sich für einen dopingfreien Sport einsetzen. So wie Stepanowa, die - zugeschaltet aus den USA - ihre Ehrung nur über das Internet verfolgen konnte.

Stepanowa sei "eine moralische Siegerin", sagte Hans Wilhelm Gäb, ehemaliger Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe, in seiner Laudatio.

"Der Anlass führt uns auf die dunkle Seite des Sports, wo der Sieg um jeden Preis die Parole ist. Doch die Haltung und die Tat eines einzelnen Menschen können die Dunkelheit erhellen", ergänzte Gäb: "Julia Stepanowa hat im Kampf gegen Betrug unter persönlichen Opfern ein Zeichen der Hoffnung gesetzt."

Ein Opfer der Stepanows war die Flucht mit ihrem Sohn aus Russland. Neunmal musste die Familie in den letzten eineinhalb Jahren umziehen, in ihrer Heimat gelten sie als Verräter und Staatsfeinde.

"Mache trotzdem weiter"

Um ihren Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen, hatten unter anderem Unbekannte die Server der WADA gehackt. Die 800-m-Läuferin berichtete zudem, dass ihre E-Mails gelesen worden seien: "Das spricht dafür, dass sie versuchen, mich zu verfolgen."

Stepanowas Enthüllungen hatten unter anderem dazu geführt, dass der russische Leichtathletik-Verband RusAF von allen internationalen Wettbewerben suspendiert ist.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte ihr allerdings die Teilnahme an den Sommerspielen in Rio als neutrale Athletin verweigert, da sie als ehemalige Dopingsünderin nicht die "ethischen Anforderungen" erfülle.

"Das Nein hat geschmerzt. Aber ich mache trotzdem weiter", sagte Stepanowa. Und ihr Mann Witali ergänzte: "Wichtig war, dass Julia und ich die Wahrheit gesagt haben. Das andere ist Vergangenheit. Wir versuchen, nach vorne zu schauen."

Inzwischen wird Stepanowa vom IOC mit einem Stipendium unterstützt. Ihr Mann arbeitet mittlerweile als Anti-Doping-Berater des IOC.

Auch dies habe dazu geführt, dass sich ihre finanzielle Situation inzwischen verbessert habe, das tägliche Leben verlaufe den Umständen entsprechend normal. Ein bis zweimal täglich trainiert Stepanowa, lernt zweimal in der Woche Englisch.

Keine Veränderungen in Russland

"Wir versuchen, nicht daran zu denken, dass wir verfolgt werden. Dort, wo wir leben, interessiert sich niemand für uns. Daher fühlen wir uns sicher", sagte Stepanowa, die allerdings schon jetzt unter den Folgen des Dopings leidet. Wegen den Folgen der Einnahme von Epo und Steroiden müsste sie sich eigentlich operieren lassen.

Kritisch sehen die Stepanows immer noch die Situation in Russland. Trotz aller Beteuerungen von offizieller Seite habe sich ihrer Meinung nach nichts geändert.

"Ob es einen Mentalitätswechsel gegeben hat? Ein klares Nein. Die Aussagen stammen von den Gründern des staatlichen Dopingsystems", sagte Witali: "Alles was sie tun, ist die Welt zu täuschen und Betrug zu vertuschen."

An Aufgeben denken sie jedoch nicht. "Es interessiert mich, wie schnell ich ohne Doping laufen kann", sagte Julia. Ihr Ziel? Eine Zeit unter 2:00 Minuten. Dies, so die vorherrschende Meinung in Russland, sei nicht möglich. "Ich will beweisen, dass es geht", sagte sie.

Julia Stepanowa im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung