Montag, 31.10.2016

Doping: Angst vor Wettbewerbsnachteilen deutscher Sportler

Maas will mehr internationale Anstrengung

Bundesjustizminister Heiko Maas sieht Deutschland im Kampf gegen Doping auf einem guten Weg, fordert allerdings mehr internationale Anstrengungen. "Deutschland steht im Kampf gegen Doping an vorderster Stelle. Wie nötig der Einsatz gegen Betrug ist, haben wieder einmal die Spiele in Rio gezeigt", sagte der SPD-Politiker knapp ein Jahr nach Verabschiedung des Anti-Doping-Gesetzes.

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"Ich würde mir wünschen, dass es in ein paar Jahren eine UN-Resolution zur Bekämpfung von Korruption und Doping im Sport gibt. Und, dass alle Mitgliedsstaaten sich verpflichten, dies umzusetzen", sagte Maas weiter. Das Anfang des Jahres in Kraft getretene Gesetz sei "lange überfällig" gewesen, das Problem Doping "weiterhin groß".

Allerdings befürchtet Maas Wettbewerbsnachteile für deutsche Sportler, sollte es in naher Zukunft keine internationale Vergleichbarkeit geben. "Die Einstellung zum Anti-Doping-Kampf ist in vielen Ländern unterschiedlich. Wenn man national das macht, was man für richtig hält, muss man sich auch schleunigst darüber Gedanken machen, was das international heißt. Damit wir die Chancen unserer Sportler nicht dauerhaft verschlechtern", sagte Maas.

Die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland stellen erstmals das Selbstdoping von Sportlern unter Strafe. Auch der Besitz von Dopingmitteln ist unabhängig von der Menge verboten. Überführten Athleten drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren, Hintermänner müssen in besonders schweren Fällen sogar mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Bisher gab es allerdings noch keinen Präzedenzfall, bei dem es zu einem Urteil gekommen ist.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wies erneute Kritik am organisierten Sport für dessen Bedenken am Gesetz zurück. "Wir haben nicht nur keine Vorbehalte gegenüber dem Anti-Doping-Gesetz, wir halten es rür richtig und wichtig", sagte Hörmann: "Die Frage, ob unsere Bedenken am Ende zurecht vorhanden waren oder nicht, da müssen wir abwarten. Nicht im Sinne von: Wir reiben uns die Hände. Keiner profitiert mehr davon, wenn es gut funktioniert, als wir. Wir werden sehen, wie die Dinge laufen."

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