USA zweifelt an Stärke der WADA

SID
Mittwoch, 22.06.2016 | 18:07 Uhr
Sir Craig Reedie ist der Präsident der WADA
© getty
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Der US-Senat sieht die Glaubwürdigkeit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wegen verschleppter Ermittlungen und auch mangelnder Unabhängigkeit gefährdet.

Senator John Tune (South Dakota) von den Republikanern forderte als Vorsitzendes des für Sport zuständigens Parlaments-Ausschusses per Brief von WADA-Präsident Craig Reedie (Schottland) konsequentere Verfolgung von Dopinghinweisen, Vermeidung von Interessenkonflikten und eine Aufarbeitung der Vergangenheit des systematischen Dopings in Russland über die Ermittlungen zu Vorgängen bei den Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi hinaus.

Thune legte seinem Schreiben Angaben der New York Times zufolge einen Katalog mit elf Fragen bei und setzte Reedie zur Beantwortung eine Frist bis zum 5. Juli.

"Unabhängige WADA für IOC elementar"

"Stärke und Glaubwürdigkeit der WADA sind mittlerweile infrage gestellt. Die Aufgabe der WADA ist nicht sichergestellt, so lange ihre Führung Verbindungen zu Nationalen Olympischen Komitees oder Sportministerien hat, deren Ziel die Steigerung nationaler Wettbewerbsfähigkeit und von Medaillenzahlen ist. Eine wirklich unabhängige WADA ist für das Internationale Olympische Komitee elementar, um auf Weltebene Glaubwürdigkeit genießen zu können", schrieb Thune an Reedie. Er nannte die Doppelfunktion des Briten, der auch IOC-Vizepräsident ist, als besonderes Beispiel für seine Kritik.

Thunes Vorhaltungen wegen verschleppter Untersuchungen beziehen sich ausdrücklich auf den Fall der russische Diskuswerferin Daria Pischtschalnikowa. Die Athletin hatte der WADA 2012 umfangreiche Hinweise auf organisierte Doping-Praktiken in ihrem Heimtland zukommen lasse, doch die WADA leitete die Unterlagen lediglich an die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA zur Klärung weiter. Pischtschalnikowa wurde kurz darauf von ihrem Heimatverband wegen Anabolikadopings für zehn Jahre gesperrt. Hinweise auf ein staatlich gestütztes Dopingsystem in Russland gab erst eine ARD-Dokumentation im Jahr 2014.

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