Kampf gegen Doping: Russland will ernst machen

Russland mit neuem Maßnahmen-Paket

SID
Montag, 06.06.2016 | 11:32 Uhr
Witali Mutko will gegen Doping vorgehen
© getty
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Russland hat sich im Kampf um die Aufhebung der Sperre gegen seine Leichtathleten noch nicht aufgegeben. Sportminister Witali Mutko brachte jetzt ein neues Reformpaket auf den Weg, mit dem landesweit ein Mentalitätswandel im Umgang mit Doping eingeleitet werden soll.

Demnach müssten Spitzenathleten und Mediziner in Zukunft die Werte des Fair Play vollumfänglich verinnerlichen. Alle müssten verstehen, dass Doping "nicht akzeptabel" sei, hieß es in einer Mitteilung. Sämtliche Fachkräfte aus dem Bereich Sport und Medizin sollen dafür in Anti-Doping-Klassen geschult werden.

In einem weiteren Schritt werden Trainer und Vertreter der Verbände auf den neuen Umgang mit Doping vorbereitet. Zudem wird der Anti-Doping-Kampf Bestandteil des Sportunterrichts an Schulen.

Auch für die 3000 speziellen Sport-Schulen im Land soll ein Curriculum nach Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) entwickelt werden. Auf diesem Wege würden auch zehn Jahre alte Nachwuchsathleten verstehen, dass jede Form des Betrugs mit Doping unzulässig sei.

Schulung auf das ganze Land ausweiten

"Wir arbeiten unermüdlich daran, dass wir zusichern können, dass der Sport in unserem Land sauber und fair ist", sagte Natalia Schelanowa, Anti-Doping-Beraterin von Mutko, und erklärte: "Die Erziehung von Athleten der nächsten Generation ist unverzichtbar, um die Botschaft vom sauberen Sport zu verbreiten."

Unabhängig vom Ministerium für Sport kündigte die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA weitere Maßnahmen an. Sie werde ihr bislang nur punktuell eingesetztes Anti-Doping-Programm zur Schulung regionaler Verbandsvertreter vorantreiben und auf das ganze Land ausweiten.

"Haben das Ziel, Sport sauber zu bekommen"

Voraussichtlich am 17. Juni entscheidet der Leichtathletik-Weltverband (IAAF), ob die derzeitige Sperre gegen die russischen Athleten wegen massiver Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien aufgehoben wird. Sollte das nicht passieren, können die Leichtathleten aus dem Riesenreich auch nicht an den Olympischen Sommerspielen in Rio (05. bis 21. August) teilnehmen.

"Wir sind hoffnungsvoll, dass die IAAF die richtige Entscheidung trifft, weil wir alles tun werden, um das Vertrauen wiederzugewinnen", sagte Schelanowa am Montagnachmittag und ergänzte: "Wir unterstützen die WADA und haben das gleiche Ziel, den Sport sauber zu bekommen."

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