Chef des Anti-Doping-Labors klagt

Fehlende Unterstützung für Rio

SID
Dienstag, 28.07.2015 | 13:33 Uhr
Das Labor in Rio musste sich laut Radler selber finanzieren
© getty
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Francisco Radler, Direktor des Anti-Doping-Labors in Rio de Janeiro, sieht als Grund für die 2013 entzogene WADA-Akkreditierung die mangelnde Unterstützung seitens der Politik und des Sports an. Zudem seien nicht die mangelhafte Arbeit der Mitarbeiter sondern veraltete Analyse-Geräte der Grund für fehlerhafte Ergebnisse gewesen.

"Unser Labor hat sich damals selbst finanzieren müssen. Wir bekamen keine finanzielle Unterstützung von der Regierung. Und ich habe schon Jahre vorher davor gewarnt, dass wir unsere WADA-Akkreditierung verlieren werden, wenn wir keine Hilfe bekommen", sagte Radler der ARD-Recherche-Redaktion Sport: "Ich habe sogar Briefe und E-Mails an das Sportministerium, das brasilianische Olympische Komitee, an eigentlich jeden in der 'Sport-Community' geschrieben. Aber niemand hat mir glauben wollen."

Erst im Mai 2015 hatte das Labor wieder die Zulassung durch die WADA bekommen, zwei Jahre zuvor war diese entzogen worden. Dadurch konnten die Dopingproben der Fußball-WM 2014 nicht in Brasilien analysiert werden, sondern wurden nach Lausanne ausgeflogen.

Allerdings habe, so die ARD-Recherche-Redaktion Sport, das Labor bisher nur die sogenannte Basis-Akkreditierung der WADA. Spezielle Analyseverfahren für schwer nachweisbare Dopingmittel wie Insulin müssten noch bestätigt werden, um während der Olympischen Spiele 2016 dann die etwa 5500 geplanten Dopingtests durchführen zu können.

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