Opfer kritisieren Aufarbeitung der DDR-Geschichte

"Situation ist katastrophal"

SID
Samstag, 18.10.2014 | 15:50 Uhr
Die Doping-Opfer der DDR kritisieren die Aufarbeitung des Themas
© getty
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Knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall haben die Opfer des DDR-Dopingsystems ein ernüchterndes Fazit der Aufarbeitung gezogen. "Die Situation ist einfach katastrophal", sagte Ines Geipel, Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins (DOH), dem "SID" am Samstag in Berlin: "Wir erwarten, dass der Sport Geld in die Hand nimmt. Auch die Politik muss endlich handeln."

Innerhalb eines Jahres hätten sich laut Geipel mehr als 700 Opfer beim Verein gemeldet. "Zum Glanz des Sports gehört auch diese Schattenseite dazu", sagte die ehemalige Weltklassesprinterin, die ein anerkanntes Doping-Opfer ist: "Es hat zwar in der Vergangenheit Prozesse und Einmalentschädigungen gegeben, aber die Betroffenen sind mit ihrer Not und ihren geschädigten Körpern allein."

Zudem hätten sich die ehemaligen Täter mangels fehlender Aufklärung nach der Wende vor allem in den neuen Bundesländern wieder Netzwerke aufgebaut und ihre Karriere teilweise nahtlos fortgesetzt.

Roland Jahn, Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, forderte ebenfalls weitere Aufarbeitung. "Es geht um Menschen, deren Leben zerstört worden ist und wie wir dafür Sorge tragen können, dass wir das noch heilen, was noch zu heilen ist. Auch nach 25 Jahren", betonte er: "Die Verantwortlichen von damals müssen benannt und Konsequenzen gezogen werden."

Konsequenzen für Beilschmidt?

Zu möglichen Konsequenzen für seinen Jugendfreund und ehemaligen Weltklasse-Hochspringers Rolf Beilschmidt wollte sich Jahn allerdings nicht konkret äußern. Nach Medienberichten über weitergehende Stasi-Verstrickungen des derzeitigen Hauptgeschäftsführers des Landessportbundes (LSB) Thüringen hatte der DOH den Funktionär am Freitag zum Rücktritt aufgefordert.

"Das entscheidenden die, die zuständig sind. Ich bin nicht die Thüringer Landesregierung oder der Landessportbund. Beilschmidt muss sich seiner Verantwortung stellen", sagte Jahn, der erklärte, sich schon in den 1970er Jahren von Beilschmidts Handeln distanziert zu haben: "Ich kann nicht der Oberrichter sein. Wenn ich ihm begegne, sage ich ihm, was ich davon halte. Eine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit ist nicht zu akzeptieren. Aber ich werde keine Einzelfälle bewerten."

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