Brendel will Triple beim Heim-EM

SID
Freitag, 11.07.2014 | 15:00 Uhr
Sebastian Brendel überzeugte auf seiner Lieblingsstrecke
© getty
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Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel ist bei der Heim-EM der Kanuten ohne große Mühe in die Finalläufe eingezogen. Der Potsdamer peilt in Brandenburg drei Medaillen an.

Der Einzug in die Finalläufe klappte fast spielerisch, jetzt peilt Olympiasieger Sebastian Brendel bei der Heim-EM der Kanuten den dreifachen Medaillengewinn an. "Das ist absolut realistisch und machbar. Mir wird hier aber sicher nichts geschenkt", sagte der 26-Jährige Potsdamer.

Brendel, der bei den Sommerspielen in London Gold im Einer-Canadier über 1000 m geholt hatte, überzeugte am ersten EM-Tag auch auf dem Beetzsee auf seiner Paradestrecke. Er schaffte als Sieger des Vorlaufs ebenso den direkten Einzug ins Finale wie später als Dritter über 500 m. "Da bin ich etwas taktischer gefahren", sagte Brendel vor seinen ersten beiden Finals am Samstag. Am Sonntag startet er zum Abschluss außerdem noch über die 5000 m.

Eine Goldmedaille, es wäre die sechste bei einer EM, hat er sich als großes Ziel gesetzt, betonte aber auch: "Wenn es nicht klappt, ist es nicht ganz so schlimm. Der Höhepunkt ist die WM in Moskau." Doch der Ehrgeiz treibt ihn an, schon vier Wochen vor dem Highlight in Moskau vor den Augen von Freunden und Familie an der Havel Edelmetall zu gewinnen. "Wir werden auch an der EM gemessen, es kommt ja live im Fernsehen. Das ist für uns fast mehr ein Gradmesser als bei der WM", sagte der Weltmeister über 5000 m kurz nach seinem zweiten Zieleinlauf am Freitag.

"Dem Nachwuchs die Chance geben"

Um Medaillen alleine geht es für den Deutschen Kanu-Verband (DKV) allerdings nicht. "Das ist für uns der Start einer langen Etappe nach Rio", sagte Präsident Thomas Konietzko. Bei den Olympischen Spielen in zwei Jahren sollen die Kanuten abräumen, dafür werden jetzt auch unerfahrene Akteure in kalte Wasser geworfen. "Wir wollen unserem Nachwuchs die Chance geben", betonte Konietzko.

Im kommenden Jahr werden bei der WM in Mailand die Quotenplätze für Olympia vergeben - dann soll sich die deutsche Flotte möglichst schon in Bestform präsentieren. Rückschläge sind dabei jedoch einkalkuliert. "Wir sortieren die Mannschaft neu und opfern dafür in den ersten beiden Jahren nach Olympia in London auch Erfolge", sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl: "Im Oktober wollen wir den Hebel dann umlegen."

Große Hoffnung: Duo Liebscher-Rauhe

Der Anfang dafür ist gemacht. So gehört beispielsweise der Dresdner Tom Liebscher (20) zu den Hoffnungsträgern. Gemeinsam mit Routinier Ronald Rauhe (Potsdam) will das Kraftpaket schon in Brandenburg im Kajak-Zweier Gold gewinnen, und auch in Rio soll es ganz nach vorne gehen.

Trotzdem haben die Kanuten weiterhin auch mit Problemen zu kämpfen, gerade die Großboote liegen noch hinter den Erwartungen zurück. "Diese Schwachstellen sind bekannt, daran müssen wir in den kommenden beiden Jahren arbeiten", sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler.

Auch Kajak-Weltmeister Max Hoff qualifizierte sich problemlos für seinen Finallauf über 1000 m. Der 31-Jährige aus Essen gewann das Halbfinale bei starkem Wind und Wellengang souverän mit zwei Bootslängen Vorsprung. Über diese Distanz wurde Hoff bereits vier Mal Weltmeister und gewann bei Olympia in London vor zwei Jahren Bronze. In Brandenburg tritt er am Sonntag außerdem noch über 5000 m an.

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