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"Medaille hängt ja schon vor der Nase"

SID
Max Hartung schied bei der WM in Kasan bereits im Viertelfinale aus
© getty

Die erhoffte Medaille war zum Greifen nah, doch für die deutschen Fechter und besonders "Pechvogel" Max Hartung erfüllten sich die Hoffnungen auf einen WM-Auftakt nach Maß nicht. Als letzter Deutscher unterlag der 24 Jahre alte Säbelspezialist in Kasan im Viertelfinale gegen den Rumänen Tiberiu Dolniceanu 5:15 - und wurde dabei wieder einmal zur tragischen Figur.

Es war bereits das dritte Mal, dass der Dormagener bei einem Großereignis beim letzten Schritt aufs Podest scheiterte.

"Das ist auf jeden Fall frustrierend, weil man immer so nah dran ist. Die Medaille hängt quasi schon vor der Nase", sagte Hartung dem SID: "Es sind die Medaillen die zählen. Es hängt ja auch eine Menge dran." Bei Olympia 2012 und der WM im Vorjahr war Hartung ebenfalls in der Runde der letzten Acht ausgeschieden. Damals fehlten jedoch nur zwei beziehungsweise ein Treffer.

"Wir wollten heute schon eine Medaille, das war das Ziel", sagte Sportdirektor Sven Ressel ebenfalls enttäuscht: "Wenn vier Fechter unter den besten 32 sind, hofft man schon, dass einer durchrutscht." Zwei bis drei Medaillen hatte der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) vor der WM als Ziel ausgegeben. Am Samstag ruhen die Hoffnungen auf den Florettfechtern um den viermaligen Weltmeister Peter Joppich und der Vorjahreszweiten Carolin Golubytskyi.

Auch Limbach ohne Medaille

Ohne Edelmetall blieb am Freitag auch Nicolas Limbach. Der im Vorfeld verletzte Weltmeister von 2009 verlor im Achtelfinale gegen Olympiasieger Aron Szilagyi 13:15. "Es war ein enges Gefecht. Das hätte ich auch gewinnen können. Vielleicht kann ich noch nicht drei bis vier Gefechte auf dem Niveau durchziehen", sagte Limbach, der in der Vorbereitung wegen eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen pausieren musste.

Den Sprung unter die letzten 16 verpassten Matyas Szabo und Benedikt Wagner (alle Dormagen). Der Sohn von Bundestrainer Vilmos Szabo unterlag ebenfalls Dolniceanu 10:15. Wagner verlor gegen den südkoreanischen Team-Olympiasieger und späteren Silbermedaillengewinner Gu Bon-Gil trotz zwischenzeitlicher hoher Führung noch mit 12:15. Gold holte der Russe Nikolaj Kowalew.

Die deutschen Säbelfechterinnen konnten ebenfalls nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen. Anna Limbach und Stefanie Kubissa (beide Dormagen) schieden in der Runde der letzten 32 aus. Limbach (Platz 31) verlor wie im Vorjahr in Budapest gegen Teameuropameisterin Jana Jegorijan aus Russland 9:15. Kubissa (Platz 20) blieb beim 5:15 gegen die Weltranglistensechste Dagmara Wozniak (USA) ohne echte Chance. Die deutsche Meisterin Sibylle Klemm (Dormagen/67) und Olympia-Teilnehmerin Alexandra Bujdoso (Koblenz/68) waren in der Qualifikation ausgeschieden. Der Sieg ging an Titelverteidigerin und Europameisterin Olga Charlan aus der Ukraine.

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