Sportler des Jahres

Bayern, Harting und Obergföll geehrt

SID
Sonntag, 15.12.2013 | 22:10 Uhr
Die verletzten Bayern-Stars und Karl-Heinz-Rummenigge nahmen den Preis entgegen
© getty
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Zum 67. Mal seit 1947 wurden am Sonntag in Baden-Baden Deutschlands Sportler des Jahres geehrt: Die Fußballer des FC Bayern siegten ähnlich souverän wie in der Champions League, Diskus-Star Robert Harting wiederholte den Vorjahreserfolg, und Speerwurf-Ass Christina Obergföll krönte ihr Superjahr.

Das beste Vereinsteam im Weltfußball und zwei Leichtathletik-Weltmeister sind Deutschlands "Sportler des Jahres" 2013. Bayern München gewann souverän den Mannschaftstitel, Diskus-Star Robert Harting hielt Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf Distanz und Speerwurf-Ass Christina Obergföll stach Wimbledonfinalistin Sabine Lisicki aus.

Robert Harting siegte bei der Wahl der Sportjournalisten mit 2920 Punkten vor Sebastian Vettel (2788), der als viermaliger Weltmeister einen Titel mehr auf dem Konto hat als der Berliner und mit geschätzten 22 Millionen Euro Jahresgehalt ungefähr das 50-fache von Harting verdient. Vettel, der in wenigen Tagen erstmals Vater wird, grüßte per Video-Botschaft. Dritter wurde Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (1893).

Obergföll vor Lisicki und Höfl-Riesch

Bei den Frauen lag Christina Obergföll (3552) deutlich vor Sabine Lisicki (2806), Dritte wurde Alpin-Star Maria Höfl-Riesch (1455). Bei den Mannschaften siegte in einem "Fußball-Finale" Bayern München (3782) haushoch vor den DFB-Frauen (1562) und den Frauen des VfL Wolfsburg (1134).

700 geladene Gäste im Baden-Badener Kurhaus, darunter "Stammgast" Thomas Bach erstmals als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, warteten mit Standing Ovations auf, als Deutschlands Sportstars 54 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele groß im Blickpunkt standen.

Perfektes Jahr für Obergföll

Insgesamt weilten rund 35 Welt- und Europameister im feinen Benazet-Saal, außerdem rund 40 ehemalige Sieger. Nicht präsent waren neben Vettel nahezu alle Wintersport-Asse, darunter auch Maria Höfl-Riesch.

"I-Tüpfelchen, Sahnehäubchen - ich finde keine Worte dafür", entfuhr es Christina Obergföll nach einem wahren Traumjahr. Denn schon vor dem WM-Gold im August machte sie als Disziplinsiegerin der Diamond League mit über 100.000 Dollar die größte Börse ihres Lebens, wurde von den Athleten zum "Champion des Jahres" gewählt - und besiegelte im September ihr privates Glück durch die Hochzeit mit Ehemann Boris Henry.

Harting Wiederholungstäter

Auch in anderer Weise soll die schwangere Ex-Biathletin Magdalena Neuner, Siegerin im Vorjahr, "Vorbild" sein: "2014 ist als Babyjahr geplant", sagt die Offenburgerin, die als 23. Leichtathletin seit 1947 (inklusive DDR 36.) Wahlsiegerin wurde. Die 32-Jährige verhinderte, dass in Sabine Lisicki 14 Jahre nach Steffi Graf (1999 - zuvor 1986-89) wieder eine Tennisspielerin den Thron bestieg.

"Diese Wahl macht mich sehr stolz", meinte Robert Harting, der Vettel schon 2012 abgehängt hatte. Der Berliner Diskus-Riese siegte in der Geschichte der Wahl als 15. Leichtathlet (samt DDR 23.) und wiederholte als erster Athlet seit Tennis-Ikone Boris Becker (1989/90) einen Wahlerfolg aus dem Vorjahr. Dem 3. WM-Gold will Harting 2014 den zweiten EM-Titel folgen lassen. Und vor allem im Frühjahr die neue deutsche Sportlotterie ins Rollen bringen.

Neid und Weinbruch Trainer des Jahres

Der FC Bayern erlebte eine weitere große Stunde mit seinem dritten Wahlsieg nach 1967 und 2001 - nach deutscher Meisterschaft, Pokalsieg, europäischem Supercup-Gewinn und dem Triumph in der Champions League im Grunde unvermeidlich. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ("Der Respekt in der Welt vor dem FC Bayern war nie größer") nahm den Pokal zusammen mit Mittelfeldstar Bastian Schweinsteiger und dem ebenfalls verletzten Holger Badstuber entgegen.

Als Trainer des Jahres wurden DFB-Frauen-Bundestrainerin Silvia Neid und Hermann Weinbuch, Cheftrainer der deutschen Kombinierer, ausgezeichnet. Die Ehrungen überreichten der Präsident des Deutschen Fußball-Verbandes, Wolfgang Niersbach, und Alfons Hörmann, Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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