Montag, 02.12.2013

Die Behindertensportler des Jahres

Eine ganz besondere Ehre

Der Deutsche Behindertensportverband hat am Samstag seine Sportler des Jahres gekürt. Die Preise gingen an Anna Schaffelhuber, Thomas Schmidberger und die Junioren-Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball vor. SPOX stellt die Gewinner vor.

Anna Schaffelhuber hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich
© getty
Anna Schaffelhuber hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com

Anna Schaffelhuber

Für Anna Schaffelhuber ist die Ehrung als Behindertensportlerin des Jahres nichts Neues. Schon 2011 konnte sich die Monoski-Fahrerin über die Auszeichnung freuen, nachdem sie bei der Alpin-WM in Sestriere dreimal Gold gewann.

In diesem Jahr holte die 20-Jährige bei der Weltmeisterschaft in La Molina (Spanien) Gold im Slalom sowie zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Die erneute Wahl ist für sie eine ganz besondere Ehre. "Ich freue mich wahnsinnig darüber und möchte mich bei allen Fans bedanken, die mich gewählt haben."

Schon im Alter von fünf Jahren hat sich Anna Schaffelhuber das erste Mal auf einen Monoski gesetzt. Sie ist mit einer inkompletten Querschnittslähmung geboren und auf den Rollstuhl angewiesen. Der Sport war früh ein wesentlicher Teil ihres Lebens, die Familie unterstützte in jeder Beziehung. Ihre Mutter Beate hat sich die Schaffung von Barrierefreiheit im Alltag mittlerweile zu einer Lebensaufgabe gemacht und berät mit Konzepten und Ratschlägen.

"Seit ich klein bin will und mache ich alles irgendwie genau so wie meine Mitmenschen - nur hin und wieder auf andere Art. Wie das Skifahren", erklärt Anna Schaffelhuber, "auf dem Ski fühle ich mich unabhängig und beflügelt, und dieses Gefühl möchte ich mir noch lange bewahren".

Sie lebt seit dem Sommer 2011 in München, wo sie Rechtswissenschaften studiert. Nachdem sie in der Marktgemeinde Mallersdorf/Pfaffenberg ihr Abitur gebaut hatte, zog es sie fort aus Niederbayern in Richtung Großstadt, Selbständigkeit, Uni. Hinein in ein neues Leben, aber in Reichweite ihrer Familie in Bayerbach bei Ergoldsbach. Staatsanwaltschaft oder Richterschaft waren ihr Ziel bei Studienbeginn.

Und wenn sie mal nicht trainiert oder an Wettkämpfen teilnimmt, spielt sie Querflöte oder verreist gerne. Neuseeland ist ein Sehnsuchtsziel. Aber zunächst geht es im März nach Sotschi zu den Paralympischen Spielen. Bei ihrer ersten Teilnahme 2010 in Vancouver gewann sie mit 17 bereits Bronze im Super-G. "Ich freue mich auf das nächste Jahr und bin sehr motiviert", sagt Schaffelhuber, "schaun' wir mal, was in Sotschi herauskommt."

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Andreas Hardt
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