Seifert gegen Mehrfachbestrafung

SID
Montag, 07.10.2013 | 23:33 Uhr
Christian Seifert äußerte sich zur Regelauslegung bei Notbremsen, zur FIFA und dem DFB
© getty
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Nach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich auch DFL-Boss Christian Seifert in die Diskussion um die Mehrfach-Bestrafung von Spielern nach einer Notbremse im Strafraum eingeschaltet und hält die derzeitige Regelauslegung für überzogen.

"Diese Dreifach-Bestrafung ist völlig unnötig. Ich habe bisher noch kein logisches Argument gehört, warum die Regel bleiben sollte", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei "Sky Sport News HD". Niersbach hatte die Regel, nach der ein betroffenes Team einen Elfmeter, die Rote Karte sowie die anschließende Sperre des foulenden Spielers in Kauf nehmen muss, in der "Bild" als "eine der größten Ungerechtigkeiten des Regelwerks" bezeichnet.

Am achten Bundesliga-Spieltag waren die Abwehrspieler Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Ragnar Klavan (FC Augsburg) nach einer Notbremse im Strafraum des Feldes verwiesen worden und brachten ihre Teams damit auf die Verliererstraße.

In der Debatte um die Auslegung der Handspiel-Regel forderte Seifert eine klare Linie: "Die Leidtragenden sind die Schiedsrichter. Die Regel ist ganz einfach. Es ist erforderlich in der Kommunikation der Verbände DFB und DFL, zu kommunizieren, wann es ein Handspiel ist und wann nicht. Ich wünsche mir, dass da schnell Klarheit reinkommt."

"Das ist nicht sehr konequent"

Im Interview in der Sendung "Inside Report" kritisierte Seifert zudem den Umgang des Weltverbandes FIFA mit der weltweiten Kritik an den Arbeitsbedingungen rund um den Stadienbau für die WM 2022 in Katar: "Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz der Meinung von Herrn Blatter (FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, d. Red.), dass man sagt: mit den Arbeitsbedingungen in Katar hat die FIFA nichts zu tun. Ich kann nicht einsehen, dass eine FIFA, die tatsächlich alles reguliert, sagt: Wie ihr es macht, das ist eure Sache. Das finde ich nicht sehr konsequent."

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) forderte Seifert bei der Umsetzung des Financial Fairplay zu konsequentem Handeln auf und warnte, bei Sanktionen vor großen Namen zurückzuschrecken. "Es wird die Nagelprobe für die Glaubwürdigkeit der UEFA und die Bewährungsprobe für das Konzept des Financial Fair Play, wenn es dann an einen Klub mit starker Fanbasis aus einem wichtigen Fernsehland geht."

Monaco geht über Grenzen hinaus

Als Negativbeispiel nannte Seifert den französischen Erstliga-Aufsteiger AS Monaco: "Ich finde es bedenklich, wenn der AS Monaco, der letzte Saison im Schnitt 1000 Zuschauer mehr hatte als der FSV Frankfurt, für 160 Millionen Euro neue Spieler kauft. Das geht über die Grenzen hinaus."

Zu möglichen Kandidaten für das Amt des DFB-Sportdirektors wollte sich Seifert nicht äußern. "Die Wahl eines neuen Sportdirektors ist beim DFB auf einem guten Weg. Insofern kann ich jetzt keine neue Wasserstandsmeldung geben. Ich bin kein großer Freund von Namedropping. Es ist wichtig, dass man sich erst Gedanken über ein Profil macht und sich dann auf die Suche nach Namen macht", so Seifert.

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