Sonntag, 10.06.2012

Sieg nach vier Sätzen gegen Tschechien

Last-Minute-Ticket für Olympia gesichert

Jubel, Trubel, Freudentränen: Die deutschen Volleyballer haben mit einem Sieg gegen Tschechien die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London wie schon vor vier Jahren in letzter Sekunde geschafft.
 

Denys Kaliberda schmettert im Spiel gegen Tschechien
© spox
Denys Kaliberda schmettert im Spiel gegen Tschechien

Als die großen Männer am Ziel ihrer Träume waren, schluchzten sie wie kleine Kinder. Minutenlang hüpften sie über den Hallenboden, lagen sich immer wieder in den Armen. Als sie dann die T-Shirts anzogen, stand es weiß auf schwarz: "Über Berlin nach London." Die deutschen Volleyballer haben den Sprung zu Olympia wie vor vier Jahren in letzter Sekunde geschafft.

"Wenn ich darüber rede, bekomme ich einen Heulkrampf. Olympia war immer ein Traum", sagte Georg Grozer. 2008 war der jetzt beste deutsche Angreifer für die Spiele in Peking nicht berücksichtigt worden. "Das ist einfach nur geil", jubelte Libero Markus Steuerwald.

Das ersehnte London-Ticket hatte das Team von Bundestrainer Vital Heynen am Sonntag mit einem 3:1 (25:22, 23:25, 25:23, 25:21)-Sieg gegen Tschechien gelöst. Ganz nebenbei haben die Volleyballer damit auch die Anzahl der deutschen Mannschaften in London um ein Drittel erhöht - zuvor hatten sich nur die beiden Hockey-Teams für die Sommerspiele qualifiziert.

Heynen: Weg schöner als Ziel

Neu-Trainer Heynen wirkte gelöst: "Ja, für mich als Trainer ist der Weg das Schönste, nicht das Ziel. Für die Fans zählt nur das Ziel. Jetzt freue ich mich aber gegen die zwölf besten Teams der Welt zu spielen."

Bei der entscheidenden Olympia-Qualifikation in Berlin war die Dramaturgie perfekt. Vieles erinnerte an das Turnier von 2008, als Deutschland auch im letzten Anlauf den Sprung zu Olympia - erstmals seit 36 Jahren - geschafft hatte. Mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Außenseiter Indien (damals Taiwan) starteten die Volleyballer ins Turnier. Tags darauf folgte das erwartete Schlüsselspiel gegen Vize-Weltmeister Kuba. 126 Minuten, die in einem packenden Tie-Break wie vor vier Jahren gipfelten.

Mit "Wir-Gefühl" und Publikum als siebtem Spieler

Als das Projekt Olympia am Samstag vorzeitig auf der Kippe stand, zeigten die deutschen Spieler ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein. Das hatte ihnen Heynen in nur wenigen Wochen eingeimpft. Im September noch, als die Mannschaft bei der EM in Tschechien als Gruppenletzter vorzeitig wieder nach Hause fahren musste, gab niemand was auf die Truppe.

Doch der erst im Februar verpflichtete Belgier entfachte bei den Schmetter-Assen wieder die Lust am Volleyballspielen. Auch, weil er seine Spieler in Entscheidungen bewusst miteinbezog und damit anders als sein autoritärer Vorgänger Raul Lozano für ein neues Wir-Gefühl in der Mannschaft sorgte.

Dies war auch beim dritten und letzten Spiel in der Max-Schmeling-Halle spüren. Tschechien trat zwar als ernsthafter Olympia-Verderber auf und bot den Heynen-Männern mächtig Paroli, doch am Ende war dies nicht genug für die nervenstarken Deutschen. Selbst wenn die physische Kraft nachließ, die mentale Kraft war zu groß.

Die Mannschaft um Star-Angreifer Grozer wollte vor den 4.110 Zuschauern unbedingt den Sprung zu Olympia schaffen, nachdem beim ersten Qualifikationsturnier in Sofia noch drei Punkte nach London gefehlt hatten. Die DVV-Volleyballer nutzten wie vor Jahren im "Endspiel" gegen Spanien ihre Chance. Und wieder hatte das Publikum quasi als siebter Spieler einen riesigen Anteil daran. "Ihr hab uns so sehr geholfen, Danke", sagte Heynen nach dem Matchball.

London 2012: Die olympischen Sportstätten
Welcher Tourist kennt diesen Blick nicht? Die Olympia-Maskottchen Wenlock und Mandeville grüßen aus dem sonnigen London
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Am 27. Juli beginnen in der englischen Hauptstadt die olympischen Spiele. Die Sportstätten stehen alle jetzt schon. Ein Überblick
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Das ist der komplette Olympiapark, in dem die Athleten wohnen und ein Großteil der Wettkämpfe stattfindet
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Vor dem neuen Olympiastadion steht die spektakuläre Skulptur namens ArcelorMittal Orbit. Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 115 Metern
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Ein Blick in das Olympiastadion. Hier wird Usain Bolt als Hauptattraktion um Gold über die 100 Meter der Männer laufen
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Fußball wird hier gespielt - im Wembley-Stadion. Außerdem im Old Trafford, St. James Park, Hampden Park, Millennium Stadium und City of Coventry Stadium
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Der Ort, an dem Tennis gespielt wird, ist genauso historisch wie Wembley. Es geht auf den heiligen Rasen nach Wimbledon
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Die Wembley Arena ist Schauplatz für das Badminton-Turnier und die Rhythmische Sportgymnastik
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Die O2 Arena heißt während Olympia North Greenwich Arena. Dort wird geturnt und die Finals im Basketball steigen auch dort. Dream-Team-Alarm!
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Das ist die normale Basketball Arena, in der sämtliche Vorrundenspiele stattfinden werden. Sie liegt im Olympiapark
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Die Handball Arena sieht von außen nicht sonderlich spektakulär aus. In ihr werden die Olympiasieger bei Männern und Frauen ausgespielt
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Im Aquatic Center wird - wie der Name schon sagt - geschwommen und gesprungen
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Direkt neben dem Aquatic Center erhebt sich die Wasserball-Halle aus dem Boden
© Getty
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Diese beeindruckende Fassade gehört zur Bahnrad Arena. In der soll es für die Briten besonders viele Medaillen geben
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Direkt neben der Bahnrad Arena werden die BMX-Fahrer in ihrem Parcours über Stock und Stein radeln
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Vor dem großen Medienzentrum befinden sich die Hockey-Plätze. Kurze Wege also für die Hockey-Journalisten
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Hier wird es wild. Das ist der Kurs für die Wildwasser-Kanuten
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Die Bogenschützen zieht es in die Stadt hinein. Sie kämpfen auf dem Lord's Cricket Ground um Medaillen
© Getty
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Ebenfalls in der Innenstadt tummeln sich die Marathonläufer und Triathleten. Sie durchqueren den Hyde Park
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Das größte Los haben die Beachvolleyballer gezogen. Sie spielen auf königlichem Boden. Auf der Horse Guards Parade
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Ganz schlecht haben es aber auch die Volleyballer nicht getroffen. Sie spielen am Earl's Court
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In der ExCel Arena ist richtig viel los. Dort finden Boxen, Fechten, Judo, Tischtennis, Taekwondo, Gewichtheben und Ringen statt
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Die Reiter sind in London auch nicht weit weg vom Schuss. Sie bestreiten ihre Wettkämpfe im Greenwich Park
© Getty
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Die Schützen verschlägt es für ihre Wettkämpfe in die Royal Artillerie Barracks
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Die Mountainbiker geben sich mit dem kleinen BMX-Parcours nicht zufrieden. Sie fahren ihre Rennen in Hadleigh Farm
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Die Ruderer und Kanuten begeben sich aufs Elite-College. Genau gesagt nach Eton Dorney.
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Segeln kann man in London selbst leider nicht, dafür generell in England aber vorzüglich. Die Wettkämpfe finden in Weymouth und Portland statt
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Die Eröffnungs- und die Schlussfeier finden selbstverständlich im Herz des Olympiaparks statt - im Olympiastadion
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