Dienstag, 24.01.2012

"Zwei Dickköpfe": Trainer Hagen und Sohn Marko Stamm

Der "Stammbaum" als Erfolgsgarant

Noch lange nach dem 10:9-Sieg gegen Rumänien standen Bundestrainer Hagen Stamm und sein Sohn Marko Arm in Arm am Beckenrand und genossen den Einzug der deutschen Wasserballer in die Medaillenrunde der Europameisterschaften in Eindhoven.

Bundestrainer Hagen Stamm steht mit der deutschen Mannschaft in der Medaillenrunde
© Getty
Bundestrainer Hagen Stamm steht mit der deutschen Mannschaft in der Medaillenrunde

Stamm Senior, der 1981 und 1989 als Spieler den EM-Titel gewann, hat eine Mannschaft geformt die 17 Jahre nach Bronze in Wien wieder um Edelmetall mitkämpft. Sein Sohn hat mit starken Leistungen ebenfalls erheblichen Anteil, dass die Auswahl des DSV Oberwasser hat. Der "Stammbaum" ist das Erfolgsrezept der Wasserballer.

"Am Anfang war es schwer für Marko. Als Sohn des Bundestrainers wird man kritischer beobachtet. Auch die Frage der Bevorzugung kam immer wieder mal auf", sagte Hagen Stamm zu der besonderen Konstellation: "Aber inzwischen hat Marko die Antwort im Wasser gegeben."

100. Länderspiel von Marko Stamm

Beim 10:9 gegen Titelverteidiger Kroatien trumpfte der Filius in seinem 100. Länderspiel trotz einer Augenbrauenverletzung mit vier Treffern groß auf. Zum Abschluss der Vorrunde gegen Rumänien hielt er das DSV-Team mit einem Traumtor auf Medaillenkurs. Zugleich war ein Platz im Olympia-Qualifikationsturnier vom 1. bis 8. April in Edmonton in Kanada gesichert.

Dabei ist die Zusammenarbeit für Hagen und Marko Stamm nicht immer einfach. "Wir sind beide Dickköpfe", sagten Vater und Sohn unisono. Etwas hilft es, dass Marko auf einer anderen Position spielt als einst sein Vater, der in seiner aktiven Zeit einer der weltbesten Center war. "Ich fühle mich als Vorbereiter und Passgeber wohler", erklärte Marko. So kommen direkte Vergleiche gar nicht erst auf.

Ursprünglich hatte Marko nicht den gleichen Weg wie sein Vater einschlagen wollen. "Ich habe alles probiert: Fußball, Turnen, Hockey", verriet der 23-Jährige. Da Mutter Renate Trainerin der Schwimmer bei den Wasserfreunden Spandau war, landete er schließlich dort. "Aber da fehlte mir etwas, ich bin ein Mannschaftssportler", erklärte Stamm Junior, wechselte im Alter von zwölf Jahren schließlich zu den Wasserballern des deutschen Rekordmeisters und gab fünf Jahre später sein Debüt in der Nationalmannschaft.

Schwiegersohn Politze komplettiert "Familienunternehmen"

Am Mittwoch (18.00 Uhr) soll nun der Einzug ins EM-Halbfinale perfekt gemacht werden - gegen Weltmeister Italien. "Wir sind in der Lage, jede Mannschaft zu schlagen", sagte Marko und unterstrich das gestiegene Selbstbewusstsein der gesamten Mannschaft. "Jetzt fängt das Turnier erst richtig an", fügte Kapitän Marc Politze hinzu. Der Schwiegersohn des Bundestrainers komplettiert das "Familienunternehmen".

Dies wird nach den Olympischen Spielen in London allerdings gesprengt. Dann will Hagen Stamm als Bundestrainer zurücktreten. Umso mehr wird die Verantwortung auf Marko Stamm liegen.

"Er gehört zu den Stützen der Mannschaft, aber er hat noch Potenzial", sagte Hagen Stamm über seinen Sohn und traut ihm noch eine lange Karriere zu: "Wenn er alles richtig macht und von schweren Verletzungen verschont bleibt, kann er auch 2020 noch bei Olympia spielen."

Und vielleicht sogar die 318 Länderspiele seines Vaters übertrumpfen. "Möglich ist das schon, aber so weit möchte ich nicht denken", entgegnete Marko. Zunächst gilt die ganze Konzentration dem Duell am Mittwoch gegen Weltmeister Italien. Danach wollen sich Vater und Sohn wieder in den Armen liegen.


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