Donnerstag, 08.12.2011

Milde Strafen in Bestechungsaffäre

IOC-Verweis für Hayatou, Verwarnung für Diack

Milde Strafen in der Bestechungsaffäre um zwei hochrangige afrikanische Sportfunktionäre: Afrikas Fußball-Chef Hayatou erhielt einen Verweis, Leichtathletik-Weltverbandspräsident Lamine Diack eine Verwarnung.

Issa Hayatou (l.) steht dem afrikanischen Fußball-Verband vor
© Getty
Issa Hayatou (l.) steht dem afrikanischen Fußball-Verband vor

Dies waren die Konsequenzen der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach einjährigen Ermittlungen seiner Ethik-Kommission.

Unbestraft blieb der langjährige Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joao Havelange. Das 95 Jahre alte IOC-Ehrenmitglied aus Brasilien hatte sich einer Sanktion durch seinen am Montag durch IOC-Präsident Jacques Rogge bestätigten Austritt aus dem IOC entzogen.

Er soll 1,5 Millionen Schweizer Franken (rund 1,2 Mio. Euro) in der Schmiergeld-Affäre um den früheren Rechtevermarkter ISL erhalten haben, der vor zehn Jahren mit gewaltigen Schulden in Konkurs gegangen war.

Blatter vorerst unbehelligt

Rund 20.000 Dollar (15.000 Euro) soll Hayatou 1995 genommen, aber angeblich zur 40-Jahr-Feier des Verbandes von Kamerun erhalten haben. 43.000 Dollar (32.200 Euro) kassierte angeblich Diack von ISL, will das Geld aber als Spende für den Aufbau seines abgebrannten Hauses erhalten haben.

Ebenso wie Havelange, von 1974 bis 1998 FIFA-Chef, bleibt vorerst wohl auch dessen Nachfolger Joseph S. Blatter unbehelligt. Er hatte mehrfach die Veröffentlichung von ISL-Akten angekündigt, die auch seine Schuld beweisen könnten.

Angeblich hat eine betroffene Partei Einspruch gegen diesen Schritt angekündigt, wodurch sich die Öffnung der Akten aus rechtlichen Gründen laut Blatter "verzögert".

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