Nach achtem Titel in Serie

Rekordjäger Loeb hängt selbst Schumacher ab

SID
Samstag, 12.11.2011 | 13:15 Uhr
Sebastien Loeb (r.) und sein Beifahrer Daniel Elena (l.) feiern den Titel bei der Spanien-Rallye
© Getty
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Mit seinem achten WM-Titel in Folge hat Sebastien Loeb in den Motorsport-Annalen jetzt selbst Michael Schumacher hinter sich gelassen. Und Super-Seb hat noch lange nicht genug.

So hatte selbst der jetzt achtmalige Weltmeister Sébastien Loeb noch keinen Titel gefeiert. "Es ist schon ein bisschen bizarr, zur Mitte einer Rallye Weltmeister zu werden. Man kann noch nicht einmal etwas trinken, weil man am nächsten Morgen wieder fahren muss", sagte der Franzose, nachdem ihm der Ausfall seines letzten Konkurrenten und möglicherweise künftigen Teamkollegen Mikko Hirvonen (Finnland) am Freitagabend vorzeitig die nächste WM-Krone beschert hatte.

Es war der achte Triumph des Ausnahmefahrers in Folge, und der war selbst für einen Titelhamster wie Super-Seb etwas Besonderes. Denn der 37 Jahre alte Elsässer ist jetzt vor Formel-1-Pilot Michael Schumacher alleiniger Rekordhalter auf vier Rädern. "Bis jetzt war ich gleichauf mit Schumi, und es ist schön, dass ich jetzt acht habe. Dieser Titel hat einen besonderen Reiz, weil es ein neuer Rekord ist. Das ist speziell."

"Selbst Schumacher hat bei sieben aufgehört"

Das sah auch Citroen-Teamchef Olivier Quesnel so. "Seb ist der einzige, der so viele Titel geholt hat, selbst Schumacher hat bei sieben aufgehört", sagte der Franzose: "Und er wird ja auch im nächsten Jahr noch bei Citroën fahren. Wer weiß, vielleicht werden es dann ja neun Titel."

Denn Loeb, der noch im Auto zwischen zwei Wertungsprüfungen durch einen Anruf von seiner Frau Severine erstmals von Hirvonens sich andeutendem Aus erfahren hatte, hat noch lange nicht genug. Nach längerem Zögern und sicher auch einigen Gedanken an einen möglichen Wechsel zum künftigen WM-Einsteiger VW hatte er vor einigen Wochen seinen Vertrag bei Citroen um zwei weitere Jahre verlängert. Erst danach will er sich anderen Dingen widmen, wie seinem eigenen Rundstrecken-Team, das er kürzlich mit seinem ersten Freund und ersten Beifahrer Dominique Heintz gegründet hat.

Anfängliche Skepsis

Ob es wirklich klappt mit Titel Nummer acht, daran hatte Loeb allerdings in der Anfangsphase des Saisonfinales in Wales noch gezweifelt, weil Verfolger Hirvonen im Ford "großen Druck" gemacht hatte. "Alles hätte passieren können, aber dann hat er den ersten Fehler gemacht", sagte Loeb und gab eine große Portion Erleichterung zu: "Bei diesem Tempo war die Chance groß, dass einer von uns abfliegt." So wie Loebs Landsmann und Noch-Teamkollege Sebastien Ogier beim vorletzten WM-Lauf in Spanien, was den Titel-Showdown in den walisischen Wäldern zu einem "Fall für zwei" gemacht hatte.

Dass die Entscheidung überhaupt so spät fiel, hatte sich Loeb allerdings auch selbst zuzuschreiben, nachdem "wir zur Mitte des Jahres einen guten Vorsprung verloren hatten". Ein Reifenschaden bei der Deutschland-Rallye, die er daher zum ersten Mal überhaupt nicht gewann, ein Überschlag in Australien und der Ausfall nach einem Patzer bei seinem Heimspiel im Elsass hatten die Konkurrenz überhaupt erst wieder ins Spiel gebracht.

Rivale bald Teamgefährte?

Letztlich musste sich Hirvonen nach seinem folgenschweren Ausrutscher am Freitag schon zum dritten Mal nach 2008 und 2009 mit WM-Rang zwei hinter Loeb zufrieden geben.

Im nächsten Jahr winkt ihm aber der Platz neben dem Champion - im Citroen-Team.

Dort könnte er Ogier ersetzen, der in diesem Jahr bei den Franzosen letztlich vergeblich an Loebs Status gerüttelt hatte. Falls es so käme - eine offizielle Entscheidung wird Mitte nächster Woche erwartet - würden auf Loeb "schöne interne Kämpfe" zukommen.

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