EM-Überraschung: Irene Ivancan

Nach EM-Silber zurück ins Versteck

Von dapd
Montag, 17.10.2011 | 12:34 Uhr
Die Deutsche Irene Ivancan war eine der Überraschungen bei der Tischtennis-EM in Danzig
© Imago
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Im Schatten von Timo Boll stieg Irene Ivancan bei der EM in Danzig wie Phoenix aus der Asche und glänzte auch abseits der Platte mit Schlagfertigkeit. Doch während der Superstar Boll zur Buch-Promotion abhob, blieb Ivancan auf dem Boden der Tatsachen.

Als sich Superstar Timo Boll nach dem 15. EM-Titel hoch oben im Flieger schon auf die Promotion für sein Buch "Mein China" vorbereitete, war Irene Ivancan schon längst wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit ihrer Silbermedaille im Gepäck verschwand die Überraschung der Danziger EM wieder dorthin, wo sie hergekommen war: In der Versenkung. Wo sie die letzten sechs Jahre gesteckt habe, wurde die 28-Jährige nach ihrem EM-Coup gefragt. Abwehrspielerin Ivancan zeigte einen ihrer besten EM-Konter: "Ich war zu Hause und habe mich versteckt, damit niemand weiß, wie gut ich bin."

Vor ihrem Triumphzug von Danzig stand für Ivancan gerade einmal ein Länderspiel zu Buche, bei der EM 2005 in Aarhus wurde sie einmal im Team-Wettbewerb eingesetzt. In der Folge sah man Ivancan nicht mehr im Nationaltrikot. Erst vor knapp drei Jahren fasste sie den Entschluss, ihren Wohnsitz nach Düsseldorf zu verlegen, um sich der Trainingsgruppe um Frauen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio anzuschließen.

"Sie ist reifer geworden"

"Sie ist eine intelligente Spielerin, aber manchmal sind es gerade die, die zum Chaos neigen", sagt Bitzigeio rückblickend auf die Zeit, als Ivancan noch nicht so recht wusste, was sie mit ihren Fähigkeiten anstellen möchte. Das habe sich geändert: "Sie ist reifer geworden, weiß, was sie will und hat eine Strategie."

Und die sieht folgendermaßen aus: In der Bundesliga schlägt Ivancan für den ttc eastside Berlin auf, und neben dem Training sucht sie den Ausgleich für den Kopf. An der Hochschule Ansbach studiert die gebürtige Stuttgarterin mit kroatischen Wurzeln Internationales Management. Seit Juni gehört sie offiziell zum deutschen B-Kader, mit ihrem Auftritt in Danzig hat sie sich mit Nachdruck für das mögliche dritte Ticket für Olympia 2012 in London empfohlen.

Ivancan: "Werde nicht mehr meckern"

Der Weg zurück war kein leichter. Im Sommer fuhr sie mit der DTTB-Auswahl in ein Trainingscamp nach China. Dort wurde auch Kondition gebolzt. "Bitzi hat mich jeden Tag bei ungefähr 35 Grad für eine Stunde zum Laufen geschickt", sagt Ivancan. Doch der Erfolg von Danzig, wo sie über neun Tage in drei Wettbewerben an der Platte stand, gab dem Trainer recht. "In Zukunft werde ich nicht mehr meckern, wenn ich aufs Laufband geschickt werde."

Und so mauserte sich die großgewachsene Brünette in Polen mit ihrem attraktiven, modernen Abwehrspiel unter ihrem Motto "Die Abwehr rockt" zum Publikumsliebling - und bewies auch abseits der Platte immer wieder mit ihrer Schlagfertigkeit Entertainer-Qualitäten. Was sie denn nun anders gemacht habe, um EM-Silber zu gewinnen, wurde sie nach dem 3:4 im Finale gegen die derzeit beste Europäerin Li Jiao (Niederlande) gefragt. Ivacan zuckte erst mit den Schultern, um dann entwaffnend zu entgegnen: "Ich habe eine EM gespielt." Punkt für Ivancan.

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