Juliane Schenk steht im Achtelfinale

SID
Dienstag, 09.08.2011 | 18:23 Uhr
Juliane Schenk hat bei der Badminton-WM in London das Achtelfinale erreicht
© Getty
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Vize-Europameisterin Juliane Schenk aus Berlin hat trotz einiger Probleme die dritte Runde der Badminton-Weltmeisterschaften in London erreicht. Währenddessen wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

Die größte deutsche Medaillenhoffnung, die zum Auftakt in der Wembley Arena ein Freilos hatte, setzte sich mit 22:20, 18:21, 21:11 gegen Lindaweni Fanetri (Indonesien) durch.

"Das war eine optimale Auftaktpartie für mich", sagte Schenk und bestätigte ihrer Gegnerin eine hervorragende Vorstellung: "Sie hat mir einiges abverlangt. Dadurch stehe ich jedoch sofort mit 100 Prozent im Turnier."

Im Achtelfinale gegen Chineson Jiang

Im Achtelfinale wartet auf die Weltranglistenneunte ein weiterer Prüfstein aus Asien. Schenk trifft in der Runde der letzten 16 Teilnehmerinnen am Donnerstag auf die an Position vier gesetzte Chinesin Yanjao Jiang.

Im direkten Vergleich steht es dabei zwei zu zwei, das letzte Duell hat Schenk allerdings im Juni bei den Thailand Open in drei Sätzen verloren.

Die 28 Jahre alte Bundeswehrsoldatin hatte mit ihrer sieben Jahre jüngeren Kontrahentin Fanetri mehr Probleme als erwartet und wirkte sichtlich unzufrieden. Im entscheidenden Durchgang profitierte Schenk allerdings von ihrer überlegenen Fitness und konnte sich erstmals klar absetzen.

"Es waren sehr lange Ballwechsel und wir waren beide am Limit. Jetzt freue ich mich einfach nur auf ein weiteres Match in dieser tollen Atmosphäre", sagte Schenk.

Aus für Dieter Domke

Ausgeschieden ist dagegen Dieter Domke (Bischmisheim). Der Weltranglisten-85. unterlag in seinem ersten WM-Match dem Inder Parupalli Kashyap 13:21, 25:23.

"Ich lag bereits im zweiten Satz haushoch zurück, habe mich dann wieder reingekämpft, im entscheidenden Durchgang aber keine Länge in meinen Bällen gehabt", sagte Domke nach seiner Partie.

Damit ist im Herreneinzel nur noch Marc Zwiebler (Bonn) im Wettbewerb. Der an Position 14 gesetzte EM-Dritte trifft am Mittwoch auf den Spanier Pablo Abian.

Schwarzer Tag für Sandra Marinello

Einen schwarzen Tag erwischte Doppel- und Mixedspezialistin Sandra Marinello (Düren). Innerhalb von wenigen Stunden schied die 28-Jährige im Mixed an der Seite von Johannes Schöttler (Bischmisheim) und im Doppel mit Birgit Michels (Bonn) aus. Beide Niederlagen bedeuteten auch Rückschläge im Kampf um die Olympiaqualifikation für London 2012.

Bei der WM in der Wembley Arena, in der im kommenden Jahr auch das Olympische Badmintonturnier stattfinden wird, werden verhältnismäßig viele Weltranglistenpunkte vergeben. Endgültig entscheidet sich die Qualifikation allerdings erst im Mai kommenden Jahres.

Sicherheitsmaßnahmen in London verschärft

Währenddessen hat der englische Badmintonverband im Zuge der Ausschreitungen in London die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Austragungsstätte der Weltmeisterschaften verschärft. "

"Zusätzliche Sicherheitskräfte werden rund um die Wembley Arena eingesetzt", heißt es in einem Schreiben an die Nationalmannschaften, die zum größten Teil im Stadtteil Wembley untergebracht sind.

Außerdem werden ab sofort Transporte für Spieler und Offizielle eingesetzt, obwohl die Teamhotels nur wenige Hundert Meter von der Halle entfernt sind. Der Badminton-Weltverband (BWF) versichert, dass er alle an der WM beteiligten Personen jederzeit über die Situation auf dem Laufenden hält.

Sportdirektor Kranitz: "Noch nicht besorgniserregend"

"Trotzdem ist absolut zu erwarten, dass die Weltmeisterschaften wie geplant weitergehen werden", lassen Veranstalter BWF und Ausrichter Badminton England verlauten: "Der Weltverband wird unterstützt von der Wembley Arena und dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele (LOCOG) und hat Zugang zu neuesten Informationen der Polizei. Momentan gibt es in Wembley kein besonderes Risiko."

Das sieht auch Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) ähnlich: "Noch ist die Situation nicht besorgniserregend. Wir wohnen derart nah an der Halle, dass wir die Busse nicht nehmen, wenn wir darauf warten müssen."

Kranitz ergänzte: "Wir haben schon ganz andere Situationen erlebt. Bei der WM vor zwei Jahren in Indien gab es eine Bombendrohung und wir hatten Polizeischutz mit Maschinenpistolen vor der Halle."

England-Länderspiel abgesagt

Die Krawalle in London hatten am Samstagabend im Stadtteil Tottenham begonnen. Dort hatten Angehörige und Freunde eines 29-Jährigen demonstriert, der vergangene Woche unter bislang noch ungeklärten Umständen erschossen worden war.

Die Ausschreitungen haben sich mittlerweile auf mehrere Bezirke ausgeweitet und ein Todesopfer gefordert.

Die Polizei warnt auch in Wembley davor, im Dunkeln auf die Straßen zu gehen. Das für Mittwoch angesetzte Länderspiel zwischen England und den Niederlanden ist bereits abgesagt.

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