Zeller und Weß planen Comeback

Nach dem Triumph beginnt Olympia-Vorbereitung

Von dapd
Montag, 29.08.2011 | 13:55 Uhr
Die deutsche Mannschaft feierte den Triumph bei der EM ausgiebig
© Getty
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Die Iren sind berüchtigt für ihre Trinkfestigkeit, die sie mit allerlei folkloristischem Liedgut zusätzlich befeuern können. Da mitzuhalten ist nicht so einfach, aber auch das ist den deutschen Hockey-Männern nach dem Gewinn der Europameisterschaft am Sonntag in Mönchengladbach überzeugend gelungen.

Gleich zwei Pils kippte Torwart Max Weinhold "auf ex" und wurde dafür mit Chants der Überraschungs-Fünften von der Grünen Insel gefeiert. Und dann kamen noch die Deutschen mit dem Bier-gefüllten Europacup.

"Wir sind einfach sehr diszipliniert", sagte Mittelfeldspieler Tobias Hauke nach dem 4:2 (2:1)-Erfolg im Endspiel gegen den Erzrivalen Niederlande, "jeder zieht seinen Plan konsequent durch. Wir wollten diesen Titel unbedingt gewinnen."

Als starke Einheit haben sich die 18 Spieler von Bundestrainer Markus Weise in Mönchengladbach präsentiert und damit den insgesamt siebten EM-Titel für den Deutschen Hockey-Bund gewonnen.

Gleichzeitig unterstrichen sie ihre Favoritenstellung für die Olympischen Spiele 2012, für die sie sich bereits mit dem Halbfinaleinzug qualifiziert hatten. "An London haben wir überhaupt nicht gedacht", sagte Kapitän Max Müller jedoch, "es ging wirklich nur um diesen Titel vor eigenem Publikum."

Bundestrainer ist "sehr stolz"

Da darf man sich dann gern mehrfach duschen nach dem Erfolg, den Philipp Zeller (1.), Moritz Fürste (32.), Florian Fuchs (43.) und Oliver Korn (68.) mit ihren Toren sicherten.

Mit Sekt, Bier und irgendwann dann auch mit Wasser, später am Abend. Bundestrainer Markus Weise hielt sich aus den feucht-fröhlichen Feierlichkeiten wie meist weitgehend heraus. Der Hamburger freute sich eher still, aber dafür umso intensiver: "Ich bin sehr stolz, weil wir diesen Titel nach fünf wirklich starken Spielen gewonnen haben."

Im Kopf wird Weise bereits seine Planung für den Weg zur Gold-Verteidigung haben. EM schön und gut, Olympia überstrahlt natürlich alles.

"Entscheidend für die Spieler wird sein, was sie für London investieren wollen", sagte Weise, "wenn sie glauben, sie fahren jetzt als Favorit dahin und spielen so rum, werden wir kein gutes Turnier spielen. Wenn sie sagen, das hier war ein Zwischenschritt und sie hängen sich voll rein, werden wir eine gute Rolle spielen."

Olympiasieger Weß und Zeller wollen mit nach London

Die Europameister sind bereit. Rund zehn Tage haben sie jetzt Ruhe, dann geht mit Start der Klubsaison im Grunde die Olympiavorbereitung los.

"Diese Mannschaft wird so nicht nach London fahren", ist sich Kapitän Müller sicher, "da drängen noch so viele Klassespieler rein." Unter anderem wird der verletzte Stürmerstar Christopher Zeller zurück erwartet, und Müllers Kapitäns-Vorgänger Timo Weß strebt nach fast drei Jahren Ausbildungspause sein Comeback an, bei der Feier war er schon dabei. Deutschland wird nicht schlechter mit den beiden.

"Wenn ich morgens um halb acht im Kraftraum trainiere, dann weiß ich, dass gleichzeitig auch die Jungs in Köln schwitzen", sagt Hauke, "dann hilft das sehr, wir sind eine ungeheuer geschlossene Einheit." Alle vier Wochen werden sie leistungsdiagnostisch durchgecheckt, nichts wird beim DHB dem Zufall überlassen.

Aber vorher noch ein Bier. "Ist das geil", sagte der euphorische DHB-Präsident Stephan Abel am Abend in Mönchengladbach und meinte Feier und Erfolg: "Das gibt es nur beim Hockey."

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