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Fechtunfall entfacht neue Sicherheitsdiskussion

SID
Nach dem Trainingsunfall von Marti Jaime ist die Sicherheitsdiskussion im Fechten neu entbrannt
© Getty

Ein Trainingsunfall des spanischen Olympiazwölften Jaime Marti hat erneute Kritik an den Sicherheitsbestimmungen im Fechten entfacht. Dem Säbelfechter wurde von einem Sparringspartner mit der Klinge die Hand durchbohrt. Der Weltverband FIE gelobt eine Verbesserung der Sicherheit.

Das Lachen ist in das Gesicht von Jaime Marti zurückgekehrt, doch ein dicker Verband an der rechten Hand erinnert unweigerlich an den schweren Unfall. Beim Training für den derzeit stattfindenden Säbel-Weltcup in New York entkam der Fechter nur knapp einer Tragödie. Der Trainingspartner des Olympiazwölften von Peking durchstach mit seiner Waffe Martis Hand.

Der Spanier hatte allerdings Glück im Unglück: Wichtige Nerven und Muskeln wurden bei dem Unfall offenbar nicht verletzt. Doch der blutdurchtränkte Fecht-Handschuh zeugt von der Dringlichkeit, mit dem sich der Weltverband FIE der Sicherheitsdebatte annehmen muss.

Handschuhe bieten keine Sicherheit

"Muss es erst wieder einen Toten geben, bis der Verband die Bestimmungen für die Handschuhe verändert? Dieser Vorfall ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Handschuhe keinen ausreichenden Sicherheitsstandard aufweisen", kritisierte der US-Amerikaner Tim Morehouse.

Der Olympiazweite von Peking mit der Mannschaft machte den Unfall auf seinem Blog öffentlich - und berichtete von weiteren Fällen: "Im vergangenen Jahr hat ein Säbel schon einmal den Handschuh meines Trainingspartners durchstochen. Der kann jetzt einen Finger nicht mehr bewegen."

Der Fecht-Weltverband FIE nimmt den neuerlichen Unfall ernst. Am Wochenende gibt es in Rom ein Treffen des Exekutivkomitees.

Weltverband FIE beschäftigt sich mit dem Thema

"Wir sehen in puncto Sicherheit durchaus Handlungsbedarf. Das Thema wird am Wochenende intensiv diskutiert", sagte eine Verbandssprecherin. Der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) begrüßt das schnelle Zusammenkommen der Verbandsspitze. "Bei den transparenten Masken war die FIE zu zögerlich. Jetzt sind sie sofort hellwach", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar.

"An anderen Stellen des Körpers ist sowas eigentlich nicht möglich, weil der Anzug aus stoßsicherem Gewebe ist. Am Handschuh ist das offenbar anders", sagte er. In Deutschland habe es laut Kaspar vergleichbare Unfälle auch schon gegeben. Doch zumindest hierzulande sei ähnlich Gravierendes aber noch nicht passiert.

Kleidung steht auf dem Prüfstand

Erst 2009 hatte es Diskussionen um die Sicherheit im Fechten gegeben. Bei der Junioren-EM hatte eine Klinge die damals neu eingeführten transparenten Masken durchstoßen und einen Fechter leicht verletzt.

Nach heftigen Protesten hatte der Weltverband FIE erst wenige Monate später das Tragen der Masken in den Disziplinen Degen und Florett verboten. Im Säbel sind sie noch erlaubt, aber nicht mehr vorgeschrieben.

Jetzt scheint die FIE aus ihren damaligen Fehlern gelernt zu haben. Vor zwei Jahren dauerte es lange, bis der Verband die zugunsten besserer Vermarktungsmöglichkeiten im Fernsehen beschlossenen Änderungen wieder rückgängig machte.

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