Samstag, 06.11.2010

Silber im Säbelfechten

Titelverteidiger Limbach verliert WM-Finale

Säbelfechter Nicolas Limbach hat eine erfolgreiche Titelverteidigung bei der WM in Paris verpasst. Im Finale musste er sich dem Koreaner Woo Young Won geschlagen geben.

In Antalya wurde Nicolas Limbach (l.) 2009 Weltmeister im Säbelfechten
© Getty
In Antalya wurde Nicolas Limbach (l.) 2009 Weltmeister im Säbelfechten

Säbel-Weltmeister Nicolas Limbach ist einen Schritt vor dem erfolgreichen Ende seiner "Mission Gold" jäh gestoppt worden.

Zwar holte der Weltranglistenerste bei der Fecht-WM in Paris zum Auftakt der Entscheidungen die erste deutsche Medaille, verpasste allerdings den erneuten Titelgewinn, den er sich zum Ziel gesetzt hatte. 9:15 verlor Limbach das Finale gegen den Koreaner Woo Young Won.

"Zumindest habe ich einen Titel verteidigt."

"Nach den Vorleistungen im Rücken wollte ich schon Gold gewinnen, da muss man auch mal ehrlich sein. Deshalb bin ich schon ein bisschen enttäuscht", sagte Limbach, der durch seinen zweiten Platz immerhin den Sieg im Gesamtweltcup wiederholte: "Zumindest habe ich einen Titel verteidigt."

Nach seinem gewonnenen Viertelfinale, mit der sich der 24-Jährige aus Dormagen die dritte WM-Medaille in Folge sicherte, hatte Limbach noch große Zuversicht ausgestrahlt und eine klare Marschroute ausgegeben. "Das Ziel ist jetzt Gold", sagte Limbach, der sich im monumentalen Grand Palais sichtlich wohl fühlte.

Immer wieder animierte er die 5.000 Zuschauer in der ausverkauften, normalerweise für Modenschauen und Ausstellungen genutzten Kunsthalle zum Mitklatschen: "Hauptsache, es ist laut."

Es reichte nur für Silber

Im gesamten Turnierverlauf zuvor hatte Limbach dann auch eigentlich zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen lassen, über wen an diesem Tag der Weg zum WM-Titel führen würde. Konzentriert und souverän marschierte der EM-Zweite von Leipzig durch das Tableau.

Im Achtel- und Viertelfinale ließ er gerade einmal fünf bzw. sieben Treffer seiner Gegner zu - im Säbelfechten ein Klassenunterschied. Nach dem 15:10-Halbfinalerfolg gegen den Russen Wesniam Reschetnikow reichte es am Ende aber eben nur zu Silber.

Kubissa verpasst Medaille

Trotz einer starken Leistung verpasste dagegen Stefanie Kubissa ihre erste WM-Medaille.

Die Weltranglisten-12. verlor ihr Viertelfinalgefecht gegen die EM-Zweite Sophia Welikaja 9:15. Zuvor hatte sie in einem spannenden Gefecht gegen die italienische EM-Dritte Ilaria Bianco 15:13 gewonnen.

In der ersten Runde musste Kubissa in einem deutschen Duell die EM-Dritte Sibylle Klemm bezwingen.

"Ich bin hin- und hergerissen zwischen Ärger und Zufriedenheit. Immerhin stand ich kurz vor einer Medaille", sagte Kubissa: "Ich wollte mich heute von dem tollen Ambiente inspirieren lassen." Den Titel holte erneut Olympiasiegerin Mariel Zagunis aus den USA.

Hübner verpasst Überraschung

Bei den Herren verpasste Björn Hübner eine Überraschung. Er verlor knapp gegen Olympiasieger Man Zhong (China).

Auch Benedikt Beisheim schied gegen den Ungarn Zsolt Nemcsik aus. Eine Runde später erwischte es Johannes Klebes gegen den Spanier Jaime Marti.

Limbach holt erste deutsche Medaille

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