Doping-Affäre um Dimitrij Ovtcharov

Schlampige Kontrollen in China machen Hoffnung

SID
Donnerstag, 23.09.2010 | 15:33 Uhr
Dimitrij Ovtcharov wurde am 2. September 1988 in Kiew geboren
© Getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
Mallorca Open Women Single
DoLive
WTA Mallorca: Tag 4
AEGON Classic Women Single
DoLive
WTA Birmingham: Tag 4
NBA
Fr01:00
NBA Draft 2017
National Rugby League
Fr11:50
Tigers -
Titans
AEGON Classic Women Single
Fr12:30
WTA Birmingham: Viertelfinals
Mallorca Open Women Single
Fr12:30
WTA Mallorca: Viertelfinals
National Rugby League
Sa11:30
Roosters -
Storm
AEGON Classic Women Single
Sa12:30
WTA Birmingham: Halbfinals
Mallorca Open Women Single
Sa15:00
WTA Mallorca: Halbfinals
Rugby Union Internationals
Sa21:15
Argentinien -
Georgien
AEGON International Women Single
So12:00
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
So14:30
WTA Birmingham: Finale
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Finale
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA

Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov und sein Anwalt Manfred Lehner wollen den Verdacht gegen den Mannschafts-Olympiazweiten auf Doping mit Clenbuterol entkräften. Eine wichtige Stützeder Verteidigungsstrategie sind dabei voraussichtlich Berichte überwiederkehrende Lebensmittelvergiftungen in China durch das Kälbermastmittel.

In der Doping-Affäre um den deutschen Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov darf sich der 22-Jährige Hoffnungen auf eine Entlastung machen.

Mehrere Medienberichte über Lebensmittelvergiftungen in China durch das Kälbermastmittel Clenbuterol in Fleischspeisen und die Meinung verschiedener Doping-Experten stützen die Vermutungen des Mannschafts-Olympiazweiten, dass die verbotene Substanz durch kontaminiertes Fleisch während der China Open in seinen Körper gelangt sein könnte.

"Wochen nach der positiven Probe einen eindeutigen Beweis zu liefern, wie es zu dem Befund kam, ist nicht möglich. In Doping-Fragen geht es beim Nachweis der Unschuld darum auch zumeist darum, das positive Analyse-Ergebnis plausibel erklären zu können. Das werden wir tun", erklärte Ovtcharovs Rechtsanwalt Michael Lehner einen Tag nach Bekanntgabe der positiven A-Probe seines Mandanten auf "sid"-Anfrage.

Ovtcharovs Rechtsanwalt zuversichtlich

Als eindeutigen Hinweis auf die unschuldige Verstrickung des Top-15-Spielers in die Doping-Thematik wertet Lehner dabei besonders Angaben chinesischer Zeitungen aus der jüngeren Vergangenheit über Clenbuterol in Lebensmitteln. Demnach waren zuletzt in China über 70 Menschen nach dem Genuss von mit dem Kälbermastmittel verseuchten Schweinefleisch erkrankt.

2006 war in dem asiatischen Riesenreich Clenbuterol in Schweinefleisch infolge schlampiger Lebensmittelkontrollen ebenfalls Auslöser von gleich 336 Krankheitsfällen. Lehner: "Unter den bislang bekannten Umständen wird kein Gericht der Welt sagen können, dass Dimitrij Ovtcharov gedopt hat."

Unabsicht ist "technisch gesehen möglich"

Rückendeckung erhält Ovtcharovs Lager auch vom Doping-Experten Prof. Wilhelm Schänzer. Dem "ZDF" sagte der Leiter des Instituts für Biochemie in Köln, dass es Hinweise auf den illegalen Einsatz von Clenbuterol bei der Masttierhaltung in China gebe und man prinzipiell nicht ausschließen könne, dass Clenbuterol über die Nahrung aufgenommen würde.

Ähbnlich schätzt Mario Thevis vom Zentrum für Präventive Dopingforschung (Köln) die Situation ein. "Technisch gesehen ist es möglich, dass Spuren von Clenbuterol über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Organismus gelangen und zu einer positiven Dopingprobe führen", sagte Thevis der Zeitung "Die Welt".

Die wiederkehrenden Clenbuterol-Vergiftungen in China und die Einschätzung der Fachleute sollen offenbar als Teile einer möglichst lückenlosen Indizienkette die Unschuldsvermutung zugunsten des gebürtigen Ukrainers stärken. Einen weiteren Baustein in Lehners Strategie bildet voraussichtlich eine Haarprobe des Team-Vizeweltmeisters: Die Analyse soll den Ausnahme-Charakter des positiven Clenbuterol-Wertes bei Ovtcharov innerhalb eines langfristigen Zeitraumes nachweisen.

Keine Wettkampfkontrollen bei den China Open

Einen grundsätzlichen Stellenwert von Athleten-Angaben auch bei vermeintlich klaren Sachlagen wie im Falle von identischen A- und B-Proben bestätigte Sprecher Berthold Mertes von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA). "Es gibt das Anhörungsverfahren, damit Begleitumstände in Betracht gezogen werden können", sagte Mertes dem "sid".

Eine Schwächung von Ovtcharovs Ausführungen durch Dopingproben anderer Spieler erscheint nach derzeitigem Stand nicht möglich: Bei den China Open, nach denen der frühere EM-Dritte seine Dopingprobe nach eigenen Angaben mit einem reinen Gewissen abgegeben hatte, wurden keine Wettkampfkontrollen durchgeführt.

Ovtcharov kann somit zumindest auch nicht indirekt durch negative Testergebnisse von Konkurrenten vom gleichen Zeitpunkt und mit gleichem Aufenthaltsort belastet werden.

Doping-Affäre um Ovtcharov: Team-Gold bei EM nicht in Gefahr

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung