Doping-Affäre um Dimitrij Ovtcharov

Schlampige Kontrollen in China machen Hoffnung

SID
Donnerstag, 23.09.2010 | 15:33 Uhr
Dimitrij Ovtcharov wurde am 2. September 1988 in Kiew geboren
© Getty
Advertisement
NBA
Live
Thunder @ Spurs
Rugby Union Internationals
Wales -
Georgien
Rugby Union Internationals
England -
Australien
Rugby Union Internationals
Schottland -
Neuseeland
Rugby Union Internationals
Irland -
Fidschi
Ran Fighting
ran Fighting Gala
SINGHA Beer Grand Slam of Darts
Grand Slam Of Darts: Viertelfinale
King Of Kings
King of Kings 51
NBA
Warriors @ 76ers
ACB
Andorra -
Malaga
SINGHA Beer Grand Slam of Darts
Grand Slam Of Darts: Halbfinale
BSL
Tofas -
Anadolu Efes
Premiership
Exeter -
Harlequins
ACB
Barcelona -
Valencia
SINGHA Beer Grand Slam of Darts
Grand Slam Of Darts: Finale
NBA
Wizards @ Raptors
NHL
Islanders @ Hurricanes
NHL
Blue Jackets @ Sabres
NBA
Wizards @ Bucks
NBA
Bulls @ Lakers
NBA
Warriors @ Thunder
Players Championship
Players Championship: Tag 1 -
Session 1
Davis Cup Men National_team
Frankreich -
Belgien: Tag 1
NHL
Penguins @ Bruins
Players Championship
Players Championship: Tag 1 -
Session 2
Pro14
Leinster -
Newport
Premiership
Newcastle -
Gloucester
NHL
Islanders @ Flyers
NHL
Senators @ Blue Jackets
NBA
Bulls @ Warriors
Players Championship
Players Championship: Tag 2 -
Session 1
Davis Cup Men National_team
Frankreich -
Belgien: Tag 2
Rugby Union Internationals
Schottland -
Australien
Rugby Union Internationals
England -
Samoa
Rugby Union Internationals
Wales -
Neuseeland
Rugby Union Internationals
Irland -
Argentinien
Players Championship
Players Championship: Tag 2 -
Session 2
NBA
Pelicans @ Warriors
World Championship Boxing
Sergey Kovalev -
Vyacheslav Shabranskyy
Davis Cup Men National_team
Frankreich -
Belgien: Tag 3
Players Championship
Players Championship: Tag 3 -
Session 1
Premiership
Saracens -
Exeter
NHL
Canucks @ Rangers
Players Championship
Players Championship: Tag 3 -
Session 2
NBA
Suns @ Timberwolves
NHL
Oilers @ Bruins
NBA
Cavaliers @ 76ers
NHL
Flyers @ Penguins
BSL
Fenerbahce -
Büyükcekmece
NBA
Wizards @ Timberwolves
NBA
Grizzlies @ Spurs
NBA
76ers @ Celtics
NHL
Maple Leafs @ Oilers
Premiership
Northampton -
Newcastle

Der deutsche Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov und sein Anwalt Manfred Lehner wollen den Verdacht gegen den Mannschafts-Olympiazweiten auf Doping mit Clenbuterol entkräften. Eine wichtige Stützeder Verteidigungsstrategie sind dabei voraussichtlich Berichte überwiederkehrende Lebensmittelvergiftungen in China durch das Kälbermastmittel.

In der Doping-Affäre um den deutschen Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov darf sich der 22-Jährige Hoffnungen auf eine Entlastung machen.

Mehrere Medienberichte über Lebensmittelvergiftungen in China durch das Kälbermastmittel Clenbuterol in Fleischspeisen und die Meinung verschiedener Doping-Experten stützen die Vermutungen des Mannschafts-Olympiazweiten, dass die verbotene Substanz durch kontaminiertes Fleisch während der China Open in seinen Körper gelangt sein könnte.

"Wochen nach der positiven Probe einen eindeutigen Beweis zu liefern, wie es zu dem Befund kam, ist nicht möglich. In Doping-Fragen geht es beim Nachweis der Unschuld darum auch zumeist darum, das positive Analyse-Ergebnis plausibel erklären zu können. Das werden wir tun", erklärte Ovtcharovs Rechtsanwalt Michael Lehner einen Tag nach Bekanntgabe der positiven A-Probe seines Mandanten auf "sid"-Anfrage.

Ovtcharovs Rechtsanwalt zuversichtlich

Als eindeutigen Hinweis auf die unschuldige Verstrickung des Top-15-Spielers in die Doping-Thematik wertet Lehner dabei besonders Angaben chinesischer Zeitungen aus der jüngeren Vergangenheit über Clenbuterol in Lebensmitteln. Demnach waren zuletzt in China über 70 Menschen nach dem Genuss von mit dem Kälbermastmittel verseuchten Schweinefleisch erkrankt.

2006 war in dem asiatischen Riesenreich Clenbuterol in Schweinefleisch infolge schlampiger Lebensmittelkontrollen ebenfalls Auslöser von gleich 336 Krankheitsfällen. Lehner: "Unter den bislang bekannten Umständen wird kein Gericht der Welt sagen können, dass Dimitrij Ovtcharov gedopt hat."

Unabsicht ist "technisch gesehen möglich"

Rückendeckung erhält Ovtcharovs Lager auch vom Doping-Experten Prof. Wilhelm Schänzer. Dem "ZDF" sagte der Leiter des Instituts für Biochemie in Köln, dass es Hinweise auf den illegalen Einsatz von Clenbuterol bei der Masttierhaltung in China gebe und man prinzipiell nicht ausschließen könne, dass Clenbuterol über die Nahrung aufgenommen würde.

Ähbnlich schätzt Mario Thevis vom Zentrum für Präventive Dopingforschung (Köln) die Situation ein. "Technisch gesehen ist es möglich, dass Spuren von Clenbuterol über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Organismus gelangen und zu einer positiven Dopingprobe führen", sagte Thevis der Zeitung "Die Welt".

Die wiederkehrenden Clenbuterol-Vergiftungen in China und die Einschätzung der Fachleute sollen offenbar als Teile einer möglichst lückenlosen Indizienkette die Unschuldsvermutung zugunsten des gebürtigen Ukrainers stärken. Einen weiteren Baustein in Lehners Strategie bildet voraussichtlich eine Haarprobe des Team-Vizeweltmeisters: Die Analyse soll den Ausnahme-Charakter des positiven Clenbuterol-Wertes bei Ovtcharov innerhalb eines langfristigen Zeitraumes nachweisen.

Keine Wettkampfkontrollen bei den China Open

Einen grundsätzlichen Stellenwert von Athleten-Angaben auch bei vermeintlich klaren Sachlagen wie im Falle von identischen A- und B-Proben bestätigte Sprecher Berthold Mertes von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA). "Es gibt das Anhörungsverfahren, damit Begleitumstände in Betracht gezogen werden können", sagte Mertes dem "sid".

Eine Schwächung von Ovtcharovs Ausführungen durch Dopingproben anderer Spieler erscheint nach derzeitigem Stand nicht möglich: Bei den China Open, nach denen der frühere EM-Dritte seine Dopingprobe nach eigenen Angaben mit einem reinen Gewissen abgegeben hatte, wurden keine Wettkampfkontrollen durchgeführt.

Ovtcharov kann somit zumindest auch nicht indirekt durch negative Testergebnisse von Konkurrenten vom gleichen Zeitpunkt und mit gleichem Aufenthaltsort belastet werden.

Doping-Affäre um Ovtcharov: Team-Gold bei EM nicht in Gefahr

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung