Montag, 02.08.2010

Voting: Pechvögel im Monat Juli

Provokanter als die Polizei erlaubt

Aufholjagd bei der Tour de France mit einem Jugendfahrrad? Eine Hindernisläuferin, die sich vor Hindernissen fürchtet? Verletzungen beim Jubeln oder Kofferpacken? Manchem bleibt der Zugang zur Sonnenseite des Lebens einfach verwehrt. Wählt jetzt den Pechvogel des Monats Juli.

Chris Coghlan steht seit 2009 für die Florida Marlins auf dem Feld
© Getty
Chris Coghlan steht seit 2009 für die Florida Marlins auf dem Feld

Erst hat man kein Glück - und dann kommt auch noch Pech dazu. Wie jeden Monat stellen wir Euch unsere Pechvögel des Monats in einem Voting vor.

Diesmal: Ein Fan mit dem falschen Trikot zur falschen Zeit am falschen Ort, ein Weltklasse-Torwart, der beim Kofferpacken daneben greift, und ein Speerwerfer, der einfach alles kaputt kriegt.

VotingWer ist Euer Pechvogel? Stimmt im Voting auf der rechten Seite ab!

Also: Wer hatte Eurer Meinung nach das größte Pech oder hat sich am dümmsten angestellt? Die Wahl läuft bis einschließlich kommenden Montag. Danach gibt es die Auswertung mit dem Vergleich zum Voting der SPOX-Redaktion.

Kandidat 1: Jens Voigt

Jens Voigt
© Getty

Man kennt den Spruch aus Motivations-Ratgebern oder Poesie-Alben, Rad-Profi Jens Voigt lebt ihn vor: Hinfallen ist nicht schlimm, liegen bleiben schon. Auf der 16. Etappe der Tour de France platzte ihm auf der Abfahrt vom Peyresourde der Reifen des Vorderrades.

"Ich hatte gerade noch Zeit zu denken 'Okay, das tut jetzt weh', dann lag ich auch schon da", erzählt Voigt. Aber er blieb nicht lange liegen - trotz Hautabschürfungen und Prellungen. In den Besenwagen wollte er nicht, sein Begleitfahrzeug war weit weg. Also schnappte sich Voigt kurzerhand das Rad eines Jugendfahrers ("Das war quietschgelb und viel zu klein") und machte sich damit auf die Jagd nach dem Hauptfeld. Vorbildlich!

Fazit der Tour der France 2010

Kandidat 2: Matt Bellamy

Cleveland Indians, MLB
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Es gibt viele Arten, wie Adrenalin-Junkies ihren Kick bekommen können. Der Besuch eines Baseball-Spiels der miserablen Cleveland Indians gehört eigentlich nicht dazu. Es sei denn, man macht es wie Matt Bellamy. Der erschien zum Spiel gegen die New York Yankees mit einem Miami-Heat-Trikot von LeBron James.

Eine schlechte Idee. Denn in Cleveland ist man nicht mehr so richtig gut auf LeBron zu sprechen, seit der die Cavaliers in Richtung Miami verließ. Das bekam Matt schnell zu spüren: Hunderte Anhänger schmetterten Schmährufe in Richtung des Mannes und bewarfen ihn mit Bierbechern und Müll. Schließlich wurde er von Sicherheitskräften aus dem Stadion begleitet.

Hier geht's zum Video

Kandidat 3: Augustin Felix

Speerwurf
© Imago

Mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen ist das immer so eine Sache. Wenn etwas lange nicht passierte, heißt das eigentlich nur, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es bald mal passieren wird, steigt. Klingt zu theoretisch? Augustin Felix hilft uns, das Ganze anschaulicher zu machen.

Der spanische Zehnkämpfer nämlich schickte seinen Speer bei der Leichtathletik-EM in Barcelona auf die Reise, um kurz darauf ziemlich ungläubig aus der Wäsche zu schauen. Denn das Wurfgerät zerbrach noch in der Luft in zwei Teile und trudelte derart ramponiert zu Boden. So etwas sei, so Experten, in der Geschichte der Disziplin zuvor noch niemals vorgekommen. Mathematiker dürfen sich daran jetzt gerne austoben.

Kandidat 4: Chris Coghlan

Chris Coghlan, Seattle Mariners, Baseball
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Eigentlich könnten wir eine regelmäßige Rubrik hier einrichten: Freak-Unfälle im Baseball. Auch im Juli hat sich wieder ein Baseballer ins Krankenhaus gejubelt. Leftfielder Chris Coghlan von den Florida Marlins riss sich den Meniskus im linken Knie, als er Teamkollege Wes Helms eine Torte ins Gesicht drückte.

Helms hatte zuvor für den entscheidenden Punkt im Spiel gegen die Atlanta Braves gesorgt. Coghlan muss nun eventuell unters Messer. Marlins-Trainer Edwin Rodriguez reagierte mit aller Härte: Mit solch extravaganten Jubel-Arien sei ab sofort Schluss, bestimmte er.

Kandidat 5: Alexander Tchigir

Alexander Tchigir, Wasserball
© Getty

Bleiben wir doch mal beim Thema Freak-Unfälle. Wasserball-Nationaltorwart Alexander Tchigir verpasst nämlich ebenfalls aus einem kuriosen Grund die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Zagreb, die in einem Monat beginnt.

Bundestrainer Hagen Stamm verriet: Tchigir reiste nicht mit ins Trainingslager nach Budapest, weil er sich beim Kofferpacken an einem Pokal die Handfläche aufschnitt. Die Trophäe bekam der 41-Jährige Keeper von Spandau 04, weil er beim Acht-Nationen-Turnier in Italien als bester Torhüter ausgezeichnet worden war.

Kandidat 6: Layes Abdullayeva

Layes Abdullayeva
© Getty

Die Frau aus Aserbaidschan (im Foto ganz links) hätte bei der Leichtathletik-EM beim Hindernislauf über 3000 Meter eigentlich locker eine Medaille holen müssen - wenn sie denn keine Angst vor Hindernissen hätte. In Barcelona war Abdullayeva zunächst in der Spitzengruppe. Doch weil sie mehr über die Hürden kletterte als dass sie sprang, verlor sie immer wieder an Boden.

Ganz schlimm war es am Wassergraben. Da hüpfte Abdullayeva jeweils mitten rein, stakste dann durchs Wasser und fiel dadurch natürlich noch weiter zurück. Das Erstaunlichste: Trotz ihres unorthodoxen Stils wurde sie am Ende Sechste. Was sie wohl erst in Disziplinen ohne Stolperfallen reißen könnte?

Auflösung: Das ist der Pechvogel des Monats Juni

SPOX

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