Voting: Pechvogel im Monat Mai

Beinbruch beim Freudentaumel

Von SPOX
Mittwoch, 02.06.2010 | 14:11 Uhr
Kendry Morales liegt nach dem Jubel über seinen Grand Slam mit gebrochenem Bein danieder
© Getty
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Ein Beinbruch beim Siegesjubel? Sieben Zähne weniger? Eine Blamage in einem vollbesetzten Stadion? Nicht immer gibt es in der Sportwelt ein Happy-End. Im Gegenteil: An manchen Menschen klebt das Pech. Wählt jetzt den Pechvogel des Monats Mai.

Im Sport werden Helden geboren - aber eben auch Pechvögel kreiert. Wie jeden Monat stellen wir Euch unsere Pechvögel in einem Voting vor.

Diesmal: Ein NHL-Spieler mit sieben Zähnen weniger, ein nichtsahnender Snackverkäufer, der zur Zielscheibe wird, und ein Jubel mit Folgen.

VotingWer ist Euer Pechvogel? Stimmt im Voting auf der rechten Seite ab!

Also: Wer hatte Eurer Meinung nach das größte Pech oder hat sich am dümmsten angestellt? Die Wahl läuft bis einschließlich kommenden Sonntag. Danach gibt es die Auswertung mit dem Vergleich zum Voting der SPOX-Redaktion.

Kandidat 1: Miroslav Satan

Die Saison von Miroslav Satan hatte schlecht angefangen. Der Slowake stand lange ohne Team da - er war nach einer glanzvollen Karriere raus aus der NHL. Doch dann schien sich das Blatt zum Guten zu wenden. Der 35-Jährige wurde von den Boston Bruins verpflichtet und hatte mit seinen überragenden Leistungen einen großen Anteil daran, dass Boston auf dem Weg zum Stanley Cup war.

3-0 führten die Bruins in der Serie gegen Philadelphia, 3:0 führten sie in Spiel 7, aber am Ende stand das Aus. Wohl die bitterste Enttäuschung in Satans Karriere. Statt in den Urlaub zu gehen, flog Satan nach Deutschland zur WM, um wenigstens dort mit seinem Heimatland Erfolg zu haben. Vielleicht eine Medaille zu holen. Aber es kam anders.

Satan machte zwei Spiele, kassierte mit der Slowakei sowohl von Finnland als auch von Deutschland eine Niederlage und war wieder raus. Super, hat sich ja voll gelohnt, da nach Deutschland zu jetten. Mit wie viel Frust kann man eigentlich in die Sommerferien starten? Am besten mal bei Satan nachfragen. Wenn man wieder mit ihm sprechen kann...

Kandidat 2: Martin Tomczyk

Zwei DTM-Rennen, zweimal hat Martin Tomczyk ganz tief in die Pech-Trickkiste gegriffen. Beim ersten Rennen in Hockenheim lag er souverän in Führung, bevor ein Reifen an seinem Audi platzte. Okay, kann passieren. Aber es kommt noch besser.

Im zweiten Rennen in Valencia kämpfte sich Tomczyk vom neunten Startplatz aus bis auf die zweite Position nach vorne. Party im Ziel, endlich ist der Bann für diese Saison gebrochen, der verschenkte Sieg aus Hockenheim wieder gutgemacht.

Denkste: Das Team hatte einen Reifensatz, der im Qualifying nicht verwendet wurde, in einer Liste falsch beschriftet. Folge: Weil irgendein Held eine falsche Barcode-Nummer eingetragen hatte, verwendete Tomczyk im Rennen einen Reifen, den er laut Reglement nicht hätte verwenden dürfen, weil seine Nummer ja irrtümlich in der besagten Liste stand.

Folge: Disqualifikation, zweiter Platz futsch. Martin Tomczyk, in dieser Saison als Fahrer bisher alles richtig gemacht. Belohnung: Null Punkte anstatt Sieg und Platz zwei. Danke noch mal ans Team...

Kandidat 3: Kendry Morales

Im zehnten Inning gelingt Baseball-Spieler Kendry Morales ein Grand Slam für Los Angeles, und die Angels gewinnen 5:1 gegen die Seattle Mariners. So weit, so gut. Doch dann rennt Morales auf sein jubelndes Team zu, springt ab - und keiner fängt ihn auf.

Stattdessen bricht er sich bei der Landung den Knöchel. Richtig gelesen: Er verletzt sich beim Jubeln, ein echter Pechvogel eben. Noch auf dem Platz wird er erstbehandelt und 20 Minuten später abtransportiert - ins Krankenhaus. Trotz allem lässt er es sich nicht nehmen, den Fans noch zuzuwinken.

Für seine Teamkollegen war der Unfall ein Schock, trotzdem haben sie ihren Humor nicht verloren: "Offensichtlich müssen wir unsere Art, so einen Grand Slam zu feiern, in Zukunft ändern", gibt Morales' Teamkollege Jered Weaver zu. Das halten wir für eine gute Idee.

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Kandidat 4: Karen Peterson

Die Meinung, dass Frauen nicht werfen können, ist weit verbreitet. Dieses Vorurteil aus der Welt zu räumen, wird umso schwieriger, je mehr Lehrerinnen ein Baseball-Feld betreten dürfen.

Denn Karen Peterson produzierte etwas, das als "Worst ceremonial first pitch" in die Geschichte des Baseballs eingehen könnte. Dabei war sie bestens auf ihren Einsatz auf dem Baseball-Feld der San Francisco Giants vorbereitet: Die bereits pensionierte Lehrerin einer Schule nahe Woodside hatte sich extra noch ein Tim-Lincecum-Trikot übergestreift.

Doch die Fähigkeiten des Starting Pitchers schienen sich nicht auf sie übertragen zu haben. Nervös bezog sie auf dem Feld Stellung, um den ersten Pitch zu werfen - doch ein Wurf wurde es nur im weitesten Sinne: Der Ball flog nach links und aus dem Feld.

Peterson schlug die Hände über dem Kopf zusammen - wie der Großteil des Publikums. Mitleid hatte hingegen der Baseball-Spieler, der lossprintete, den Ball holte und Peterson tröstend in den Arm nahm. Gut, dass Peterson schon pensioniert ist. Da hätte sie sich sonst von den Schülern nach dem Wochenende eine Menge anhören können.

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Kandidat 5: Verkäufer beim Baseball

Ganz anders als Karen Peterson, deren Wurf nun wirklich keine Gefahr darstellte, ist Ryan Zimmerman da doch um eine ganze Spur gefährlicher.

Der Baseman holte beim Spiel der Washington Nationals engagiert aus und schlug den Ball mit voller Wucht weg - leider in die Zuschauerränge.

Dort stand ein nichtsahnender Snackverkäufer mit einer großen gelben Umhängetasche, aus der er einem Fan gerade einen frischen Krapfen holen wollte. Wenig dankbar duckte sich der Zuschauer im letzten Moment weg - und der Ball traf den Verkäufer mitten ins Gesicht.

Während dieser sich verstört das Gesicht hielt, ließ sich Ryan Zimmerman durch den Zwischenfall in keiner Weise stören und fuhr mit seinem Spiel fort.

Kandidat 6: Duncan Keith

Sprechen kann Duncan Keith derzeit nicht ganz so deutlich. Ihm fehlen nämlich sieben Zähne. Beim Stanley-Cup-Halbfinale der Chicago Blackhawks gegen die San Jose Sharks bekam er von Sharks-Center Patrick Marleau einen Puck mitten ins Gesicht.

"Ich habe einen großen Klumpen Zähne in meinem Mund gespürt, kurz nachdem mich der Puck getroffen hatte. Einige fielen heraus, einer rutschte mir sogar in den Hals. Ich musste ihn wieder hoch husten", beschrieb der Kanadier die Szene bei "ESPN".

Aber Keith ist hart im Nehmen, ließ sich sechs Minuten behandeln und kehrte sofort wieder aufs Eis zurück. Und das mit Vollgas: Er leistete den Assist für Dave Bollands Tor zum 2:2-Ausgleich. Und der Einsatz lohnte sich: Sein Team gewann 4:2.

Nach dem Spiel ließ sich Keith sieben Betäubungsspritzen geben und hofft nun auf gleichwertigen Zahn-Ersatz: "Zwei Zähne davon waren ohnehin nicht echt. Hoffentlich bekomme ich einen schönen Satz neue."

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Auflösung: Pechvogel des Monats April

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