Sonntag, 02.05.2010

Snooker

Skandal im Snooker: John Higgins gesperrt

Der Gentleman-Sport Snooker wird von einem Skandal erschüttert: Der Weltverband WPBSA hat den dreimaligen Weltmeister John Higgins wegen des Verdachts der Spielmanipulation am Sonntag mit sofortiger Wirkung von allen professionellen Turnieren ausgeschlossen. Das gab der Verband wenige Stunden vor dem Beginn des WM-Finales in Sheffield zwischen Neil Robertson (Australien) und Graeme Dott (Schottland) bekannt. Higgins streitet jegliche Vorwürfe vehement ab.

John Higgins steht unter dem Verdacht der Spielmanipulation
© Getty
John Higgins steht unter dem Verdacht der Spielmanipulation

Dem Schotten, der im Crucible Theatre im Achtelfinale an der englischen Snooker-Legende Steve Davis gescheitert war, wird zur Last gelegt, eine Verabredung zur Spielmanipulation getroffen zu haben.

Ein Video, das die englische Tageszeitung News of the World veröffentlichte, soll Higgins und seinen Manager Pat Mooney dabei zeigen, wie sie zustimmen, dass der Spieler für umgerechnet 300.000 Euro mehrere Frames verlieren werde. Die Manipulation sollte wohl im Laufe dieser Saison erfolgen.

"Obwohl wir nicht sagen, dass er schuldig ist, sind es Anschuldigungen, auf die er antworten muss", sagte der Vorsitzende der WPBSA, Barry Hearn. Die Sperre gegen Higgins gelte, solange die Untersuchungen andauern. Mooney habe sich aus der Führung der WPBSA bereits zurückgezogen.

Higgins droht "extreme Strafe"

Der Weltverband ließ keinen Zweifel daran, dass Higgins eine "extreme Strafe" droht: "Die Glaubwürdigkeit unseres Sports muss um jeden Preis verteidigt werden. Wenn es Zweifel gibt, müssen wir handeln."

Higgins versicherte am Sonntag, er habe in seiner 18-jährigen Profikarriere "niemals einen Stoß absichtlich verzogen oder eine Kugel vorsätzlich nicht eingelocht. Ich war nie in Spielmanipulation verwickelt. Mein Gewissen ist zu einhundert Prozent rein."

Das Video sei in der Ukraine aufgenommen worden, er habe befürchtet, an einem Tisch mit der Russen-Mafia zu sitzen. "Als das Gespräch auf Manipulation kam, wollte ich nur noch da raus, nur noch weg, nur noch in den Flieger und dieses Land verlassen. Es schien mir das Sicherste, einfach mitzuspielen", sagte Higgins.

Der Wizard of Wishaw ist einer der beliebtesten Spieler der Snooker-Tour. Er wurde 1998, 2007 und 2009 Weltmeister, 2001 verlor er das Finale gegen Superstar Ronnie O'Sullivan.

Insgesamt hat der 34-Jährige 21 Weltranglisten-Turniere gewonnen und bereits fünf perfekte 147er-Breaks gespielt.

Snooker-WM, Halbfinale: Ein Australier auf der Insel

Saison 2009/10 - Ten Players to watch
John Higgins sicherte sich in der vergangenen Saison den dritten WM-Titel seiner Karriere. Im Finale besiegte er Shaun Murphy mit 18:9
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Mit einem 10:8 Sieg gegen Mark Selby sicherte sich Ronnie O' Sullivan im Januar 2009 den Titel beim Masters
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Der Tag der Katastrophe: Am 21. 20007 verliert Ding Junhui (l.) das Masters-Finale gegen Ronnie O'Sullivan. Der muss Ding schon zum Midsession Interval in die Kabine begleiten
© Getty
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Graeme Dott am Rand der Verzweiflung. Snooker ist ein psychisch herausforderndes Spiel, das oft von Kleinigkeiten entschieden wird
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Jamie Cope trennte bei der WM in der letzten Saison ein Frame vom Sieg gegen den späteren Champion John Higgins
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Völlig Snooker-untypisch kann Mark Allen seinen Emotionen nach einem gewonnen Frame auch Mal freien Lauf lassen
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So schaut Mark "The Shark" Selby oft auf den Tisch. In seinem Kopf spielt er dann alle möglichen Szenarien für seinen kommenden Stoß durch
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Matthew Stevens feierte seinen einzigen Sieg auf der Main Tour der Snooker-Profis bei den UK Championships 2003
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Stephen Hendry konzentriert sich vor einem Werbebanner. Danach folgt der Einlauf in das legendäre Crucible Theater in Sheffield. Dort wird seit 1977 die WM ausgetragen
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Bei der WM 2009 war für Stephen Maguire im Viertelfinale gegen Neil Robertson Schluss. Der Schotte verlor mit 8:13
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