Sonntag, 25.04.2010

Turn-EM

Matthias Fahrig holt Gold und Silber

Kunstturner Matthias Fahrig hat bei der EM in Birmingham die Goldmedaille am Boden geholt. Im vergangenen Jahr konnte Fabian Hambüchen den Wettkampf für sich entscheiden.

Matthias Fahrig turnt seit 1993 auf der Sportschule in Halle
© sid
Matthias Fahrig turnt seit 1993 auf der Sportschule in Halle

Kunstturner Matthias Fahrig hat bei der EM in Birmingham nach der Goldmedaille am Boden noch Silber beim Sprung geholt. Fabian Hambüchen sicherte sich zum Abschluss Bronze am Reck.

Vom einstigen Sorgenkind zum neuen EM-Star: Präsent wie sonst nur Fabian Hambüchen hat sich Überflieger Matthias Fahrig zum Abschluss der Kunstturn-Europameisterschaften in Birmingham zum neuen Turnkönig gekrönt.

24 Stunden nach dem Triumph mit der deutschen Riege ließ der sprunggewaltige Hallenser einen weiteren Titel am Boden sowie EM-Silber beim Sprung folgen und stellte Deutschlands Ausnahmeturner erstmals in den Schatten.

Immerhin: Zum Abschluss der europäischen Titelkämpfe durfte sich Hambüchen zumindest über eine Bronzemedaille am Reck freuen, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Philipp Boy aus Cottbus, der auf die gleiche Punktzahl kam.

Hambüchen fehlte in der Schwierigkeit das entscheidende Zehntel, um Titelverteidiger Vlasios Maras aus Griechenland hinter sich lassen zu können.

"Sportlich läuft es Bombe"

"Sportlich läuft es hier einfach Bombe und die Stimmung in der Mannschaft war extrem klasse', sagte 24-Jährige Fahrig, der beim Boden-Finale fast eine Klasse für sich war.

Mit dem höchsten Ausgangswert von 6,7 Punkten ließ er der Konkurrenz in der National Indoor Arena keine Chance, Teamkollege Marcel Nguyen (Unterhaching) eingeschlossen, der aber immerhin die Bronzemedaille an diesem Gerät eroberte.

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Akinori Iwamura von den Pittsburgh Pirates im Aufwärmbereich. Er konnte dem Spiel keine entscheidende Wende geben. Sein Team unterlag den Houston Astros mit 2:5
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Nur 18 Monate, nachdem er aus disziplinarischen Gründen nicht für Olympia in Peking berücksichtigt worden war, genoss der Halb-Kubaner seine erste internationale Einzel-Goldmedaille in vollen Zügen: "Ich freue mich einfach wahnsinnig. In den letzten Jahren bin ich immer besser geworden und habe eine gewisse Konstanz bewiesen, auch persönlich."

Dies zeigte sich auch beim Sprung. Mit dem sogenannten Dragulescu (Ausgangswert: 7,0 Punkte) zeigte Fahrig den schwierigsten Sprung aller Finalisten und wurde für sein Risiko immerhin mit Silber belohnt. Sichtlich bewegt vom größten Erfolg seiner sportlichen Karriere bedankte sich Fahrig anschließend nur sehr zögerlich beim Publikum und freute sich mehr nach innen.

Teamkollegen begeistert

Die Teamkollegen zitterten in der Einturnhalle um Fahrig, lugten immer wieder hinter dem Vorhang hervor und waren begeistert. Hambüchen: "Das war einfach geil, schon nach der ersten Sprungbahn waren wir sicher, dass Matze es schafft.

Und der Titel ist im Lande geblieben, das ist wichtig." Bei den letztjährigen europäischen Titelkämpfen in Mailand hatte der 22-Jährige selbst den Sieg am Boden davongetragen.

In der Entscheidung an den Ringen hatten die beiden deutschen Vertreter erwartungsgemäß nichts zu bestellen. Nach zwei Unsicherheiten reichte es für Hambüchen nur zum achten Platz, immerhin Sechster wurde Nguyen.

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