Dienstag, 20.04.2010

Olympia

Ex-IOC-Präsident Samaranch im Krankenhaus

Der frühere IOC-Präsident Antonio Samaranch (89) ist mit einer akuten Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus eingeliefert worden. "Die Prognosen sind schlecht", so ein Sprecher.

Juan Antonio Samaranch (l.) ringt offenbar mit dem Tod
© Getty
Juan Antonio Samaranch (l.) ringt offenbar mit dem Tod

Der frühere IOC-Präsident Antonio Samaranch (89) ist mit einer akuten Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus eingeliefert worden. "Die Prognosen sind schlecht", so ein Sprecher.

Die olympische Familie bangt um das Leben von IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch. Der 89-Jährige ist mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert worden und befindet sich in ernstem Zustand. "Er leidet unter einer akuten Herzinsuffizienz. Die Prognosen sind schlecht", sagte ein Sprecher des Barcelona Quiron Hospitals der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Wie sein Sohn Juan Antonio Samaranch junior ergänzte, befindet sich der langjährige Chef des Internationalen Olympischen Komitees auf der Intensivstation. Der Zustand sei zwar ernst, aber stabil.

Der wohl größte Sportführer der Modernen neben dem IOC-Gründer Pierre de Coubertin ist seit Jahren gesundheitlich angeschlagen. Erst im Oktober 2009 war der Spanier in Monaco mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Damals hatten die Ärzte einen unregelmäßigen Herzschlag festgestellt. 2001 wurde er wegen "extremer Erschöpfung" ins Krankenhaus von Lausanne gebracht.

"Ich weiß, dass ich dem Ende meiner Zeit nahe bin"

"Ich weiß, dass ich dem Ende meiner Zeit nah bin. Ich bin schließlich 89 Jahre alt", hatte Samaranch im Oktober 2009 noch gesagt, als er sich für die Olympia-Bewerbung Madrids für die Sommerspiele 2016 stark gemacht hatte. Allerdings ohne Erfolg - den Zuschlag hatte bei der IOC-Session in Kopenhagen die brasilianische Metropole Rio de Janeiro erhalten.

Samaranch hatte das IOC mehr als 20 Jahre lang geprägt. Als er am 16. Juli 1980 das Amt von Lord Kilanin übernommen hatte, befand sich das Internationale Olympische Komitee in finanziell schwierigen Zeiten. Als Spielball der Politik standen die Spiele mit den Boykotts 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles fast vor dem Aus. Doch Schritt für Schritt machte der "Herr der Ringe" das IOC zu einem Milliarden-Unternehmen. Unter Samaranch wurden die Olympischen Spiele für Profisportler geöffnet und die Kommerzialisierung hielt Einzug.

In Krisenzeiten geschickter Diplomat

Samaranch bewies in seiner Amtszeit diplomatisches Geschick, wusste als Krisenmanager zu überzeugen und bündelte die Kräfte der olympischen Bewegung. So konnte der Grande bei der Stabübergabe 2001 an Jacques Rogge ein bestelltes Feld hinterlassen. Danach wurde er auf Lebenszeit zum IOC-Ehrenpräsidenten gewählt. Das Olympische Museum in Lausanne trägt seinen Namen.

Samaranch wurde am 17. Juli 1920 in Barcelona geboren. In seiner aktiven Zeit schaffte er es bis in die Rollhockey-Nationalmannschaft Spaniens. Weltweit berühmt wurde er aber erst als Funktionär. Der Katalane wurde 1954 Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees von Spanien. Bei den olympischen Spielen 1956, 1960 und 1964 betreute er die spanische Olympiamannschaft als Chef de Mission, 1966 wurde er Mitglied im IOC.


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