Deutsche hoffen auf Edelmetall

SID
Donnerstag, 22.04.2010 | 10:19 Uhr
Franziska Konitz (r.) ist eine der deutschen Medaillenkandidatinnen in Wien
© sid
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In Abwesenheit von Olympiasieger Ole Bischof testet der Deutsche Judo-Bund bei der EM in Wien seinen zweiten Anzug. Sportdirektor Manfred Birod hofft dennoch auf Medaillen.

Mit einem übermächtigen Gegner aus Island mussten es die deutschen Judoka vor dem ersten Europameisterschafts-Auftritt aufnehmen: Weil Vulkan Eyjafjallajökull den Flugverkehr lahmgelegt hatte, musste zumindest die Vorhut des Deutschen Judo-Bundes unter unbequemen Bedingungen per Straße oder Schiene den Weg nach Wien antreten, wo vom heutigen Donnerstag bis Sonntag die kontinentalen Titelkämpfe stattfinden.

DJB-Sportdirektor Manfred Birod war angesichts der Strapazen wenig begeistert: "Eine Autofahrt von Berlin nach Österreich ist sicher nicht die ideale Wettkampfvorbereitung", sagte Birod: "Aber zumindest mussten wir nicht wie bei der EM 2009 bis nach Tiflis."

Das Turnier hatte bis Wochenbeginn auf der Kippe gestanden.

Am Montag machte sich Envic Galea, Generalsekretär der Europäischen Judo-Union, vor Ort ein Bild und gab dann nach Absprache mit Österreichs Verband ÖJV Grünes Licht: "Die EM findet im Herzen Europas statt. Da schafft es jeder, auch ohne Flugzeug noch rechtzeitig anzureisen."

Junge Athleten sollen sich empfehlen

Trotz der widrigen Umstände hält DJB-Sportdirektor Birod an der Marschroute fest: "Es geht in Wien nicht nur um Titel und Medaillen. Wir wollen gerade im Hinblick auf Olympia 2012 schauen, wie der zweite Anzug sitzt."

In Abwesenheit vieler Stars wie Olympiasieger Ole Bischof und die WM-Dritte Romy Tarangul dürfen sich junge Athleten für höhere Aufgaben empfehlen.

"Sie können Punkte für die Weltrangliste sammeln und sich eine gute Ausgangsposition für die Olympia-Qualifikation erarbeiten. In zwei Wochen geht es ja schon in Tunis weiter", sagt Birod.

Beim zweiten Grand Prix des Jahres in der tunesischen Hauptstadt wird auch Bischof in die Saison starten, die ihren Höhepunkt in der WM in Tokio (7. bis 13. September) hat.

Sportdirektor Birod ist optimistisch

Auch ohne den Vorzeigekämpfer ist Birod optimistisch, zumindest das Ergebnis der Vorjahres-EM (ein Silber, drei Bronze) zu erreichen: "Anderthalb Medaillenkandidaten gibt es bei den Männern, bei den Frauen haben wir eigentlich in jeder Gewichtsklasse eine Chance."

Bei den Männern setzt Birod auf Benjamin Behrla (Witten-Annen/100kg) und Ex-Europameister Andreas Tölzer (Mönchengladbach/über 100kg), der nach langer Verletzungspause wieder fit ist.

Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen auf Michaela Baschin (Backnang/48kg) und Franziska Konitz (Berlin/über 78kg), die in Tiflis jeweils Bronze holten.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat für Samstag sein Kommen angesagt. Begleitet wird der passionierte Judo-Fan von 50 Journalisten, einem eigenen Kamerateam, 15 Sportlern aus Russlands Jugend-Nationalteam sowie einem ganzen Heer von Sicherheitsleuten.

"Bei Putin werden keine Kosten und Mühen gescheut", sagte ÖJV-Verbandschef Hans-Paul Kutschera.

Deutsches Team ohne Bischof zur EM

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