Donnerstag, 11.03.2010

Hockey-WM in Neu Delhi

Herrenteam zieht ins Finale ein

Durch ein 4:1 gegen Europameister England ist Hockey-Olympiasieger Deutschland ins WM-Endspiel eingezogen. Dort wartet Australien, das gegen die Niederlande mit 2:1 gewann.

Die deutschen Hockey-Herren bezwangen England mit 4:1
© sid
Die deutschen Hockey-Herren bezwangen England mit 4:1

UPDATEHockey-Olympiasieger Deutschland hat den historischen WM-Hattrick im Visier. Die runderneuerte junge Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise bezwang im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Neu Delhi nach einer ganz starken Leistung Europameister England souverän mit 4:1 (3:1).

Deutschland kann damit nach 2002 und 2006 als erstes Team der Geschichte zum dritten Mal hintereinander Weltmeister werden. Im Endspiel am Samstag (13.35 Uhr MEZ) trifft die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auf Australien, das im zweiten Halbfinale gegen die Niederlande gewann.

Drei Tore vor der Pause

Der Kölner Jan-Marco Montag (6.) mit einer Strafecke, Oliver Korn aus Düsseldorf (11.) und der Berliner Martin Häner (30.) nach einer Strafeckenvariante waren bereits vor der Pause erfolgreich. Der Strafecken-Nachschuss von Linus Butt (60.) aus Krefeld beseitigte zehn Minuten vor dem Abfiff dann die letzten Zweifel.

Für die Briten traf lediglich Richard Smith (19.) mit einer Strafecke. Deutschland gelang mit diesem Triumph auch eine kleine Revanche für die Niederlage im EM-Finale im letzten Jahr gegen England.

"Normalerweise habe ich immer was zu mäkeln, aber heute nicht", sagte Olympia-"Goldschmied" Weise, "ich freue mich so sehr, wie sich die Jungs in einem WM-Halbfinale präsentiert haben. Sie haben sich den Druck nicht anmerken lassen und waren sehr stabil." Auch Kapitän Max Müller war überglücklich: "Das war mit Abstand die beste Turnierleistung. Es war ein unfassbar verdienter Sieg."

Bilder des Tages - 11. März
Shakehands zwischen Brenden Morrow und Craig Rivet vor dem ersten Bully im Spiel der Buffalo Sabres gegen die Dallas Stars
© Getty
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Ein Mann, ein Ziel: Rajon Rondo von den Boston Celtics zieht im Spiel gegen die Memphis Grizzlies mit entschlossenem Blick zum Korb
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Keine Bange, auch wenn das hier stark nach Sturzflug riecht. Matt Hall hat beim Red Bull Air Race alles unter Kontrolle
© Getty
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Ganz lässig steht Tucker Perkins beim Finale der Winter X-Games in der Luft
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Im Anflug: Kurt Jenner landet bei der Junioren-Meisterschaft in Sydney planmäßig.
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Meisterstück in der schwülen Hitze

"Finale, Finale", rief die deutsche Kolonie aus Fans und Familienangehörigen unter den nur etwa 2500 Zuschauern im Stadion, als sich die deutschen Spieler nach dem Schlusspfiff zurecht feiern ließen.

Die jüngste Mannschaft im Turnier mit einem Altersdurchschnitt von rund 22 Jahren konnte sich von Spiel zu Spiel steigern und lieferte gegen die Briten in der schwülen Hitze Indiens ein Meisterstück ab.

Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, weil nur noch acht Olympiasieger und sogar nur noch drei Weltmeister im Kader stehen. "Es ist egal, wer jetzt im Finale kommt", sagte Müller, "dann werden neue Kräfte freigesetzt. Wir müssen uns nur gut vorbereiten und hinten sicher stehen."

Erste Strafecke bringt die Führung

Die deutsche Mannschaft begann die Partie voll konzentriert und übernahm früh die Kontrolle. Insbesondere das deutsche Mittelfeld dominierte die Partie und ließ die Briten kaum zur Entfaltung kommen. Das frühe 1:0 gleich mit der ersten Strafecke gab zusätzliche Sicherheit.

Torwart James Fair hatte zwar noch den Schläger an der Kugel, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Korn setzte sich nur fünf Minuten später nach einer schnellen Kombination über das gesamte Feld gegen die englische Verteidigung durch und fälschte einen Steilpass zum 2:0 ins Tor ab.

Der englische Anschlusstreffer nach der ersten Strafecke änderte am Spielverlauf wenig. Die deutsche Mannschaft kontrollierte die Partie und führte fünf Minuten vor der Pause erneut mit zwei Toren: Der 21 Jahre alte Junioren-Weltmeister Häner kam nach einer wunderbaren Eckenkombination frei zum Schuss und vollendete ganz sicher.

Müller und Häner stark

Nach dem Wechsel versuchten die Briten zwar noch einmal, alles nach vorne zu werfen, blieben aber immer wieder an der von Kapitän Maximilian Müller sowie dem ganz starken Häner glänzend organisierten deutschen Deckung hängen.

Und wenn doch einmal ein Ball durchkam, war der Hamburger Torwart Tim Jessulat zur Stelle, der den seit dem ersten Match verletzten Olympiasieger Max Weinhold erneut glänzend vertrat. "Ich hatte nie auch nur im Ansatz das Gefühl, dass wir verlieren könnten", sagte Jessulat.

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