Strasburger stolz auf ersten positiven HGH-Test

SID
Dienstag, 23.02.2010 | 15:35 Uhr
HGH kann jetzt im Labor nachgewiesen werden
© Getty
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Das von Berliner Forschern entwickelte Verfahren bringt den ersten positiven HGH-Test. DOSB-Präsident Thomas Bach spricht von einem "Meilenstein im Kampf gegen Doping".

Professor Christian Strasburger hat mit Stolz und Freude zur Kenntnis genommen, dass durch das von ihm in einem Forscherteam entwickelte Isoformen-Verfahren der erste Doping-Fall mit Wachstumshormonen (HGH) nachgewiesen wurde.

Meilenstein laut Bach

"Das ist eine späte Genugtuung. Nachdem mich die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA am Freitag darüber informiert hat, habe ich mich gefreut. Dass Präsident Thomas Bach vom Deutschen Olympischen Sportbund unsere Leistung erwähnt, erfüllt mich ebenfalls mit Stolz", so Strasburger.

Von einem "Meilenstein im Kampf gegen Doping" wollte der Wissenschaftler der Berliner Charite anders als Bach allerdings nicht sprechen.

"Den Meilenstein gab es schon 1999, als wir die Methode zur Feststellung winzig kleiner Unterschiede zwischen körpereigenen und gentechnisch hergestellten Wachstumshormonen entwickelt haben", sagte Strasburger, der das Verfahren mit Martin Bidlingmaier und Zida Wu in München entwickelt hat.

Britischer Rugby-Nationalspieler positiv getestet

Bei dem überführten Athleten handelte es sich um den früheren britischen Rugby-Nationalspieler Terry Newton von den Wakefield Trinity Wildcats. Der 31-Jährige war nach Verdachtsmomenten bei einer Zielkontrolle am 24. November vergangenen Jahres im Training positiv getestet worden.

Er wurde für zwei Jahre bis 23. November 2011 gesperrt. "Er hat uns auch den Gefallen getan, dass er keinen Einspruch eingelegt hat", sagte Strasburger.

Ende 2003 schon hatte die WADA das Isoformen-Verfahren in ihr Programm aufgenommen. Es dauerte allerdings bis 2008, ehe sich die Methode in den WADA-Labors durchsetzte.

Es mussten viele rechtliche Bedenken ausgeräumt werden, zudem fand sich zunächst keine Firma, die den Test herstellen wollte. Mittlerweile arbeiten rund 30 WADA-Labors weltweit mit der Methode. "Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann der erste Fall auffliegen würde", sagte Strasburger.

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