Freitag, 12.02.2010

Segeln

Start nach Maß für Team Oracle

BMW Oracle hat die Auftaktregatta des America's Cup souverän gewonnen und den Titelverteidiger Alinghi düpiert. Das US-Team fuhr einen Vorsprung von mehr als 15 Minuten heraus.

Der America's Cup ist die bekannteste und älteste noch ausgetragene Segelregatta
© sid
Der America's Cup ist die bekannteste und älteste noch ausgetragene Segelregatta

BMW Oracle Racing steuert dem Gewinn des 33. America's Cup entgegen. Der Herausforderer aus San Francisco holte sich im Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt zum Auftakt mit deutlicher Überlegenheit den Sieg und fügte dem Schweizer Cupverteidiger Alinghi in Valencia eine bittere Niederlage zu.

Das US-Segelteam von Software-Tycoon Larry Ellison hatte im Ziel einen Vorsprung von mehr als einer Viertelstunde. Mit einem zweiten Sieg am Sonntag könnten die Amerikaner bereits den Gewinn des America's Cup perfekt machen.

"Hässliche Silberkanne" auf dem Weg in die USA?

Die Überlegenheit des Dreirumpfbootes "USA", das mit einem 68 Meter hohen Flügelmast statt mit herkömmlichen Segeln ausgestattet ist, war über weite Strecken drückend. Fast zu jeder Zeit segelte die Wunderwaffe der Konstrukteure unter Mitwirkung von BMW-Technikern schneller als der gleichgroße, rund 27 Meter lange Katamaran aus der Feder des Hamburger Yachtdesigners Rolf Vrolijk.

Nach den America's Cup-Finals 2003 und 2007, die die Eidgenossen gegen Neuseeland dominierten, spricht nun alles dafür, dass die "hässliche Silberkanne" in die USA wandert. Letztmals hatte 1992 ein amerikanisches Team triumphiert.

Bildes des Tages, 12. Februar
"Kauf dir doch dein eigenes Bier!" Dieser dezent berauschte Cricket-Fan in Sydney macht eine Begegnung mit einem vermeintlich schnorrenden Polizisten
© Getty
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"Kauf dir doch dein eigenes Bier!" Dieser dezent berauschte Cricket-Fan in Sydney macht eine Begegnung mit einem vermeintlich schnorrenden Polizisten
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Für diesen eleganten, treffsicheren Seitfallzieher hätte Vince Lia von den Wellington Phoenix die Note 10.0 erhalten, hätte er nicht den Ball mit dem Kopf des Gegners (r.) verwechselt
© Getty
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Für diesen eleganten, treffsicheren Seitfallzieher hätte Vince Lia von den Wellington Phoenix die Note 10.0 erhalten, hätte er nicht den Ball mit dem Kopf des Gegners (r.) verwechselt
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Taylor Gilchrist (r.) von den Sydney Swans stört im Trainings-Match seinen Teamkollegen Gary Rohan bei dessen Breakdance-Performance.
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Taylor Gilchrist (r.) von den Sydney Swans stört im Trainings-Match seinen Teamkollegen Gary Rohan bei dessen Breakdance-Performance.
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"Jeder weiß, dass du mal Eiskunfstläufer warst, aber wir sind hier beim Eishockey!" Freundliche Hinweise von Jack Johnson (r.) von den L.A. Kings an Mitspieler Ryan Smith
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"Jeder weiß, dass du mal Eiskunfstläufer warst, aber wir sind hier beim Eishockey!" Freundliche Hinweise von Jack Johnson (r.) von den L.A. Kings an Mitspieler Ryan Smith
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Keinen Termin mehr beim Frisör bekommen? Für Joel Selwood von den Ceelong Cats aus der AFL kein Problem, das kann schließlich auch in der Trainingspause erledigt werden
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"Nimm den Ball, aber lass mich in Ruhe!" Kleine Kuschel-Einheit von Rene Ranger und Ma Nonu (vorne) in Neuseelands Footballliga
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"Nimm den Ball, aber lass mich in Ruhe!" Kleine Kuschel-Einheit von Rene Ranger und Ma Nonu (vorne) in Neuseelands Footballliga
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Spithill mit Fehler

Nach zweieinhalb Jahren unsäglicher Streitereien mit neun Gerichtsverfahren, vier Tagen Verspätung wegen unpassender Windverhältnisse und einer weiteren Verzögerung von viereinhalb Stunden fiel bei leichter südlicher Brise um 14.35 Uhr der lang ersehnte Startschuss. Bis dahin hatte es allerdings schon die beiden dramatischsten Szenen der ansonsten einseitigen Wettfahrt gegeben.

Zunächst gefährdete Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli am Steuer die vorfahrtberechtigten Gegner in der Vorstartphase und kassierte von den Schiedsrichtern prompt eine Bestrafung (360-Grad-Drehung).

Danach lagen die beiden Giganten zur See, die mehrere hundert Millionen Euro gekostet hatten, minutenlang nebeneinander hinter der Startlinie, als der australische Steuermann James Spithill bei BMW Oracle seinen einzigen Fehler machte. Während Alinghi zur Startlinie abdrehte, blieb der Trimaran manövrierunfähig auf der Stelle liegen.

Beeindruckende Aufholjagd

"Da hat er wohl geschlafen", meinte Coach Peter Lester, "aber die Aufholjagd war beeindruckend."

Knapp eineinhalb Minuten oder 660 Meter hinter den Schweizern ging die "USA" auf den 40 Seemeilen (74 Kilometer) langen Kurs, der nach der Stiftungsurkunde des Cups nur aus je einer Strecke gegen und mit dem Wind bestand. Dort erreichten die Mehrrumpfboote die dreifache Windgeschwindigkeit von bis zu 28 Knoten (mehr als 50km/h).

Es dauerte keine 15 Minuten, ehe BMW Oracle Racing erstmals die Führung übernahm und nicht mehr abgab. Der Vorsprung schmolz nur noch einmal auf 136 Meter, betrug im Ziel aber mehr als 3,5 Kilometer. Das sind Welten im America's Cup. Zu allem Überfluss patzte Alinghi auch noch bei der Bereinigung seiner Strafe und verlor im chancenlosen Rennen unnötig weitere fünf Minuten.

Ob der Cup-Verteidiger noch einen Trumpf im Ärmel hat und ausgleichen kann, erscheint angesichts der klaren Unterlegenheit im ersten Rennen als unwahrscheinlich.

Alinghi und Oracle in der Warteschleife


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