Mittwoch, 10.02.2010

Schwimmen

Mark Spitz "The Shark" feiert 60. Geburtstag

Mark Spitz, einer der größten Schwimm-Stars aller Zeiten, wird heute 60 Jahre. "The Shark" triumphierte 1972 in München mit sieben Olympiasiegen und setze sich damit ein Denkmal.

Mark Spitz gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München sieben Goldmedaillen
© Getty
Mark Spitz gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München sieben Goldmedaillen

Wenn die große Party zu seinem 60. Geburtstag am Mittwoch vorbei ist, wird Mark Spitz vielleicht noch in seinen eigenen Pool in Los Angeles springen und ein paar Bahnen ziehen. "Ich habe dort schon einige Haus-Rekorde aufgestellt", sagt die lebende US-Schwimmlegende und ist stolz auf seine Fitness.

Eine gehörige Portion Selbstbewusstsein hatte "The Shark" - der Hai - schon immer. Diese Sicherheit, die ihn zu Rekorden trieb und Kritiker ihm als Eitelkeit auslegten, hat sich Mark Andrew Spitz auch im gesetzten Alter erhalten.

"Ich war der erste Mann auf dem Mond"

Als US-Landsmann Michael Phelps bei Olympia 2008 in Peking mit acht Siegen die Spitz-Marke von 1972 in München um eine Goldmedaille überbot, konnte auch das seinem Selbstwertgefühl nichts anhaben. "Er ist der erste Mann auf dem Mars, aber ich war der erste Mann auf dem Mond", sagte Spitz, der in seiner Karriere selbst 33 Weltrekorde aufstellte.

Doch es war vor allem die Ein-Mann-Show in München, die Spitz in der Historie des Sports unsterblich gemacht hat. Als zweimaliger Olympasieger 1968 in Mexiko-Stadt nach München gereist, triumphierte Spitz in allen sieben Rennen - stilgerecht jeweils mit Weltrekord und seinem buschigen Schnurrbart als Markenzeichen.

"Ein russischer Trainer hatte mich gefragt, ob mich der Bart nicht langsamer machen würde. Ich habe ihm geantwortet, dass der Bart das Wasser ableitet und mich noch schneller macht. Im Jahr darauf trug jeder russische Schwimmer einen Schnurrbart", erinnert sich Spitz.

"Niemand konnte ahnen, dass so etwas Schreckliches passiert"

Die Spitz-Festspiele wurden durch das Terror-Attentat jedoch jäh überschattet. In der Nacht nach seinem siebten Streich töteten palästinänsische Terroristen zwei israelische Sportler und nahmen neun weitere Menschen als Geiseln. Insgesamt elf Israelis, ein deutscher Polizist und fünf Geiselnehmer wurden am Ende getötet. Spitz, ein Jude, wurde zu seinem eigenen Schutz nach London ausgeflogen.

"Niemand konnte damals ahnen, dass so etwas Schreckliches passieren würde", sagt Spitz: "Wenn jemand meint, so etwas vorhersehen zu können, dann sollte er das Weiße Haus anrufen."

Seine ersten Schwimm-Versuche hatte Spitz, der seit 35 Jahren mit Ex-Model Susan Weiner verheiratet ist und zwei Söhne hat, schon mit drei Jahren am Waikiki Beach in Honolulu unternommen. Als die Familie zurück nach Kalifornien zog, bestritt Spitz mit acht Jahren erste Wettkämpfe und startete durch zu einer fulminanten Karriere.

Mit 22 Jahren Schwimm-Karriere beendet

Doch nach München trat Spitz schon im Alter von nur 22 Jahren vom Sport zurück, um seine Popularität zu vermarkten. Der Versuch, in Hollywood als Filmstar Fuß zu fassen, scheiterte aber ebenso wie sein Comeback im Wasser, als er mit 41 Jahren die Qualifikation für Olympia 1992 in Barcelona verpasste. Sein erfolgreich florierendes Immobiliengeschäft gab Spitz nach einiger Zeit auf. Inzwischen ist er als sogenannter Motivationssprecher buchbar.

Einen Traum hat sich Spitz nicht erfüllen können. "Ich wäre sehr gerne Zahnarzt geworden", sagt Spitz: "Ich hatte mich auch schon für das Studium angemeldet, mich aber dann ganz auf Olympia in München konzentriert."

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