Pferdesport

30 Nationen gründen eigenen Reitverband

SID
Hanfried Haring ist der Vorsitzende des neu gegründeten Kontinentalverbandes
© Getty

Hanfried Haring wird Vorsitzender des neu gegründeten Kontinentalverbandes von 30 Reitsportnationen Europas. Mit der Gründung reagieren die Verbände auf die Dopingdiskussionen.

Als Folge der anhaltenden Streitigkeiten über neue Doping-Richtlinien haben rund 30 Reitsportnationen aus Europa in Warendorf einen eigenen Verband gegründet. Erster Vorsitzender des Kontinental-Verbandes ist Hanfried Haring, bis Ende 2008 Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

"Die Debatte um die Doping-Richtlinien hat gezeigt, dass wir als europäische Nationen in Zukunft mit einer Stimme sprechen müssen. Dann haben wir mehr Einfluss", sagte Haring. Sitz des neuen Verbandes (EEF) ist Brüssel. "Damit haben wir auch die Nähe zur europäischen Gesetzgebung", sagte Haring. In Zukunft wolle man bei Fragen zu Transportrichtlinien oder zu Futtermittel- und Tierarzneimittelgesetzen ein Wörtchen mehr mitreden.

Verband will keine eigenen Turniere austragen

Beim Kongress des Weltverbandes FEI in Kopenhagen im vergangenen November war der Streit um die neuen Doping-Richtlinien eskaliert. Die FEI hatte sich kurzfristig für eine Lockerung der Verbotsliste von Medikationen ausgesprochen.

Deutschland wehrte sich vehement dagegen, weil damit der Einsatz von Medikationen legalisiert werden sollte, deren Anwendung in Deutschland laut Tierschutzgesetz nicht möglich ist. Die so genannte "Progressive List" wurde bis zum nächsten FEI-Kongress Ende 2010 ausgesetzt.

Anders als in anderen Sportarten will der europäische Verband allerdings keine eigenen Turniere veranstalten. "In dem Punkt sehen wir uns nicht als Konkurrenz zur FEI", sagte Haring, der auch weiterhin seine hohen Ämter im Weltverband behalten will.

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