Reitsport

FEI: Zugeständnisse im Medikations-Streit

SID
Dienstag, 08.12.2009 | 14:20 Uhr
Prinzessin Haya ist seit 2006 die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung
© sid
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Im Streit um die Einführung einer neuen Medikationsliste ist der Reit-Weltverband FEI erneut zurückgerudert. Die neue Liste soll womöglich erst im November 2010 in Kraft treten.

Dem internationalen Reitsport winkt im Konflikt um die Einführung der umstrittenen gelockerten Medikationsliste ("progressive list") eine friedliche Lösung.

"Prinzessin Haya ist sehr bemüht. Sie hat alle Verbände angeschrieben, ob sie mit einem Inkrafttreten der Liste erst nach der nächsten Generalversammlung im November 2010 einverstanden wären", sagte Breido Graf zu Rantzau, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN, am Dienstag dem "SID".

Nun müssten sich, so zu Rantzau, alle um eine gemeinsame Lösung bemühen. Der FN-Chef ist überzeugt, dass die Angelegenheit letztlich im Sinne der starken europäischen Verbände geregelt wird.

Vorerst keine Anwendung der Liste

"Ich gehe davon aus, dass diese Liste keine Anwendung finden wird", so zu Rantzau weiter.

Die FEI mit Prinzessin Haya an der Spitze hatte sich im November bei der Abstimmung über die Einführung der überarbeiteten Medikationsliste auf ihrer Generalversammlung knapp durchgesetzt (53:48 Stimmen), sich aber damit den Unmut vor allem der europäischen Verbände zugezogen.

Diese sehen in der Anwendung der gelockerten Version mit der Erlaubnis zur Nutzung auch bislang verbotener Substanzen einen Verstoß gegen bestehende nationale Tierschutzgesetze.

Auch Tierärzte gegen gelockerte Bestimmungen

Die FEI ist als Reaktion auf die Kritik aus Europa bereits teilweise zurückgerudert und hat das Inkrafttreten der Liste vom 1. Januar auf den 5. April 2010 verschoben.

Auch alle anderen Änderungen des neuen Regelwerks sollen frühestens am 5. April in Kraft treten. Breido Graf zu Rantzau hatte zuvor als mögliche Reaktion der Europäer sogar mit einen Boykott der Weltreiterspiele im amerikanischen Lexington (25. September bis 10. Oktober) gedroht.

Unterdessen haben sich wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN auch die Tierärzte der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) gegen gelockerte Medikationsliste ausgesprochen. Die GPM sieht darin "einen schweren Rückschlag für das Wohlergehen und die Gesundheit der Pferde".

Gefahr für die Pferde befürchtet

Nach diesem Beschluss könne nicht mehr zwischen medizinisch indizierter Behandlung und der Anwendung von Medikamenten mit dem Ziel, kranke Pferde dennoch im Wettkampf einzusetzen, unterschieden werden, heißt es in einer offiziellen Erklärung der Gesellschaft.

Die GPM fürchtet insbesondere, dass der Einsatz von Pferden im Sport nach Ausschalten der Schutzfunktion des Schmerzes mit schmerzunterdrückenden Medikamenten zu weiteren Verletzungen bis hin zu schweren Schäden des Bewegungsapparates führt.

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