Sensation: Aus für Heidemann bei der Fecht-WM

SID
Montag, 05.10.2009 | 16:49 Uhr
Benjamin Kleibrink (l.) gewann in Peking 2008 die Goldmedaille im Florett
© Getty
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Das goldene Fecht-Märchen von Degen-Königin Britta Heidemann endete im Viertelfinale, dafür schrieb Nicolas Limbach mit seinem Halbfinal-Einzug eine neue Erfolgsgeschichte.

Die zuletzt fast unschlagbare Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin Heidemann aus Leverkusen wurde im Viertelfinale von einer 19-Jährigen düpiert und kassierte damit ihre erste Niederlage bei einem großen Turnier seit 2006. Die 26-jährige Heidemann unterlag der ukrainischen Junioren-WM-Dritten Anfissa Potschkalowa 12:15.

Als das Gefecht beendet war, wirkte Heidemann fast ein wenig erleichtert. Kein Schmerzensschrei, kein Zusammenbruch - das Gesicht des deutschen Fechtens zeigte kaum Regungen. Britta Heidemann legte nur ihre Maske beiseite und grüßte ihre Gegnerin und das Publikum.

Im Achtelfinale hatte sie bereits für richtigen Nervenkitzel gesorgt, als Chinas ehemalige Junioren-Weltmeisterin Luo Xiaojuan beim Stande von 12:12 kurz an einer Sensation schnupperte. Dann schlug die deutsche Ausnahmefechterin wieder eiskalt zurück, was ihr im Viertelfinale nach einem 6:10-Rückstand jedoch nicht mehr gelang.

Frühes Aus für deutsche Damen

Für die übrigen deutschen Teilnehmerinnen war die Einzelkonkurrenz da schon beendet. Die Olympia-Fünfte Imke Duplitzer (Bonn) verlor in der zweiten Runde mit 9:15 gegen Jana Schemjakina aus der Ukraine, Monika Sozanska aus Heidenheim und Marijana Markovic (Leverkusen) waren in der Runde der letzten 64 gescheitert.

Säbelfechter Nicolas Limbach dagegen sicherte dem Deutschen Fechter-Bund mit dem Einzug ins Halbfinale die zweite Medaille. Am Samstag hatte Peter Joppich Florett-Bronze gewonnen.

Limbach hält die Fahne hoch

Limbach wackelte bis zum Halbfinale trotz knapper Ergebnisse nicht ein einziges Mal. Er schaltete in aller Ruhe den Briten Neil Hutchison (15:12), den Chinesen Hin Chung Lam (15:11), den weißrussischen Olympia-Vierten Dmitri Lapkes (15:11) und schließlich im Viertelfinale den WM-Dritten Eun Seok Oh (Südkorea/15:10) aus.

Der EM-Dritte Björn Hübner, WM-Debütant Johannes Klebes (beide Tauberbischofsheim) und Benedikt Beisheim (Dormagen) waren zu diesem Zeitpunkt längst von der Planche auf die spärlich gefüllten Tribünen gewechselt.

Das Trio scheiterte in der zweiten Runde. Aber Beisheim schlug sich exzellent und brachte sogar Frankreichs Olympia-Zweiten Nicolas Lopez beim 13:15 an den Rand einer Niederlage.

Florett-Herren wollen Mannschafts-Titel

Hübner flog gegen Aron Szilagyi aus Ungarn nach einer hitzigen Diskussion um den letzten Treffer mit 14:15 raus. Am Dienstag will Olympiasieger Benjamin Kleibrink die Florett-Herren zum WM-Titel führen.

Nach der Schmach gegen einen chinesischen Teenager hat Kleibrink "keinen Bock, nochmal Silber mitzubringen. Wir wollen Gold."

Die deutschen Säbel-Fechterinnen sind am ersten Tag der Mannschaftswettbewerbe krasse Außenseiter.

Limbach hat Medaille sicher

 

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