Leichtathletik

DLV-Präsident widerspricht Diskuswerfer Harting

SID
Dienstag, 04.08.2009 | 13:02 Uhr
DLV-Präsident Clemens Prokop hält nichts von Hartings Idee
© Getty
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Clemens Prokop hält die Überlegungen des Vize-Weltmeisters von 2007, die Freigabe von Doping zu erwägen, für "blanken Unsinn". Der Anti-Doping-Kampf sei alternativlos.

DLV-Präsident Clemens Prokop hält die Überlegung von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting, die Freigabe von Doping in "irgendeiner Form" in Erwägung zu ziehen, für "blanken Unsinn".

"Sie steht diametral zu unserer Position als Deutschem Leichtathletik-Verband", sagte Prokop. Er werde die Abteilung Leistungssport bitten, Harting noch einmal die Alternativlosigkeit des Anti-Doping-Kampfes darzulegen.

Der Berliner Harting hatte eineinhalb Wochen vor der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) die Frage aufgeworfen, ob das Verbot von Doping die beste Lösung sei.

"Wo Geld ist, wird gedopt. Eigentlich ist es sinnlos, gegen diese Tatsache anzukämpfen. (...) Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, Doping in irgendeiner Form zu erlauben, so knallhart sich das auch anhören mag. Dann würde sich zumindest niemand mehr darüber aufregen."

Resignation beim Medaillenkandidaten

Sport und Doping gehörten zusammen wie Henne und Ei. "Wenn gedopt wird, stellt das den Sport in den Hintergrund - und zwar zurecht. Man darf zwar keinen Generalverdacht aussprechen. Aber das Problem ist, dass Sportler wie ich, die einen Riesenverschleiß am eigenen Körper erzeugen, weil sie nicht dopen, um den Lohn für ihre ehrliche Arbeit gebracht werden", meinte Harting.

Aus Sicht von DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow schwingt in den Aussagen des Medaillenkandidaten Resignation mit. "Robert weist darauf hin, dass, so lange dieser Kampf gegen das Doping nicht gewonnen wird, es keine Chancengleichheit gibt", sagte Mallow der Bild-Zeitung.

Der DLV gilt als vorbildlich im aktuellen Anti-Doping-Kampf. Präsident Prokop hat mehrfach ein strikteres Anti-Doping-Gesetz für Deutschland gefordert.

Harting stellt Doping-Verbot infrage

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