Eisschnelllauf

Ballyhoo um Pechstein geht weiter

SID
Dienstag, 07.07.2009 | 15:45 Uhr
Claudia Pechstein plant Comeback beim Sommerwettkampf in Hamar
© Getty
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Während sich zahlreiche Experten wegen der auffälligen Blutwerte Claudia Pechsteins streiten, plant die fünffache Olympiasiegerin ihr Comeback beim Sommerwettkampf in Hamar.

Die Experten liegen sich in den Haaren, die Verbände bezichtigen sich gegenseitig der Lüge, und Claudia Pechstein hofft schon auf ein schnelles Comeback im August: Der Dopingfall der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hält den deutschen Sport weiter in Atem.

Während die Diskussionen rund um die Affäre immer hitziger werden, setzte Pechstein ihre Offensive im Kampf um Ruf und Karriere fort. Sie veröffentlichte die Ergebnisse der 95 Blutkontrollen, die der Eislauf-Weltverband ISU seit 2000 von ihr genommen hat, und durfte sich über zusätzliche Unterstützung verschiedener Doping-Experten freuen.

Bereits am 15. August will sie ausgerechnet in Hamar bei einem Sommerwettkampf starten, ihr Anwalt Simon Bergmann will dafür beim CAS einen Eilantrag einreichen. In der norwegischen Stadt waren Pechstein im Februar während der Mehrkampf-WM die für ihre Sperre entscheidenden Blutproben entnommen worden.

Pechsteins eigenwillige Interpretation

Ihre Blutwerte interpretierte Pechstein auf ihre ganz eigene Weise. "Bei der EM im Januar 2008 waren die Retikulozyten-Werte besonders hoch - wenn ich da gedopt haben sollte, dann habe ich es schlecht gemacht, da ich dort die Leistung nicht erbracht habe. Nur das kann ich daraus ablesen", sagte Pechstein in der Sendung "Blickpunkt Sport" des "Bayerischen Rundfunks".

Damals war sie im russischen Kolomna im abschließenden 5000-m-Rennen noch auf den vierten Platz zurückgefallen. Was sie nicht erwähnte, war die Begründung, die sie damals für ihre Leistung angegeben hatte. Dieser Begründung zufolge wäre sie selbst mit unerlaubter Hilfe wohl chancenlos gewesen: "Bei mir hat wieder mal eine Erkältung zugeschlagen. Meine Lymphknoten sind geschwollen, und die Nase läuft."

In 14 von 95 Kontrollen durch den Eislauf-Weltverband ISU wurde seit dem Jahr 2000 ein überhöhter Retikulozyten-Wert festgestellt. 13 der 14 Werte wurden im Winter gemessen, einer allerdings auch im August 2005 - wenn Doping auf den ersten Blick wenig Sinn ergibt.

Der Heidelberger Molekular-Biologe Werner Franke, Pechsteins größter Kritiker, widerspricht: "Ein Hauptzweck von Epo-Doping ist, höhere Belastungen im Training zu ermöglichen, und Eisschnellläufer trainieren auch im Sommer."

Pechstein erhält auch Rückendeckung

Andere Experten springen Pechstein dagegen zur Seite. "Während der Retikulozyten-Wert über all die Jahre immer wieder abnorm erhöht ist, sind andere Werte, die für Doping sprechen, normal. Wenn ich behaupten würde, dass Frau Pechstein gedopt hat, wäre das grob fahrlässig", sagte Professor Fritz Sörgel, Biomediziner und Pharmazeutiker aus Nürnberg, der "Bild-Zeitung".

"Diese Wertekonstellation ist nicht ausreichend, um die Sperre zu rechtfertigen", sagte Professor Holger Kiesewetter vom Institut für Transfusions-Medizin der Charite Berlin, und gab Pechstein ein weiteres Argument: Zellbruchstücke von weißen Blutkörperchen könnten fälschlicherweise als Retikulozyten gezählt worden sein.

Der streitbare Franke nimmt seinen Kollegen aufs Korn: Sörgel sei auf diesem Gebiet nicht ausgewiesen und zuhause, und auch Kiesewetter habe mit Sportfällen selten etwas zu tun.

"Ich will wissen, wie der Wert zustande kommt"

Derweil kündigte die Nationale Antidoping-Agentur (NADA) an, sich bei Bedarf aktiv in den Fall Pechstein einzuschalten. "Natürlich werden wir auf Anfrage der ISU und der DESG die Ergebnisse der Blutproben von Claudia Pechstein zur Verfügung stellen", sagte die Stellvertretende Geschäftsführerin Ulrike Spitz. "Das begrüßen wir. Die Werte der NADA könnten uns die Möglichkeit geben, ein Gegenindiz zu erbringen", sagte Bergmann. NADA-Werte könnten problematische ISU-Werte entkräften.

Pechstein machte klar, dass ihr ein möglicher Freispruch aufgrund von Formfehlern vor dem CAS nicht ausreicht. "Ich will wissen, wie der Wert zustande kommt. Mir nützt es nichts, wenn ich beim CAS durchkomme und beim nächsten Wettkampf die gleichen Werte wieder hoch sind, und dann geht das Spiel wieder von vorne los", sagte die Berlinerin.

ISU-Präsident Cinquanta bleibt gelassen

Derweil demonstrierte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta Gelassenheit. Mögliche Schadensersatzklagen im Fall einer Niederlage vor dem CAS rauben Cinquanta offensichtlich nicht den Schlaf: "Wer ins Restaurant geht und einen guten Wein bestellt, muss ihn auch bezahlen können."

Die Chefs von ISU und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) bezichtigen sich durch ihre Aussagen zu einem angeblichen "Kuhhandel" indirekt weiter der Lüge. Cinquanta wies den Vorwurf zurück. "Das ist sicherlich nicht in Ordnung, uns einen solchen Deal zu unterstellen", sagte der Italiener der "FAZ".

DESG-Präsident Gerd Heinze und Pechstein hatten Gerhardt Bubnik, dem Vorsitzenden der ISU-Rechtskommission, einen "Kuhhandel" vorgeworfen. Der Tscheche soll angeboten haben, dass Dopingverfahren gegen die fünfmalige Olympiasiegerin einzustellen, wenn Pechstein ihre Karriere beendet. "Diese Äußerungen aus Deutschland haben mich überrascht", sagte Bubnik.

DOSB-Aktivensprecher Breuer hält zu Pechstein

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