Boxen

Dimitrenko muss noch viel lernen

SID
Alexander Dimitrenko sah ein, dass er nicht gut genug war, um "Fast" Eddie Chambers zu besiegen
© Getty

Zu seinem 27. Geburtstag um Mitternacht spendierte Alexander Dimitrenko keinen wohlgekühlten Champagner, sondern presste sich selbst einen Eisbeutel ins zerschundene Gesicht.

Nach seiner ersten Niederlage im 30. Profikampf gegen Eddie Chambers aus den USA ist der anvisierte Kampf um den Schwergewichts-Titel der World Boxing Organisation (WBO) gegen seinen berühmten ukrainischen Landsmann Wladimir Klitschko in weite Ferne gerückt.

Für die körperliche Unversehrheit des 2,01m langen Hünen wahrscheinlich das Beste, denn gegen seinen früheren Sparrings-Partner aus gemeinsamen Universum-Tagen käme der Wahl-Hamburger in seiner aktuellen Verfassung wohl nicht nur mit Rötungen und Schwellungen im Gesicht davon.

So sah es auch sein Promoter Klaus-Peter Kohl: "Sascha steht unter den Top-Fünf, aber eben noch nicht ganz oben."

16 Zentimeter Größenunterschied und 20 Kilogramm mehr Gewicht reichten vor 6000 Zuschauern in der Hansestadt nicht, um sich den beweglichen und schlagschnellen "Fast" Eddie Chambers vom Leibe zu halten.

Kohl: "Er muss physisch härter werden"

Der gleichaltrige Kämpfer aus Philadelphia zeigte dem favorisierten Dimitrenko mit flüssigen Schlagkombinationen seine Grenzen auf und schickte seinen Kontrahenten sogar in der siebten und zehnten Runde zu Boden.

Der 2:1-Punktsieg gab die klare Überlegenheit des Siegers nur unzureichend wieder. "Das war einfach nicht mein Tag, aber alle großen Champions haben auch einmal verloren", sagte der Blondschopf zu seinem unerwarteten Debakel, aus dem er seine Lehren ziehen wird und muss.

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"Er muss physisch härter werden", mahnte Kohl, Trainer Fritz Sdunek sah darüber hinaus auch taktische Schwächen bei seinem Schützling: "In einem solchen Kampf muss man mehr nachsetzen und nicht so lange warten."

Voraussichtlich bis zum Frühjahr kommenden Jahres muss nun Chambers auf seinen Titelkampf gegen Klitschko warten. Wieder wird er als Außenseiter in den Ring steigen, doch Angst kennt der Rechtsausleger nicht: "Ich habe gegen Dimitrenko bewiesen, dass ich einen großen und starken Boxer schlagen kann. Somit war dieser Sieg eine perfekte Vorbereitung auf Klitschko."

Kentikian zukünftig als Hauptkämpferin?

Chambers greift nach einem WM-Gürtel, Lokalmatadorin Susi Kentikian und Alesia Graf aus Stuttgart konnten ihre WM-Titel in der Hansestadt erfolgreich verteidigen.

Doch während die gebürtige Weißrussin Graf die gnädige Mithilfe der Juroren benötigte, um sich im Junior-Bantamgewicht äußerst schmeichelhaft gegen Terri Lynn Cruz aus den USA nach Punkten durchzusetzen, boxte Kentikian die Argentinierin Carolina Gutierrez Gaite nach allen Regeln der Kunst aus.

Nach ihrer zehnten Titelverteidigung darf sich die in Armenien geborene Boxerin Hoffnungen machen, vom "ZDF" zur Hauptkämpferin und Nachfolgerin von Regina Halmich erkoren zu werden.

Streitig machen kann ihr diese Position allenfalls die Mönchengladbacherin Ina Menzer, die in der ColorLine-Arena das Geschehen verfolgte. "Ich denke, ich habe mit meinem Kampf gute Werbung gemacht", sagte Kentikian.

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