Leichtathletik

Pistorius hofft weiter auf die WM in Berlin

SID
Samstag, 06.06.2009 | 16:31 Uhr
Oscar Pistorius (r.) gewann bei den Sommer-Paralympics 2008 die 100-, 200- und 400 Meter-Läufe
© Getty

Prothesensprinter Oscar Pistorius hat die Hoffnung auf einen WM-Start in Berlin nicht aufgegeben. Aufgrund eines Bootsunfalls konnte der Südafrikaner aber nur wenig trainieren.

"Es wäre eine Riesensache für mich", sagte der 22-Jährige im Interview der "FAZ". Allerdings werde es schwer, räumte der südafrikanische 400-m-Sprinter ein: "Vielleicht kann ich mich ja selbst überraschen."

Gefordert sind 45,95 Sekunden, Pistorius" Saisonbestleistung liegt bei 47,20 und seine persönliche Bestleistung aus dem Vorjahr bei 46,25. Neben dem Einzelstart über 400m könnte er auch in der südafrikanischen WM-Staffel zum Einsatz kommen, deren Teilnahme aber noch ungewiss ist (Norm: 3:03,30 Minuten).

Unfall hat sechs Trainingswochen gekostet

Die größten Chancen auf die Norm hat Pistorius in den Rennen gegen Nicht-Behinderte, unter anderem beim Golden-League-Meeting in Oslo (3. Juli).

Die Verletzungen, die er bei seinem Bootsunfall auf dem Vaal River südlich von Johannesburg erlitten habe, seien übel gewesen, sagt er: "Wir sind gegen ein Pier gekracht, ein Stück Beton unter Wasser, das nicht zu sehen war. Wir hatten Glück, dass wir nicht ganz so schnell waren."

Als sein Kopf gegen das Lenkrad knallte, habe er die Nase gebrochen, das Jochbein auf der linken Seite, den Boden der Augenhöhle rechts, den Kiefer, sodass er verdrahtet werden musste, und zwei Rippen.

"Ich habe immer noch ein paar Stahlplatten in meinem Gesicht. Drinnen sieht es also ein bisschen anders aus. Aber außen ist fast alles wie davor - und es fühlt sich auch so an", sagte Pistorius. Der Unfall habe ihn sechs Wochen Training gekostet.

Pistorius setzte sich gegen IAAF durch

Pistorius waren im Alter von elf Monaten wegen eines Gendefekts die Unterschenkel amputiert worden. 2008 setzte er vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF durch, dass er auch bei Wettkämpfen der Nicht-Behinderten zugelassen wird.

Seine Karbon-Prothesen würden Pistorius keinen Vorteil verschaffen, hieß es damals in der Urteilsbegründung.

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