Boxen

Sylvester bläst zum Titelangriff

SID
Sylvester nach dem Kampf: "Der Kampf, das Publikum - es hat einfach alles gepasst."
© Getty

Nachdem ihm bei seinem ersten WM-Kampf vor rund vier Monaten gegen Weltmeister Felix Sturm die Luft ausgegangen war, hat Hurrikan Sebastian Sylvester ein erfolgreiches Comeback im Boxring geschafft und träumt bereits von seiner nächsten Chance auf einen großen Titel.

Im Duell um die Internationale Meisterschaft der IBF bewzang der Mittlegewichtler aus Greifswald den Italiener Gaetano Nespro vor 4600 Zuschauern in Neubrandenburg durch K.o. in der siebten Runde.

"Die Vorbereitung, der Kampf, das Publikum - es hat einfach alles gepasst. Ich bin mit dem Kampf zufrieden und froh, dass ich wieder im Ring stehe", sagte Sylvester, der sich nach der WM-Pleite vom Wiking-Boxteam trennte und beim wesentlich größeren Stall von Wilfried Sauerland anheuerte.

Röwer positiv überrascht

Damit einher ging der Trainerwechsel von Hartmut Schröder zu Carsten Röwer. "Ich war angenehm überrascht, wie gezielt Sebastian seine Rechte eingesetzt hat. Er steht jetzt besser auf den Füßen und hat das toll gemacht. Wir sind rundum zufrieden", lobte der neue Coach.

Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer ergänzte: "Es ist nur eine Frage der Zeit bis Sebastian wieder nach oben kommt. Das war eine starke Leistung. Nun werden wir sehen, in welchem Weltverband es für ihn die besten Möglichkeiten gibt."

Zunächst könnte Sylvester, für den es der 30. Sieg im 33. Kampf war, aber auch auf ein EM-Duell mit dem Deutsch-Armenier Khoren Gevor aus dem Hamburger Universum-Boxstall spekulieren. Zuspruch erhielt er nach seinem Erfolg gegen Nespro jedenfalls auch von höchster Stelle.

Abraham: "Sebastian musste was für sein Herz tun"

"Der Sieg war wichtig. Sebastian musste ewtas für sein Herz und seine Seele tun", meinte IBF-Weltmeister Arthur Abraham.

Herz und Seele bewies in Neubrandenburg auch Karo Murat. Der 25-Jährige verteidigte seinen EM-Gürtel im Supermittelgewicht erfolgreich gegen den italienischen Ex-Weltmeister Cristian Sanavia. "Die Sportler wachsen mit ihren Aufgaben. Karo hat seine positive Entwicklung weiter fortgesetzt.

Ich habe noch viel mit ihm vor", lobte Trainer Ulli Wegner seinen Schützling aus Kitzingen.

Murat mit makelloser Bilanz

Murat weist nach seinem Erfolg durch technischen K.o. in der zehnten Runde weiterhin eine makellose Bilanz von nun 19 Siegen in 19 Kämpfen auf. "Sanavia ist ein Super-Kämpfer und sehr erfahren, doch ich war bestens auf ihn vorbereitet", meinte Murat, der seinem Kontrahenten den EM-Gürtel im vergangenen April durch einen Punktsieg abgenommen hatte.

Das Rematch verlief nun eindeutiger. Nach einem Schlag auf das Ohr hatte Sanavia nicht nur mit großen Schmerzen zu kämpfen, das lädierte Trommelfell sorgte auch für Gleichgewichtsprobleme.

"Ulli Wegner und Karo Murat sind ein tolles Gespann. Karo wird von Kampf zu Kampf besser und nun auch in den Ranglisten weiter klettern", sagte Meyer: "Bis zur absoluten Weltspitze sind es noch ein oder zwei Schritte, aber die Entwicklung ist hervorragend."

Die Ranglisten der großen Verbände

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