Bartels lobt DOSB-Reaktion - Obergföll kritisiert

SID
Mittwoch, 28.01.2009 | 16:13 Uhr
Christina Obergföll lobt die DOSB-Reaktion
© sid
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Kugelstoßer Ralf Bartels hat heftigte Kritik an der Reaktion des DOSB in Bezug auf den Offenen Brief von 20 Sportlern geübt. Lob gab es von der Speerwerferin Christina Obergföll.

Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels hat die Reaktion des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf den offenen Brief von 20 Sportlern im Fall des vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) entlassenen Kugelstoß-Bundestrainers Werner Goldmann heftig kritisiert.

Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Mittwoch bestätigte, wird nach einer Klage Goldmanns ein Gütetermin zwischen ihm und dem DLV am 16. Februar vor dem Arbeitsgericht Darmstadt stattfinden.

"Werner Goldmann klagt auf Weiterbeschäftigung. Es ist ein laufendes arbeitsrechtliches Verfahren", sagt DLV-Generalsekretär Frank Hensel.

Harter Schlag für Harting

Eine der Grundfragen sei die, ob Goldmann nach fünf nacheinander geschlossenen Arbeitsverträgen überhaupt noch im Zeitvertragsarbeitsverhältnis stand oder ob es mittlerweile nicht schon ein unbefristetes Arbeitsverhältnis war, so Hensel.

Für seinen Athleten Robert Harting war es ein Schlag ins Gesicht, dass der Trainer entlassen wurde, nachdem die Staatsanwaltschaft Ende der neunziger Jahre ein Verfahren wegen Dopings zu DDR-Zeiten gegen ihn eingestellt hat.

Vor diesem Hintergrund wirkt es ein bisschen witzig und makaber, wenn es in der DOSB-Reaktion heißt: "Wir wollen, dass Sie sich optimal auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August und die Olympischen Spiele in London 2012 vorbereiten können und geben ihnen gemeinsam mit ihrem Verband gerne jede nur mögliche Unterstützung."

Bartels: "Es geht doch nur um Doping im Osten"

Bartels glaubt, dass man Goldmann durch das von ihm nicht unterzeichnete Schuldeingeständnis dazu bewegen wollte, zu viele andere Personen zu belasten.

Dass Goldmann am damaligen Dopingsystem beteiligt gewesen sei, wäre ohnehin ein offenes Geheimnis.

Hinsichtlich der vom DOSB angebotenen Mitarbeit der Athleten am Forschungsprojekt "Doping in Deutschland" sagt Bartels: "Dabei geht es doch nur wieder um Doping im Osten. Was im Westen geschah, ist kaum ein Thema, auch wenn vor 20 Jahren eine Athletin namens Birgit Dressel nach Ansicht von Experten an Dopingfolgen starb."

Lob von Obergföll

Dagegen lobte die Speerwurf-Olympiadritte Christina Obergföll die DOSB-Reaktion von Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper zur Situation von Goldmann: "Es ist deutlich geworden, dass der DOSB Verständnis für seine Lage hat. Ich wusste bisher nicht, dass man ihm vor Unterzeichnung der Erklärung Brücken gebaut hat. Schade, dass Werner Goldmann sie nicht überschreiten wollte."

Die frühere Europarekordlerin fordert als Mitunterzeichnerin des Briefes, "dass man jetzt irgendwie einen Strich ziehen muss", unter die Doping-Vergangenheit der DDR.

Es könne nicht sein, dass vor der WM in Berlin (15. bis 23. August) möglicherweise weitere Trainer um ihren Arbeitsplatz bangen müssten und die Leistung von Athleten beeinträchtigt werde.

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