Schumacher will höher hinaus als 2007

SID
Freitag, 19.09.2008 | 10:38 Uhr
Radsport, Schumacher, WM
© dpa
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Paolo Bettini und Oscar Freire fahren bei der Rad-Weltmeisterschaft um historische Rekorde, Linus Gerdemann wahrscheinlich gar nicht: Ein steifer Nacken, der ihn seit seinem Sieg bei der Deutschland-Tour plagt, setzt dem Mitfavoriten sehr zu.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der deutsche Hoffnungsträger seinen Start bei den Titelkämpfen in Varese absagt.

Seinen dritten WM-Sieg in Serie will hingegen der zweifache Weltmeister Bettini einfahren. Freire würde es mit seinem insgesamt vierten WM-Gewinn in die Geschichtsbücher des Radsports schaffen.

Sastre ist zu müde

Vielleicht sorgte aber auch die Tatsache, dass der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Norditalien auf den letztjährigen WM-Dritten Stefan Schumacher als Kapitän setzt, nicht gerade für Extra-Motivation bei Gerdemann, dem Talent aus Münster.

Ähnlich dürfte es dem spanischen Tour-de-France-Gewinner Carlos Sastre ergangen sein, der sich vor der großen inländischen Konkurrenz mit Freire, dem mutmaßlichen Vuelta-Sieger Alberto Contador, Goldmedaillengewinner Samuel Sanchez und Alejandro Valverde zurückzog. Er verzichtete auf die WM wegen "großer Müdigkeit".

Besser abschneiden als in Peking

Aber auch ohne Gerdemann kann der BDR durch Schumacher auf WM-Edelmetall hoffen, und dürfte keinerlei Schwierigkeiten haben, seine magere Straßen-Bilanz der Spiele aus Peking - es gab keine Medaille - zu verbessern.

"Ich orientiere mich in Varese nach Platz drei in Stuttgart weiter nach oben", ließ der zweifache Tour-Etappensieger Schumacher wissen, der die Vuelta mit einer leichten Erkältung verließ, sich ansonsten aber nach der Enttäuschung von Peking auf dem aufsteigenden Ast befindet.

Duell Schumacher - Bettini

"Ich kam mit dem Klima in Peking einfach nicht zurecht. Vielleicht sind wir zu früh oder zu spät angereist. Andere Nationen kamen jedenfalls dort besser klar. Aber die Vuelta war im Hinblick auf Varese eine gute Vorbereitung", sagte der 28-jährige Nürtinger, der in der kommenden Saison für den belgischen Rennstall Quick-Step fahren und dort wohl Bettini verdrängen wird.

Der kleine Italiener, der von seinem italienischen Teamchef Franco Ballerini als alleiniger WM-Kapitän wieder das Vertrauen ausgesprochen bekam, wird vielleicht schon auf den Straßen um Varese zeigen, was er von Schumacher hält.

Das Straßenrennen der Elite über 260 Kilometer bildet am 28. September den Abschluss der Titel-Hatz.

Nachwuchs in Form

Neben dem Schwaben, der nach der vergangenen WM mit erhöhten Blutwerten, Alkohol und Amphetamin im Blut unangenehm von sich reden machte, hat der BDR aber noch weitere WM-Eisen im Feuer.

Tony Martin, der Mann der Zukunft, hat im 43,7 Kilometer langen Zeitfahren zumindest Chancen auf Bronze wie auch der deutsche Zeitfahr-Meister Ralf Grabsch.

Titelverteidiger Fabian Cancellara (Schweiz) scheint im Kampf gegen die Uhr unschlagbar.

Deutsche Frauen Favoritinnen

Auf noch edleres Metall können die deutschen Frauen hoffen, die rechtzeitig vor der WM wieder mit Grabenkämpfen auf sich aufmerksam machten.

Titelverteidigerin Hanka Kupfernagel, die aus Verärgerung über ihre Nicht-Nominierung für das Straßenrennen am 27. September (139 Kilometer) eigentlich gar nicht nach Varese reisen wollte, ist im Zeitfahren über 25,2 Kilometer einiges zuzutrauen. Im Straßenrennen will Judith Arndt punkten.

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