IOC: Dopingverdacht bei Hammerwerfern

SID
Donnerstag, 04.09.2008 | 13:51 Uhr
Olympia, Peking, Leichtathletik, Hammerwurf, Doping, Weißrusse
© dpa
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Das Hammerwurf-Finale der Olympischen Spiele in Peking wird ein juristisches Nachspiel haben. Silber und Bronze müssen möglicherweise an Nachrücker vergeben werden.

Noch im September will sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Dopingverdacht gegen die weißrussischen Hammerwerfer Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon beschäftigen.

"Ja, die Disziplinarkommission wird den Fall Ende des Monats diskutieren", sagte IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Verband bisher nicht informiert

Dewjatowski hatte am 17. August die Silbermedaille vor Tichon gewonnen. Olympiasieger wurde überraschend der Slowene Primoz Kozmus.

Die russische Agentur All Sport hatte berichtet, Dewjatowski und Tichon seien in Peking positiv auf Testosteron getestet worden. Dies wollte der weißrussische Leichtathletik-Verband allerdings nicht bestätigen.

"Wie können wir etwas kommentieren, was wir nicht haben?", meinte Sprecherin Anastasija Marinina. Bisher habe der Verband weder Dokumente noch eine Bestätigung für einen positiven Test seiner Athleten erhalten.

Dewjatowski droht Lebenslange Sperre

"Dewjatowski und Tichon weisen alle Vorwürfe zurück. Jeder Mensch kann in seinem Körper einen unterschiedlich hohen Anteil an Testosteron haben", sagte die Verbandssprecherin.

Für die Dopingtests während der Sommerspiele ist das IOC zuständig, für Abwicklung und Analyse die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Die WADA lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf die Zuständigkeit des IOC.

Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten und das Duo tatsächlich gedopt gewesen sein, droht Dewjatowski sogar das Karriere-Ende. Der 31-Jährige würde als "Wiederholungstäter" lebenslang gesperrt werden, weil er bereits zwei Jahre (2000 bis 2002) suspendiert war.

Der dreimalige Weltmeister Tichon, ein Jahr älter als sein Landsmann Dewjatowski, hatte bisher noch keinen positiven Test. Das IOC hat in Peking mehr als 5000 Dopingkontrollen durchgeführt, bis zum Ende der Sommerspiele am 24. August waren sechs Athleten erwischt worden.

Japaner Murofushi wieder im Glück?

Sollten sowohl Dewjatowski als auch Tichon ihre Medaillen verlieren, würde der Ungar Krisztian Pars (4./dann Silber) und Athen-Olympiasieger Koji Murofushi (5./dann Bronze) einen Platz aufrücken - Murofushi sogar schon zum zweiten Mal.

Vor vier Jahren bekam der Japaner nachträglich Gold, weil der ursprüngliche Olympiasieger Adrian Annus (Ungarn) nach den Sommerspielen in Athen eine Dopingkontrolle in Ungarn verweigert hatte.

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