Degenkolb gewinnt Bronze in U-23-Rennen

SID
Freitag, 26.09.2008 | 19:17 Uhr
Radsport, WM, Varese, Arevalo
© Getty
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Der Medaillen-Segen für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bei der WM in Varese hält an: Im U23-Straßenrennen über 173 Kilometer holte sich der Thüringer John Degenkolb aus Gera mit einer Energieleistung die Bronzemedaille.

Den Spurt aus einer neunköpfigen Spitzengruppe gewann überraschend der Kolumbianer Fabio Andres Duarte Arevalo, der sich auf den letzten 500 Metern leicht absetzte und wenige Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete.

Auf den Silberrang spurtete für die enttäuschten Gastgeber Simone Ponzi aus Italien, der vor Ärger um das verpasste Gold mit der Faust mehrmals kraftvoll auf seinen Lenker schlug.

Degenkolb dankt Nerz

Degenkolb, der einen Tag nach dem Zeitfahr-Titel von Bert Grabsch die vierte BDR-Medaille am vierten WM-Tag perfekt machte, war über das gesamte Rennen einer der aktivsten Fahrer. "Das war eine Super-Taktik - alles hat gepasst. Ich bin überwältigt und ziehe meinen Hut vor Dominik Nerz, der sich aufgeopfert hat", sagte Degenkolb.

"Ich hätte mir natürlich die ein oder andere Medaille in Peking gewünscht. Aber ich bin natürlich froh, wie eindrucksvoll unsere Fahrer und Fahrerinnen hier bei der WM ihre Leistungsfähigkeiten unter Beweis stellen. Diesen Erfolg müssen wir uns jetzt auch im Bahnbereich erarbeiten", sagte BDR-Sport-Direktor Burckhard Bremer, der aus dem Feiern nach den Enttäuschungen bei den Olympischen Spielen, bei denen es auf der Straße keine einzige Medaille gegeben hatte, gar nicht mehr herauskommt.

Deutsche Starter von Beginn an in Fluchtgruppe

Die sechs deutschen Straßenfahrer - der im Zeitfahren gestürzte Silbermedaillengewinner Patrick Gretsch stand nicht zur Verfügung - waren hellwach: Sie waren von Beginn an in jeder Fluchtgruppe dabei.

Als sich zwei Runden vor Schluss die vorentscheidende Konstellation ergeben hatte, waren Dominik Nerz aus Wangen und Degenkolb mit von der Partie. Nerz' Kräfte reichten nur bis zur neunten und vorletzten Runde, dann fiel er ab. Er hatte vorher noch mehr geackert als Kolb, der erst im ersten Jahr in der Männer-Klasse fährt.

Klemme blieb hinter Erwartungen zurück

Der aus deutscher Sicht am stärksten eingeschätzte Domenic Klemme aus Bielfeld, der in der kommenden Saison zum dänischen Profiteam CSC-Saxo-Bank wechseln will, verkalkulierte sich etwas und blieb am Schluss in einer großen Verfolgergruppe gefangen.

Aber Degenkolbs Kräfte reichten bis zum Finale, in dem er den Engländer Ben Swift mit letzter Energie niederkämpfte. Die ersten Glückwünsche seiner Team-Kollegen nahm der 19-Jährige liegend auf dem Asphalt entgegen.

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