Paralympics

"Grand Lady" Buggenhagen beendet Karriere

SID
Sonntag, 14.09.2008 | 15:18 Uhr
Paralympics, Speerwerfen, Buggenhagen, Gold, Deutschland, Diskus, Weltrekord
© dpa
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Ausgerechnet der letzte Versuch in der Karriere von Marianne Buggenhagen war vor 91.000 Zuschauern im Pekinger "Vogelnest" ungültig. Danach beendete die Berlinerin ihre einzigartige Laufbahn.

Zum Abschluss reichte es am Sonntag im Speerwerfen als Achte ausnahmsweise mal nicht für einen Podestplatz. Über drei Jahrzehnte lang sammelte sie Medaillen und Titel.

Selbst mit ihren nunmehr 55 Jahren holte sie bei ihren fünften Paralympics das neunte Gold. Und das mit Weltrekord im Diskuswerfen. Zuvor gab es Bronze im Kugelstoßen.

Buggenhagen will Angeln gehen

"Peking war noch einmal ein wahnsinniges Erlebnis, das Speerwerfen habe ich nur noch genossen. Jetzt ist es mit dem Leistungssport vorbei, aber nicht mit dem Sport."

"Ich werde jetzt Rollstuhl-Basketball spielen, Rudern und vielleicht in aller Ruhe mal Angeln gehen", sagte die "Grand Lady" des Behindertensports, die 1994 vor Steffi Graf und Franziska van Almsick zur "Sportlerin des Jahres" gewählt wurde.

Durch Sport am Leben gehalten

"Das Ende ist da, wo man sich aufgibt" heißt der Titel ihres Mutmach-Buches. Marianne Buggenhagen denkt immer positiv - auch als sie 1977 nach einem scheinbar harmlosen Bandscheibenvorfall mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl landete.

"Wenn ich den Sport nicht gehabt hätte, wäre ich im Pflegeheim gelandet oder asozial geworden", schrieb sie in ihrer Autobiografie "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Leben eingestellt".

Peking war die Krönung

130 nationale Titel hat sie gewonnen, die Goldmedaille im Diskuswerfen war ihre insgesamt 46. bei Paralympics sowie Welt- und Europameisterschaften.

Zweimal erhielt sie das Silberne Lorbeerblatt des Bundespräsidenten. 1993 wählte der Verband der Deutschen Staatsbürgerinnen sie zur "Frau des Jahres". Zwei Schulen für Körperbehinderte tragen ihren Namen.

Obwohl Marianne Buggenhagen viel erlebt hat, war sie von den Spielen in China mehr als beeindruckt. "Peking toppt alles. Da hatte ich als alte Athletin noch einmal feuchte Hände. Ich bin froh, dass ich das noch erleben durfte."

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