Mittwoch, 24.09.2008

Radsport

Grabsch und Martin peilen WM-Medaille an

Der deutsche Zeitfahrmeister Bert Grabsch und Newcomer Tony Martin haben ein gemeinsames Ziel: Die Team-Kollegen aus der Columbia-Equipe wollen bei der Weltmeisterschaft in Varese im 43,7 Kilometer langen Zeitfahren eine Medaille erkämpfen.

Und die Chancen stehen für beide nicht schlecht, zumal der Kreis der Topfavoriten durch die Absage des Schweizer Titelverteidigers Fabian Cancellara überschaubarer geworden ist.

"Beide für Medaillen gut"

"Ich mache keine Prognose. Aber der WM-Kurs liegt mir viel besser als der in Peking. Ich bin in Form, und die Weltmeisterschaft ist mein Saisonhöhepunkt. Im Vorjahr war ich WM-Vierter", sagte der 33- jährige Wittenberger Grabsch.

Der zehn Jahre jüngere Tony Martin, der in diesem Jahr mit vier Saisonsiegen eine wahre Leistungs-Explosion erlebte ("Ich war selbst überrascht"), bleibt bescheiden. "Ich will unter die ersten Fünf", sagte der in Eschborn lebende Cottbuser.

Diese Einschätzung Martins darf anhand seines Zeitfahr-Erfolges bei der Deutschland-Tour und seines zweiten Platzes beim Kampf gegen die Uhr beim Giro getrost als Understatement gewertet werden.

"Beide sind ähnliche Zeitfahr-Typen, die flachere Kurse, die viel Kraft verlangen, bevorzugen. Beide sind für Medaillen gut", urteilte Ex- Profi Jan Schaffrath, Teamchef bei Columbia und in Varese mit Gerolsteiner-Manager Hans-Michael Holczer sportlicher Leiter für die Elitefahrer.

Leipheimer Favorit

Der Amerikaner Levi Leipheimer, der die schwere Nachricht verdauen musste, im nächsten Jahr bei Astana wieder seinem alten Chef Lance Armstrong dienen zu dürfen, gilt auf dem Zeitfahr-Kurs in Varese als Topfavorit.

Seine beiden Erfolge bei der gerade zu Ende gegangenen Vuelta sind die eindrucksvolle Visitenkarte des Bronzemedaillen-Gewinners von Peking.

Grabsch und Neuprofi Martin, der sich im professionellen Umfeld seines US-Teams gut aufgehoben fühlt ("Bis vor kurzem habe ich mich für die Rennen noch auf einem Klappstuhl im Freien umgezogen"), wollen den von Patrick Gretsch bei der WM eingeschlagenen Erfolgsweg der deutschen WM-Starter fortsetzen.

Fleischwunde bei Gretsch

Über die Silbermedaille konnte sich der gestürzte Zeitfahr-Vizeweltmeister des U23-Nachwuchses nur unter Schmerzen freuen. Am Abend wurde bei Gretsch im Krankenhaus von Varese eine tiefe Fleischwunde am Fuß genäht.

Im Gegensatz zur großen deutschen Rundfahr-Hoffnung, Linus Gerdemann, der zwar bei Columbia noch einen Vertrag bis Ende 2009 hat, aber im nächsten Jahr unbedingt bei Milram fahren will, bleibt sein Team-Kollege Martin den Amerikanern treu: "Für mich kommt ein Wechsel im Moment nicht infrage. Ich verstehe beide Seiten, dass Linus wechseln will und dass Columbia ihn halten will."


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