Mittwoch, 17.09.2008

Bundestrainersuche

Schockemöhle für Doppelspitze

Ein erster Kandidat und ein neues Modell: Die Bundestrainersuche bei den Springreitern kommt zwei Wochen nach dem unfreiwilligen Rücktritt von Kurt Gravemeier in Bewegung. Der einflussreiche Paul Schockemöhle hat sich für eine Doppelspitze ausgesprochen.

Pferdesport, Schockemoehle
© DPA

"Ich glaube, dass das nötig ist", sagte der dreimalige Europameister, der noch immer einer der wichtigsten Männer im deutschen Pferdesport ist. Für ein Trainer-Duo sprach sich auch Heinrich Hermann Engemann (Bissendorf) aus, einer der beiden Aktivensprecher im Springausschuss.

Er selber habe "grundsätzliches Interesse", bestätigte Engemann: "Ich wäre zu Gesprächen bereit. Die Aufgabe würde mich reizen."

Engemann möglicher Kandidat

Engemann, der bei den Olympischen Spielen deutscher Ersatzmann war, sagte: "Für einen alleine ist das ein richtig schwere Aufgabe." Er verwies auch auf die Vielseitigkeitsreiter, die in Hans Melzer und Chris Bartle ein Trainer-Duo haben und bei den Olympischen Spielen in Hongkong zwei Goldmedaillen gewannen.

Der 49-jährige Engemann wäre ein möglicher Kandidat, zumal er gerade seine aktive Laufbahn beendet hat. "Ich habe aber nicht aufgehört, weil ich Bundestrainer werden will", versicherte der Weltcup-Dritte.

Das von ihm zuletzt gerittene Pferd Aboyeur gehört seinen Schwiegereltern und wird nach der Trennung von Ehefrau Karin verkauft.

Eine Doppel-Spitze sei möglich, erklärte Reinhard Wendt, Geschäftsführer der Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): "Wir können uns verschieden Modelle vorstellen." Es gebe aber noch keine Beschlüsse und auch keine Kandidaten, mit denen gesprochen worden sei.

Wie bei Jogi und Klinsi

"Vier Augen sehen mehr als zwei", sagte Schockemöhle und zog einen Vergleich zur Fußball-Nationalmannschaft: "Klinsmann hat auch nicht alles allein gemacht, Löw stand ihm da auch schon zur Seite." Er selber sei "definitiv kein Kandidat", versicherte der 63-Jährige, der bei einigen Reitern als Ideallösung gilt.

Nach Ende der eigenen Karriere hatte Schockemöhle die späteren Olympiasieger Ludger Beerbaum, Otto Becker und Franke Sloothaak in die Weltspitze geführt. Er könne sich Engemann als Bundestrainer vorstellen: "Heiner verfügt über genügend Fachkenntnis und Akribie."

Der seit vielen Jahren als Pferdehändler und Trainer erfolgreiche Schockemöhle sagte zu dem schwachen Abschneiden der Springreiter bei den Olympischen Spielen: "Das sind wir richtig abgestürzt."

Erstmals seit achtzig Jahren gab es keine Medaille für die erfolgsverwöhnten Deutschen. Bundestrainer Kurt Gravemeier hatte daraufhin angekündigt, zum Jahresende aufzuhören und die Bundestrainer-Suche eröffnet.


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