Donnerstag, 25.09.2008

Pferdesport

Ahlmann: Verband verlangt Erklärung

Der Streit zwischen dem derzeit gesperrten Christian Ahlmann und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat sich einen Tag vor der Anhörung in Lausanne deutlich verschärft.

Pferdesport, Ahlmann
© dpa

Der deutsche Verband weist den zuletzt von Ahlmann vorgebrachten Vorwurf gegen die Olympia-Offiziellen der FN zurück und hat nun ebenfalls einen Anwalt eingeschaltet. Ahlmann wird von der FN aufgefordert, "eidesstattlich zu erklären", unzutreffende Behauptungen nicht länger aufrechtzuerhalten.

Am Freitag beginnt in Lausanne das Verfahren des Internationalen Verbandes FEI wegen der positiven Probe bei Ahlmanns Olympia-Pferd Cöster.

Ahlmann hatte der FN in einem Antrag auf Einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Dortmund vorgehalten, dass in der Pflegebox seines Olympia-Pferdes Cöster das Mittel Equi-Block mit der Substanz Capsaicin enthalten war und dies von den Verbandsvertretern nicht moniert worden sei.

FN widerspricht Ahlmanns Darstellung

Die FN widerspricht dieser Darstellung und versichert nun, dass Equi-Block bei der Tierarzt-Kontrolle nicht in der Box gewesen sei. In einer Pressemittelung vom Donnerstag heißt es: "Richtig ist, dass nach Ankunft Cösters am 17. Juli in der Quarantäne in Warendorf die Pflegerin des Pferdes dem Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting eine Tüte mit Mitteln überreicht hat, die dieser mit nach Hongkong genommen hat. In dieser Tüte hat sich das Präparat Equi-Block nicht befunden."

Die Vorgehensweise der FN zeigt das inzwischen völlig zerrüttete Verhältnis zwischen dem Verband und dem Doppel-Europameister von 2003. Zuvor hatte Ahlmann dem Verband bereits vorgeworfen, ihn nicht über ein positives Ergebnis bei einem Vor-Test während der Quarantäne-Zeit in Warendorf informiert zu haben.

Besitzerin schaltet Anwalt ein

Auch Marion Jauss, die Besitzerin des Pferdes Cöster, hat nach Angaben des Anwaltes von Ahlmann mit der Hamburger Kanzlei Prinz inzwischen einen prominenten Rechtsbeistand eingeschaltet.

In Ahlmanns Antrag beim Landgericht Dortmund heißt es wörtlich: "Das Pflege-Pack, in dem alle Pflegemittel enthalten sind, wurde im ... Rahmen der Mannschaftsregularien der deutschen Equipe dem Leiter der Equipe zur Prüfung zur Verfügung gestellt. Es erfolgten keine Monierungen ob des Inhalts, obwohl das Mittel Equi-Block im Pflege-Pack enthalten war."

Ahlmann will vorläufiges Startverbot aufheben

Ahlmann, der seit den Olympischen Spielen gesperrt ist, will mit Hilfe der Einstweiligen Verfügung die Aufhebung des vorläufigen Startverbots durchsetzen, das vom Weltverband FEI nach der positiven Probe von Hongkong verhängt worden ist. Eine mündliche Verhandlung darüber soll am 8. Oktober stattfinden.

Dies könnte allerdings hinfällig sein, wenn das Sportgericht der FEI den Reiter vorher freisprechen oder nur eine kurze Sperre verhängen sollte.

Ahlmanns Anhörung bei der FEI ist am Freitag, das Urteil ist für Ende des laufenden Monats angekündigt. So oder so ist klar, dass es nach Abschluss des internationalen Verfahrens noch eines auf nationaler Ebene geben wird. Das sehen die Regularien der FN vor.


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